5 berühmte Orte in London, die mich enttäuscht haben

Normalerweise schwärme ich an dieser Stelle ja immer in den höchsten Tönen von London. Meine Lieblingsstadt hat so viele tolle Möglichkeiten zu bieten, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis ich meine „Da-will-ich-hin“-Liste abgearbeitet habe. Aber auch in London ist nicht alles Gold, was glänzt. Ja, manchmal erlebst du auch Enttäuschungen in London.

Du hast richtig gelesen. Einer der größten London-Fans überhaupt erzählt heute mal von Erlebnissen in der Metropole, die frustrierend waren. Davon gab es nämlich auch schon so einige.

Enttäuschungen in London: Piccadilly Circus

Welche Bilder kommen dir zuerst in den Kopf, wenn du nach klassischen Sehenswürdigkeiten in London gefragt wirst? Bei mir sind es Big Ben, die Tower Bridge, der Buckingham Palace, London Eye und eben der Piccadilly Circus und dort insbesondere die Reklametafeln am Eckhaus der Shaftesbury Avenue. Bei diesem Platz kommt mir auch immer der Vorspann der großartigen Serie „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch in den Sinn, in dem der Piccadilly Circus aus der Vogelperspektive gezeigt wird. Klar, dass ich bei meinem ersten London-Besuch diesen Platz sehen musste. Doch dieser Besuch war die erste von einigen Enttäuschungen in London. Warum? Na ja, ein klassischer Fall von „Das-habe-ich-mir-viel-größer-vorgestellt“ würde ich sagen.

Enttäuschungen in London: Harrods

Spätestens, als ich zum ersten Mal sah, wie Mr. Bean im Schaufenster des Kaufhauses Harrods die Weihnachtsgeschichte auf seine sagen wir mal eigenwillige Weise nachspielt, war mir klar: Da muss ich mal hin, wenn ich in London bin. Und da war ich auch. Bei Harrods geht jedem Shopping-Fan das Herz auf. Doch einige Dinge haben mich enttäuscht. Zunächst einmal erwarte ich von einem Nobelkaufhaus auch vernünftige Ware. Ich wollte für einen Daheimgebliebenen eine Weihnachtskugel kaufen, für stolze £10 das Stück. Ich habe lange gesucht, aber keine einzige gefunden, die nicht fehlerhaft produziert war.

Dazu habe ich einen sehr guten Orientierungssinn. Ich finde mich schnell an fremden Orten zurecht. Bei Harrods habe ich mich tatsächlich verlaufen und war froh, als ich bei meinem zweiten Besuch endlich einen Fahrstuhl (ich fahre eigentlich nie Fahrstuhl, weil ich Platzangst habe) nach unten gefunden habe, denn Rolltreppen waren dort Mangelware und der gesamte Bau sehr verwinkelt und ohne ausreichende Wegweiser. Die dritte Sache, die mich sehr enttäusch hat, waren die vielen Verkäufer, die einen von oben bis unten mit dem „Was-willst-du-hier?-Du-kannst-dir-das-doch-eh-nicht-leisten“-Blick musterten, und zwar fast in jeder Abteilung, in der ich war, außer in der völlig überfüllten Delikatessenabteilung. Das war zum Beispiel bei Selfridges und Liberty nicht der Fall. Dort habe ich mich weitaus wohler gefühlt, obwohl die Läden in der gleichen Preisklasse liegen.

Enttäuschungen in London: Borough Market

Als passionierte Marktbesucherin habe ich natürlich auch schon einige Märkte in London gesehen. Von den beiden Märkten in Notting Hill und Camden war ich zum Beispiel restlos begeistert. Es waren die beiden ersten Märkte, die ich in London aufsuchte und ich landete gleich zwei Volltreffer. Vielleicht waren meine Erwartungen deshalb etwas zu hoch, als ich den von allen Seiten empfohlenen Borough Market ansteuerte. Die Auswahl ist wirklich groß, das muss man ihm lassen. Es gibt dort Produkte, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren. Aber: Bei den Preisen verging mir der Appetit. Gucken: ja. Essen: woanders. Zudem war er viel kleiner als gedacht (vielleicht ist er ja im Sommer größer, ich war an einem regnerischen Novembertag dort).

