Auf in den Pott: 5 Gründe für einen Urlaub im Ruhrgebiet

Zeche Zollverein 1Zum Jahreswechsel verbrachte eine junge Frau aus Bayern einige Tage in Bochum und berichtete im Internet über diese Zeit. Ihr Fazit: Das Ruhrgebiet ist eine Reise wert. Die örtliche Presse tat so, als wenn dies eine völlig neue Erkenntnis sei. Der Ruhrpott als Urlaubsort – für einige Journalisten anscheinend bis dato ein unvorstellbarer Gedanke. Dabei finden immer mehr Touristen den Weg tief in den Westen Deutschlands.

Die junge Frau, die im Internet von ihrer Reise berichtete, heißt Franziska und betreibt den Blog Sinn-City, auf dem sie regelmäßig über ihre Suche nach der Traumstadt berichtet. Bochum kam in ihrer Beschreibung sehr gut weg. Ein Grund für Journalisten der örtlichen Tageszeitung, einen langen Text über diesen Blogeintrag zu veröffentlichen. Schlagzeile: „Bloggerin aus Bayern findet Bochum einfach gut“. Eine schöne Werbung für Franziska, aber ich fand den Nachrichtenwert etwas, sagen wir mal, fraglich. Denn es ist nicht ungewöhnlich, dass Touristen Bochum besuchen (und gut finden). Es gibt immerhin gute Gründe für einen Urlaub im Ruhrpott.

Immer was los: Kultur pur

Das Ruhrgebiet besitzt die dichteste Kulturlandschaft Europas. Wo früher Kohle und Stahl regierten, werden heute Theaterstücke aufgeführt und Kunstwerke ausgestellt. Industriekultur nennt sich das. Daneben hat fast jede Stadt ein oder sogar mehrere Theater. Renommiert ist beispielsweise das Schauspielhaus in Bochum, in dem Herbert Grönemeyer einst als Musikalischer Leiter arbeitete. Wer Musicals mag, wird im Metronom Theater Oberhausen oder im Colosseum Theater Essen auf seine Kosten kommen, wo stets unterschiedliche Aufführungen gastieren. Dazu wird in Bochum bereits seit 1988 „Starlight Express“ aufgeführt.

Zeche ZollvereinAuf keinen Fall verpassen: Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum erläutert die Geschichte der Kumpel und Malocher unter Tage. Wer schwindelfrei ist, kann vom Förderturm aus eine herrliche Sicht auf das Ruhrgebiet genießen. Ebenfalls ein Muss: Die Zeche Zollverein in Essen, die sogar zum UNESCO-Welterbe zählt. Für wen das alles nichts ist, der mag vielleicht Fußball. Denn dieser zählt im Ruhrpott auch zum unverzichtbaren Kulturgut. Ob FC Schalke 04, Borussia Dortmund, VfL Bochum, MSV Duisburg oder Rot-Weiss Essen. Wer Fußball mag, darf sich einen Stadionbesuch im Pott nicht entgehen lassen, denn hier leben die Menschen den Sport.

Von wegen grau: Grüne Oasen im Ruhrgebiet

Grugapark EssenImmer wieder höre ich von Menschen, die erstmals das Ruhrgebiet besuchen: „Man, hier ist es ja gar nicht so grau!“ Natürlich nicht. Die Zeiten sind längst vorbei. Seit Jahrzehnten sterben die Zechen (2018 schließt die letzte) und damit auch wichtige Arbeitsplätze. Dazu baut auch die Stahlindustrie immer mehr Stellen ab, Werke schließen. Wo früher malocht wurde, entstehen nun grüne Oasen, wie zum Beispiel in Dortmund der Phoenix-See. Ebenfalls empfehlenswert: der Kemnader See (Bochum, Witten, Hattingen), der Baldeneysee (Essen), der Grugapark (Essen) und der Westfalenpark (Dortmund).

Paradies für Shopping-Fans: Innenstädte und Einkaufszentren

Im Ruhrrevier grenzt Großstadt an Großstadt. Die Wege sind kurz. Fremde merken oft gar nicht, wenn sie Stadtgrenzen passieren. Wer gern shoppt, hat im Pott deshalb zahlreiche Möglichkeiten. Neben den Innenstädten mit ihren Fußgängerzonen bietet das Ruhrgebiet viele Einkaufszentren. Der Bochumer Ruhr Park, der im November 1964 eröffnete, war beispielsweise damals das erst zweite Einkaufszentrum in ganz Deutschland (nach dem Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach). Weitere große Einkaufszentren: Thier-Galerie Dortmund, Limbecker Platz Essen, CentrO in Oberhausen, Rhein-Ruhr Zentrum Mülheim und das Palais Vest in Recklinghausen.

Hart aber herzlich: Die Ruhrpott-Mentalität

Die Menschen im Ruhrgebiet tragen ihr Herz auf der Zunge. Sie sind sehr direkt. Wenn dich im Ruhrpott jemand nicht leiden kann, dann sagt er dir das sofort. Der Vorteil: Man weiß immer, woran man ist. Zudem ist man wohl nirgendwo schneller beim „Du“ als hier. Die meisten Touristen besuchen das Ruhrgebiet wegen der zahlreichen Kulturangebote. Am meisten begeistert sie aber oft die liebenswerte Art der Einheimischen.

Ruhrpott kulinarisch: Pilsken und Currywurst

Nirgends schmeckt die Currywurst so gut wie im Ruhrgebiet. Das ist einfach so. Punkt! Ich favorisiere die am Bratwursthaus (Dönninghaus) im Bochumer Bermuda Dreieck (Ausgehviertel). Am besten in der Kombination mit dem liebsten Getränk des Ruhrpottlers: dem klassischen Pilsken. Prost!

Lust auf Ruhrgebiet? Hier bekommt ihr Inspiration für Aktivitäten im Pott.

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3 Kommentare zu “Auf in den Pott: 5 Gründe für einen Urlaub im Ruhrgebiet

  1. Chris

    Hömma, getz kann ich gar nicht anders als meine Beglückwünschung zu diesem Artikelchen zu äußern. Voll auffen Punkt gebracht!

  2. Johanna

    Hallo Christine,
    hätte ich auch nicht gedacht, dass man im Ruhrgebiet toll Urlaub machen oder Reisen kann. Dein Artikel klingt aber toll und macht Lust das Ruhrgebiet zu erkunden und dort schönde Dinge zu entdecken. :)
    LG Jo

  3. Christine Autor des Beitrags

    @Chris: Datt freut mich. Dank dir!

    @Johanna: Ja, das Ruhrgebiet ist definitv eine Reise wert. Wie toll es hier ist, merke ich vor allem immer dann, wenn ich woanders in Deutschland unterwegs bin und dann enttäuscht bin, wenn es vielleicht nur ein sehenswertes Museum gibt, die Innenstädte klein sind oder Shoppingmöglichkeiten gleich null. Da bin ich vielleicht auch etwas verwöhnt durch den Ruhrpott. Durch die Dichte an Großstädten gibt es unfassbar viel zu entdecken. Ich lerne bis heute täglich neue spannende Locations kennen.

    Liebe Grüße

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