Teatro alla Scala in Mailand: Besuch im Museum

Welches Konzerthaus fällt dir ein, wenn du nach dem berühmtesten seiner Art gefragt wirst? Ich denke sofort an die Mailänder Scala. Im vergangenen Sommer besuchte ich das berühmte Opernhaus im Herzen von Mailand – ein Text über Prunk und Enttäuschungen.

Konzerthäuser sind nicht unbedingt der Ort, an dem sich meine Altersgenossen häufiger rumtreiben. Ich bin etwas „geschädigt“ in der Hinsicht. Oder nennen wird es besser „interessiert“. Während des Studiums habe ich einige Jahre bei den Bochumer Symphonikern gearbeitet und wurde nach und nach immer neugieriger auf die großen Konzertsäle dieser Welt. Bochum hat ja nach sehr langer Zeit nun auch endlich ein eigenes Konzerthaus bekommen, das im Oktober 2016 eröffnet wurde und sehr schön geworden ist. Aber darüber berichtete ich ein anderes Mal.

Jetzt geht es um meinen Besuch der Mailänder Scala. Wenn du nun meinst, ich wäre in teurer Abendgarderobe in eine Opernvorstellung gewandert, dann täuschst du dich. Erstens interessieren mich die Gebäude selber mehr als die Kunst, die darin aufgeführt wird, zweitens fanden während meines Besuchs keine Vorstellungen statt (nur Proben, aber auch dazu komme ich später), drittens hatte ich ohnehin nicht die passende Garderobe im Gepäck und viertens unternehme ich für die Summe, die alleine eine Karte kostet, teilweise schon ganze Kurzreisen.

Aber man muss ja nicht immer eine Vorstellung besuchen, um einen Konzertsaal von innen zu sehen. Die Scala beheimatet zum Beispiel auch ein eigenes Museum, das für kleines Geld zugänglich ist. Aber von Anfang an.

Der erste Eindruck: Schock!

Mein erster Besuch in Mailand, Juli 2015, 30 Grad im Schatten: Bei einer Stadtführung blieben wir plötzlich stehen. „Das ist sie, die berühmte Mailänder Scala!“ Häää? Ernsthaft? „Schön is datt nich!“, würde man bei uns im Ruhrgebiet sagen. Ein Bau, der eher einem Amtsgebäude als einem prunkvollen Theater ähnelte. Und das am Rande der edlen Shoppingmeile Vittorio Emanuele II in dieser schicken Stadt. Das kann doch nie und nimmer die berühmte Scala sein, dachte ich. Aber doch, das war sie. Ich war bedient und brauchte fast ein Jahr für einen neuen Anlauf.

Juni 2016: Mittlerweile hatte ich mich von meinem ersten Schock erholt und eine Mission. Ich wollte die Scala von innen sehen, und zwar bei einem Museumsbesuch. Circa 15 Minuten musste ich warten bis ich endlich an der Reihe war. Der freundlich Herr an der Kasse merkte gleich aus welchem Land ich komme und schob mir einen Zettel hin. Dort stand auf mehreren Sprachen eine Nachricht. Er zeigte auf die deutschen Sätze und fragte: „Können Sie das lesen?“ Ich schaute aufs Papier: „Derzeit finden im Theatergebäude Lichtproben statt. Es kann sein, dass Sie deshalb die Bühne und den Zuschauerraum nicht anschauen können.“ Na toll, gerade das Herzstück könnte also nicht zur Besichtigung bereitstehen. „Möchten Sie dennoch das Museum besuchen?“, fragte der freundliche Herr. Ich entschied mich dafür, schließlich war ich wieder nur im Rahmen eines Tagesausflugs in Mailand unterwegs.

Nachdem ich meine Handtasche eingeschlossen hatte (das muss man), betrat ich das Museum und enterte gleich das Foyer des eigentlichen Theaters. Es ist schlicht, viel schlichter als ich es mir vorgestellt hatte. Von der Semperoper in Dresden war ich anderes gewohnt. Mehrere Kronleuchter verliehen dem Raum dennoch ein prunkvolles Ambiente, dazu zieren Büsten berühmter Opernsänger und Komponisten das Foyer. Dann startete ich einen Versuch, den Zuschauerraum zu sehen. Zwei Balkone waren für die Museumsbesucher betretbar. Leider war der komplette Raum aufgrund der angekündigten Proben abgedunkelt, sodass ich das Herzstück des Theaters nur erahnen konnte.

Originale Kleider und viel Liebe zum Detail

Ich lief weiter ins eigentliche Museum. Ganz nett, dachte ich erst, weil ich nur die ersten beiden Räume gesehen hatte, in denen historische Textdokumente, Bilder, Instrumente und Opernplakate ausgestellt sind. Doch immer, wenn ich dachte, ich habe bereits das ganze Museum gesehen, offenbarte sich noch ein Raum und noch einer und noch einer. Besonders gefiel mir die Ausstellung der originalen Kleider, die berühmte Opernsängerinnen bei noch berühmteren Aufführungen getragen haben. Da waren wirklich schöne Stücke dabei. Freunde der klassischen Musik können in einem Raum Ausschnitte aus einigen Aufführungen hören beziehungsweise sich den passenden Film anschauen.

Obwohl ich einiges, was ich sehen wollte, nicht sehen konnte, hat sich der Besuch dennoch gelohnt. Das Museum ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, teilweise sehr prunkvoll. Es war gut besucht, aber nicht überfüllt. Für eine Besichtigung solltest du circa eine Stunde einrechnen.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Die Scala ist nicht schwer zu finden. Wenn du vor dem Dom stehst, biege links in die Galleria Vittorio Emanuele II ein und gehe immer geradeaus. Wenn du die Passage verlässt, siehst du die Scala direkt auf der anderen Straßenseite.

Der Eintritt kostet 7 Euro. Studenten und Senioren (ab 65 Jahre) sind mit 5 Euro dabei. Kinder unter zwölf Jahren kommen kostenlos in die Scala, ebenso Personen mit Schwerbehinderung. Für weitere 7 Euro kannst du einen Audioguide buchen.

Das Museum öffnet täglich zwischen 9 und 17.30 Uhr (letzter Einlass ist um 17 Uhr). Geschlossen ist es lediglich am 1. Januar, an Ostern, am 1. Mai, am 15. August, am 24. Dezember (nachmittags), am 25. und 26. Dezember und am 31. Dezember (nachmittags).

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