Souvenirs: Wie hältst du es mit den Urlaubs-Erinnerungen?

Lange habe ich überlegt, wie ich dieses Thema ansprechen könnte. Denn ich habe einen Tick – einen Sammeltick. Es gibt eine bestimmte Art von Souvenirs, nach der ich an jedem Urlaubsort Ausschau halte. Passenderweise startete die liebe Renate von Raus ins Leben zum Thema Souvenirs kürzlich eine Blogparade.

„Souvenirs, Souvenirs – was sammelst du?“, lautet Renates Frage. Sie selbst beichtet von einer gewissen Vorliebe für Tassen. Ihre Zeilen sprachen mich direkt an. Denn bereits in meiner frühesten Kindheit habe ich selber einen Tick entwickelt. „Schuld“ hat mein verstorbener Opa.

Opa reiste während seiner Rente sehr viel. Wenn er zurückkehrte, war das für meinen Bruder und mich wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern zusammen. Es war toll, dass er uns immer ganz viele Dinge mitbrachte, die es in Deutschland nicht gab, dazu erzählte er viele spannende Geschichten. Aber am meisten bewunderte ich die Wandteller, die er sich selber mitbrachte und in seinem Gästezimmer aufhängte.

Zu jedem Exemplar gab es eine Geschichte

Immer, wenn ich bei ihm in der Wohnung war – und das war fast täglich – ging ich ins Gästezimmer und schaute mir die tollen Teller an. Zu jedem Exemplar hatte Opa eine Geschichte parat und erzählte mir von seinen Reisen. Weil ich immer so fasziniert von den Tellern war, brachte er mir irgendwann aus dem Türkei-Urlaub einen eigenen Teller mit. Was war ich stolz! Von nun an sammelte auch ich.

Das erste Exemplar, das ich mir selber kaufte, unterscheidet sich maßgeblich von meinen anderen Tellern. Es zeigt einen Seehund, der „Moin Moin“ ruft. Ich kaufte ihn in Scharbeutz, als ich etwa zehn Jahre alt war. Als kleines Mädchen springt man eben eher auf niedliche Tierchen an. Alle anderen Teller zeigen Sehenswürdigkeiten oder Typisches für das jeweilige Herkunftsland.

Einen ganz besonderen Teller erstand ich in Griechenland während meiner Abschlussfahrt vor dem Abitur. Opa reiste gesundheitsbedingt nicht mehr, sodass diesmal ich etwas zu seiner Sammlung beisteuerte. Das passte ganz gut, denn seine Teller, die er eines Tages in Griechenland als angeblich hochwertige Porzellan-Stücke gekauft hatte, entpuppten sich leider als billige Fälschungen, deren Bemalung schnell abbröckelte. Heute hängt der Teller gleich neben dem Exemplar, das Opa mir aus der Türkei mitbrachte.

„Den will ich, egal wie teuer er ist“

Liebe auf den ersten Blick erlebte ich in Madrid. Nach all‘ den Jahren ähneln sich viele der Tellermotive beziehungsweise deren Stil oft sehr. In Madrid marschierte ich in einen Laden und erblickte einen Teller. Mein Gedanke: Den will ich, egal wie teuer er ist. Glücklicherweise gehörte er sogar zu den günstigen Exemplaren, was mich noch mehr freute.

Einmal hat mir meine Sammelleidenschaft eine extra Kontrolle am Flughafen in Tel Aviv eingebracht. In Nazareth hatte ich einen besonders hübschen Teller erstanden. Nun ist es in Tel Aviv so, dass dein Koffer bereits durchleuchtet wird, bevor du den Flughafen betreten darfst. Die Form des Tellers machte das Sicherheitspersonal stutzig, ich musste den Koffer öffnen und das Personal wühlte in meinen Sachen. Zum Glück haben sie den Teller nicht zerstört.

Zugegeben, mittlerweile habe ich ein kleines Platzproblem und halte bei Reisen hauptsächlich nach kleinen Tellern Ausschau. Manchmal tausche ich Teller aus, hänge neue Exemplare für einige Monate auf, bevor sie einige Monate im Schrank verschwinden und die alten wieder ausgestellt werden. Aufhören, werde ich mit dem Sammeln dennoch nicht.

Sind Souvenirs noch zeitgemäß?