Enttäuschungen in London: M&M‘s Store

Ich liebe M&M’s. Drum schaute ich bei meinem ersten London-Besuch auch die M&M’s World am Leicester Square an. Ich hatte im Internet schon im Vorfeld viele Fotos gesehen und wusste, dass du dort nach Farben sortierte M&M’s kaufen kannst, dazu auch allerhand Merchandising und, dass große Figuren ausgestellt sind (M&M’s laufen über die Abbey Road etc.), von denen du tolle Fotos machen kannst. Mir war klar, dass du in London wahrscheinlich etwas mehr für die M&M’s zahlen musst. Als ich die tatsächlichen Preise sah, traf mich fast der Schlag. Du zahlst teilweise den dreifachen Preis als in Deutschland. Mit welchem Recht sind die M&M’s in London so teuer? Die verkaufen kein Gold, sondern mit bunter Schokolade überzogene Erdnüsse. Und weißt du, was mich am meisten enttäuschte? Der Laden ist immer voll, meist sogar überfüllt, die Touristen lassen unfassbar viel Geld da. Dieses Konzept scheint also auch noch zu funktionieren.

Enttäuschungen in London: Tate of Modern Art

Ich bin nicht die klassische Museumsgängerin. Umso begeisterter war ich deshalb bisher immer von den vielen Museen in London, die mich eigentlich alle durchweg begeistert haben. Allen voran das National History Museum und das British Museum, aber auch das Science Museum, die National Gallery und die Queens Gallery kann ich nur wärmstens jedem London-Besucher empfehlen. Und weil ich schon so oft gehört hatte, dass auch die Tate of Modern Art ganz toll sein soll, habe ich diese an eine Freitagabend besucht.

Nun bin ich ohnehin nicht der Fan von moderner Kunst, eigentlich kann ich damit nichts anfangen. Bei uns in Bochum steht vor dem Hauptbahnhof ein hässliches rostiges Monstrum aus Stahl. Es heißt „Terminal“ und ist ein Kunstwerk von Richard Serra, für das die Stadt Bochum 1979 350.000 Mark hingeblättert haben soll. Schön ist das nicht. Es ist eher berühmt dafür, dass sich, vor allem betrunkene Herren, am Wochenende dort erleichtern. Das Ding wird auch „Die größte öffentliche Toilette Bochums“ genannt. Ein Schandfleck. Solche Teile standen auch in dem Museum. Und sicher hätte ich Eindruck schinden können, indem ich in dem Moment gesagt hätte: „Oh, die Kunstwerke sind von Serra, das sehe ich als Kennerin ja auf den ersten Blick.“ Wäre ich nicht ohne Reisebegleitung in dem Museum gewesen. Ich finde, dass man moderne Kunst mögen muss, um in der Tate of Modern Art Spaß zu haben. Ein anderer Grund für einen Besuch dieses Museums ist die neue Aussichtsplattform. Die gab es damals aber leider noch nicht. Sonst hätte ich diesen Ausflug wahrscheinlich positiver in Erinnerung behalten und nicht unter dem Kapitel „Enttäuschungen in London“ abspeichern müssen.

Und nun bist du dran: Gibt es Orte auf Reisen, die dich enttäuscht haben? Welche Sehenswürdigkeiten sind deiner Meinung nach völlig überbewertet?

 

Lust auf London? Hier bekommst du weitere Inspiration.

 



Booking.com

4 Kommentare zu “5 berühmte Orte in London, die mich enttäuscht haben

  1. Steffi

    Mein bisher einziger Besuch in der Tate Modern war leider auch nicht erfolgreich, ich bin aber ebenfalls kein Fan moderner Kunst. Trotzdem würde ich dem Museum nochmal eine Chance geben. Vielleicht habe ich beim nächsten Mal mehr Glück, es hängt ja immer stark von den aktuellen Ausstellungsstücken ab. Außerdem möchte ich gerne auf die Aussichtsplattform 🙂 Und ich mag die Strecke von der Tate über die Millenium Bridge zur St Paul’s Cathedral! Liebe Grüße, Steffi

  2. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Steffi,

    ja, die Strecke über die Millenium Bridge habe ich auch genossen und tolle Fotos machen können. Und die Aussichtsplattform werde ich irgendwann auch noch mal aufsuchen. 🙂

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Christine

  3. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Sabrina,

    Määh-Liste ist auch ein schönes Wort. 😀
    Was hat dir an Camden nicht gefallen?

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Christine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen