11 Dinge, die du in Danzig tun solltest

Polen-Premiere: Meinen ersten Urlaub im östlichen Nachbarland verbrachte ich in Danzig. Was du in der Löwenstadt unbedingt anschauen solltest, verrate ich dir gerne.

Das ging schnell: Ein Viertel des Jahres ist schon wieder um. Immerhin: Einen meiner Reisepläne für 2017 habe ich bisher umgesetzt. Mitte März ging es für eine Woche nach Danzig, um den Heimatort meines Vaters (Meisterswalde), der ganz in der Nähe liegt, mal zu sehen.

Um eine Sache vorwegzunehmen: Der März ist nicht der perfekte Monat, um Danzig zu erkunden. Meist waren wir froh, wenn das Thermometer die 5-Grad-Marke knackte, und ich trug in der Woche häufiger meine Strickmütze als in allen Monaten dieses Winters davor. Trotzdem oder gerade aufgrund der Nebensaison (manchmal ist es ja auch Segen, wenn man nur einer von wenigen Touristen ist) lernte ich eine tolle Stadt kennen.

Diese Dinge musst du unbedingt tun, wenn du in Danzig bist.

1. Über die Langgasse flanieren
Sie ist die wichtigste und sehenswerteste Straße der Altstadt und voll von wunderbaren alten Kaufmannshäusern: die Langgasse (oder auch Lange Gasse). Hier kannst du gleich mehrere Sehenswürdigkeiten der Stadt bestaunen. Ich empfehle dir, die Langgasse durch das Goldene Tor zu betreten. Dann wirst du bereits den Turm des Rechtsstädtischen Rathauses sehen, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Gleich daneben findest du zwei weitere Sehenswürdigkeiten: den Neptunbrunnen und den Artushof. Hier mündet die Langgasse in den Langen Markt, den du am besten weiter entlangschlenderst, um ihn dann durch das Grüne Tor zu verlassen. Dann hältst du dich links und kannst gemütlich die Mottlau-Promenade erkunden.

2. Die Marienkirche besuchen
Sie ist die größte Backsteinkirche der Welt und ein Muss bei einem Urlaub in Danzig: die Marienkirche. 25.000 Menschen haben in dem hellen Gotteshaus Platz, dessen Bau 1502 vollendet worden ist. Sehenswert ist vor allem die Astronomische Uhr. Wer fit ist, kann die 400 Stufen zum Turm hinaufsteigen und wird mit einem grandiosen Blick auf die Stadt belohnt.

3. Ein Andenken aus Bernstein kaufen
Um ehrlich zu sein, war ich sehr enttäuscht, möchte aber, dass du dir dein eigenes Bild machst: Die Marienstraße, die aufgrund der vielen Schmuckläden auch Frauengasse oder Bernsteingasse genannt wird, gilt als schönste Straße Danzigs. Das mag im Sommer gelten, wenn die Menschen in den Cafés sitzen und in der Straße Musiker spielen. Im Winter wirkt sie eher trostlos und leer. Vor den Geschäften finden sich nur vereinzelt die Vitrinen mit dem so typischen Bernsteinschmuck, meist gibt’s dort aber auch schöne und erschwingliche Teile. Hier kannst du tolle Andenken finden. Allerdings fand ich eine Sache etwas nervig: Mal eben gucken und sich einen Eindruck von dem Angebot verschaffen, geht nur schwer. Sobald du mehr als drei Sekunden vor einer der Schmuckvitrinen steht, fliegt die Tür des zugehörigen Geschäfts auf und ein Verkäufer eilt die Treppe hinunter, weil er ein Geschäft wittert.

4. Ein Foto vor dem „Gdansk Eye“ schießen
Auch Danzig hat ein Riesenrad: Das Gdansk Eye ist ein neues Wahrzeichen der Stadt und nebenbei auch ein beliebtes Fotomotiv. Es steht direkt an der Mottlau-Promenade und ist gerade im Sommer ein gut besuchtes Ziel. Praktisch: So lange wie am London Eye stehst du hier garantiert nicht an.

5. Durch das Krantor (Zuraw) schreiten
Wenn man sich in unserer Ferienwohnung anstrengte und ganz genau hinsah, konnte man sogar einen kleinen Teil von Danzigs Wahrzeichen erahnen: dem Krantor. Kaum etwas wird in Danzig wohl häufiger abgelichtet, kaum etwas steht so unverwechselbar für die Löwenstadt. Bei einem Spaziergang durch die Stadt solltest du deshalb unbedingt durch das 1444 vollendete Krantor schreiten. Damals galt es übrigens als größter Hafenkran der Welt. Heute gehört das Industriedenkmal zum Nationalen Meeresmuseum und kann sogar von innen besichtigt werden.