Bleibt nun noch Renates Frage: Sind Souvenirs noch zeitgemäß? Ja, definitiv. Klar, ich wundere mich auch immer wieder, was für kitschiges Zeug manche Souvenirgeschäfte anbieten, aber es scheint ja Kunden dafür zu geben. Man muss den ganzen Kram ja nicht kaufen. Ich möchte auf meinen Sammeltick nicht verzichten, denn es gehört seit meiner Kindheit zu meinen Reisen dazu, Ausschau nach schönen Tellern zu halten. Erstehe ich dann einen, von dem ich genau weiß, dass dieser auch meinem Opa gefallen hätte, freut es mich gleich doppelt.

Was denkst du über dieses Thema? Hast du eine versteckte Sammelleidenschaft, von der du mir berichten möchtest? Oder findest du Souvenirs blöd? Ich freue mich über deinen Kommentar und bin gespannt auf deine Meinung!

8 Kommentare zu “Souvenirs: Wie hältst du es mit den Urlaubs-Erinnerungen?

  1. Kerstin

    Hallo Christine! Ich finde es toll, wenn man sich ein Souvenir von seinen Reisen mitnimmt. Ich bin auch leidenschaftliche Souvenirsammlerin, wobei die Art der Souvenire ständig wechselt. Früher musst ich unbedingt eine Postkarte vom Urlaubsort haben, dann waren es Magnete und in letzter Zeit kaufe ich mir immer ein Tshirt. An Teller als Souvenir habe ich noch nie geachtet, aber das wäre ja auch mal eine gute Idee 😀

  2. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Kerstin,

    oh ja, Magnete und Postkarten bringe ich auch immer mit. Nimmt ja kaum Platz im Koffer weg. 😉 Auf die Teller wäre ich ohne meinen Opa auch nie gekommen. Mein größte Angst ist immer, dass einer beim Transport zerbricht. Bisher hatte ich aber immer Glück *toi, toi, toi*

    Liebe Grüße,
    Christine

    PS: Dein Blog gefällt mir sehr gut! 🙂

  3. Renate

    Liebe Christine,

    ich freue mich, dass ich dich zu dem Beitrag inspiriert habe. 🙂 Vielen Dan, dass du an meiner Blogparade teilnimmst. Anfang September will ich eine Zusammenfassung der vielfältigen Beiträge erstellen.

    Ich müsste wirklich mal meine Kaffeebechersammlung fotografieren. Sie stehen schon übereinander im Schrank. Manche haben eine weite Reise hinter sich und ich hänge sehr an ihnen.

    Liebe Grüße
    Renate

  4. Mario

    Hi Christine,
    schöner Beitrag zur Parade! Finde ich spannend und interessant, dass es tatsächlich noch Leute gibt, die solche Teller sammeln. 🙂 Ich fragte mich schon immer, wenn ich so Teller sehe, ob die heutzutage überhaupt noch wer kauft. Jetzt weiß ich’s.
    Danke dafür! 🙂

    Viele liebe Grüße,
    Mario

  5. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Renate,

    ich bin schon sehr gespannt auf die Zusammenfassung. Anscheinend bin ich ja nicht allein mit einem Sammeltick. 😉
    Deine Kaffeebechersammlung würde mich sehr interessieren, wäre vielleicht ein schönes Foto für die Zusammenfassung.

    Ich wünsche dir einen schönen Abend,
    Christine

  6. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Mario,

    ja, jetzt ist es raus! Ich bin es, die immer diese Wandteller kauft. Am Wochenende in Windsor ist schon wieder ein neues Exemplar hinzugekommen.

    Einen schönen Abend noch,
    Christine

  7. Simone

    Hallo,
    Ich bringe immer landestypisches Essen oder Getränke mit. Dann können die Daheimgebliebenen kulinarisch an meiner Reise teilhaben. Vorteil: es sind keine „Stehrumsel“, die vielleicht gar nicht gefallen würden.
    Vg Simone

  8. Christine Autor des Beitrags

    Liebe Simone,

    ja, Köstlichkeiten nehme ich auch immer allerhand mit. Vor allem, wenn ich in Italien unterwegs bin. Da sollte ich demnächst besser mit leerem Koffer anreisen. 😉

    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend,
    Christine

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