6. Polnisches Essen probieren
Eigentlich dachte ich immer, dass ich nicht so zimperlich bin, wenn es ums Essen geht. Gib‘ mir einfach keine Pilze und vor allem kein fettes Fleisch, dann bin ich schon halbwegs zufrieden. Als ich mich dann im Vorfeld meiner Danzig-Reise über die polnischen Spezialitäten informierte, drehte sich mir manchmal schon beim Lesen der Magen um. Dennoch habe ich einige Dinge gefunden, die mir geschmeckt haben: Piroggen fand ich zum Beispiel super (gibt’s in herzhaft, aber auch in süß). Und aufgrund der Lage der Stadt kannst du in Danzig hervorragend Fisch essen. Doch Achtung: An der Mottlau-Promenade sind die Preise gesalzen und auf deutschem Niveau, selbst in der Nebensaison (Mitte Oktober bis Mitte April). Da vergeht einem leicht der Appetit …

7. Goldwasser kosten
Apropos polnische Spezialitäten: Danziger Goldwasser solltest du unbedingt mal probieren. Dies ist ein würzig-süßer Likör, in dem kleine Flocken aus Blattgold schwimmen. Danziger Goldwasser eignet sich auch toll als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.

8. Archäologie in der Markthalle (Hala Targowa) bewundern
Oben shoppen und unten ein bisschen vom historischen Danzig bewundern, das geht in der Markthalle. Im Keller findest du nämlich gleich neben zahlreichen Händlern hinter einer Glaswand die ältesten Steine Danzigs. Es sind die Überreste des Dominikanerklosters, das hier einmal stand. Schade: Ich habe weder deutsche noch englische Übersetzungen zu den Ausgrabungen entdeckt.

9. Geschichte erleben im Museum der Polnischen Post
Die Polnische Post in Danzig ist Symbol für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, denn am 1. September 1939 begann hier das große Unheil. Parallel zum Beschuss der Westerplatte durch die Wehrmacht überfiel das Deutsche Reich die Polnische Post in Danzig. Heute findest du an dem Ort der Schande ein Museum, das ich extrem interessant fand. Allerdings fand ich eine Sache wieder schade: Es gibt zwar Audio-Guides, die Hintergrundinfos zu diesem wichtigen Ereignis der deutsch-polnischen Historie geben, allerdings angeblich nicht auf deutsch (so behauptete die Dame an der Kasse jedenfalls).

10. Mit dem Piratenschiff zur Westerplatte fahren
Zur eben erwähnten Westerplatte, dem zweiten Ort, an dem das Deutsche Reich am 1. September 1939 seinen Überfall auf Polen begann, kannst du von der Danziger Altstadt bequem mit einem Piratenschiff fahren (aber auch mit anderen Schiffen). Auf der Halbinsel erinnert ein Denkmal an den Kriegsausbruch. Wichtig: In der Nebensaison fährt das Schiff nur freitags, samstags und sonntags.

11. Einen Ausflug nach Sopot machen
Hier hat es mir am besten gefallen: Nur wenige Kilometer von Danzig entfernt, liegt Sopot, ein elegantes Ostseebad, das aufgrund seiner milden Temperaturen auch „Riviera des Nordens“ genannt wird. Aber Sopot ist mehr als nur ein Küstenort. Sehenswert sind die Mole, die mit 512 Metern längste hölzerne Seebrücke Europas, und das „Schiefe Haus“ (Krzywy Domek), das mit seiner Fassade sehr an seinen großen tanzenden Bruder in Prag erinnert.

Na, Lust auf Danzig? Hier erhältst du Tipps, was du noch unternehmen kannst.

 

2 Kommentare zu “11 Dinge, die du in Danzig tun solltest

  1. Torsten Maue

    Ich fahre dieses Jahr auch nach Gdansk, hoffe aber auf wärmere Temperaturen bei meinem Besuch. 😉

    Empfehlenswert ist aber noch etwas: ein Besuch in Malbork, wo die Marienburg steht, die einst vom Deutschen Orden erbaut wurde.

  2. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Torsten,

    danke für den Tipp.
    In Malbork war ich auch, da gibt’s bei Zeiten einen eigenen Text.

    Viel Spaß in Danzig und viele Grüße,
    Christine

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