Touristenfallen in Verona

Souvenir Magnete in Verona

Freud und Leid liegen hier oft nah beieinander: In Verona erwarten Reisende einige Touristenfallen.

Schöne Städte haben meist auch ihre Schattenseiten. Denn an beliebten Reisezielen lauern oft Touristenfallen. In diesem Blogpost verrate ich dir Touristenfallen in Verona.

Nein, Verona und ich, das war keine Liebe auf den ersten Blick. Die meisten Menschen werden beim Wort Verona wahrscheinlich direkt an sprühende Funken zwischen Romeo und Julia denken, dem vielleicht berühmtesten Liebespaar der Welt. Mir kommen direkt einige Dinge in den Sinn, die mir in Verona so gar nicht gefallen haben. Und ja, da spielen auch Romeo und Julia eine Rolle, aber dazu später mehr.

Ich reise seit 2015 mehrmals im Jahr nach Italien. Und ich bin wirklich geübt darin, Touristenfallen in Italien frühzeitig zu erkennen. Dennoch war selbst ich bei meiner Premiere in der Stadt geschockt, wie viel Nepp und Betrug Urlauber in Verona erwartet. Ich habe selten einen Ort erlebt, in dem Reisende so große Gefahr laufen, über den Tisch gezogen zu werden. Das heißt nicht, dass ich ganz Verona verteufle: Die Stadt hat viele schöne Seiten und ich habe auch tolle Erinnerungen gesammelt. Dennoch ist mir die Lust auf weitere Aufenthalte in Verona in naher Zukunft erst einmal vergangen, und ja, das hat auch mit den zahlreichen Touristenfallen zu tun, die dich dort erwarten.

Übrigens: Einige Touristenfallen, die ich dir in diesem Text nenne, erwarten dich nicht nur in Verona, sondern auch in zahlreichen anderen italienischen Städten.

Touristenfallen in Verona: Falsche Briefmarken 

Friend Post Briefmarken Nahaufnahme

Nicht nur in Verona eine Touristenfalle: Friend Post Briefmarken. Diese hier habe ich 2017 versehentlich gekauft.

Schreibst du noch Postkarten? Wenn nicht, dann kannst du direkt zum zweiten Punkt weiterscrollen. Alle anderen sollten in Verona besonders aufpassen, wenn sie Briefmarken kaufen. Seit einigen Jahren sind nämlich in den meisten Tabacchi-Läden ausschließlich GPS-Marken oder Briefmarken von Friend Post zu haben. Diese kosten nicht nur mehr, häufig kommen deine Postkarten nicht oder nur nach vielen Monaten am eigentlichen Ziel an.

Viele Urlauber wissen nicht, dass Postkarten mit GPS- bzw. Friend-Post-Briefmarken nicht von der staatlichen italienischen Post befördert werden. Du musst sie in einen Extra-Postkasten werfen, der sich meistens vor dem jeweiligen Tabacchi befindet.

Damit das alles nicht passiert, kaufe Briefmarken in Verona am besten nur in einer offiziellen Postfiliale.

Mehr zum Thema erfährst du in meinem Blogpost Vorsicht, Touristenfalle: Friend Post Italien.

Touristenfallen in Verona: ZTL-Zonen 

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Wenn du mit dem Auto nach Verona fahren solltest, dann ist dieser Punkt nun besonders wichtig für dich, denn er kann dir bares Geld sparen. Wenn du ein Schild mit der Aufschrift Zona traffico limitato siehst, dann fahre unter keinen Umständen weiter. Dabei handelt es sich um verkehrsbeschränkte Zonen, die man oft in italienischen Altstädten findet. Eine Durchfahrt ist in der Regel nur für Anwohner, Lieferanten, Polizei, Feuerwehr oder Taxen erlaubt. Diese Straßen sind kameraüberwacht. Passierst du sie ohne Erlaubnis, dann wird dir teure Post ins Haus flattern. Die Strafen für eine Durchfahrt beginnen bei circa 80 Euro. Parkst du sogar in einer dieser Straßen, bekommst du zusätzlich eine Strafe. Außerdem wird jede Durchfahrt einzeln geahndet.

Sollte dein Hotel nun in einer dieser Zonen liegen, dann solltest du dein Kennzeichen frühzeitig dem Personal durchgeben. Du kannst dann auf eine Whitelist gesetzt werden, damit du während deines Aufenthalts auch durch die Zone fahren darfst.

Touristenfallen in Verona: Gefälschte Operntickets 

Arena di Verona Innenansicht während des Opernfestivals

Ein unvergessliches Erlebnis: Eine Oper in der Arena di Verona lohnt sich sehr. Doch beim Kartenkauf musst du aufpassen.

Ich besuchte Verona zum ersten Mal, weil ich unbedingt eine Oper in der Arena ansehen wollte. Sollte das auch der Grund sein, warum du eine Verona-Reise anstrebst, ist dieser Hinweis auf eine verbreitete Touristenfalle in Verona besonders wichtig für dich: Kaufe dein Ticket in keinem Fall auf irgendeiner beliebigen Ticketseite im Internet.

Im Netz sind zahlreiche Betrüger und Schwarzhändler unterwegs. Oft sehen die Internetseiten super professionell aus. Im weniger schlimmen Betrugsfall ist dein Ticket immerhin gültig, wird aber wahrscheinlich eine horrende Servicegebühr gekostet haben. Im schlimmsten Fall werden dir im Internet gefälschte Tickets angeboten.

Ich empfehle dir, ein Ticket für eine Oper in der Arena di Verona online im offiziellen Ticketshop der der Arena di Verona zu kaufen: arena.it. Wenn du spontan ein Ticket haben möchtest, lohnt sich oft auch eine Nachfrage an der Abendkasse. Hier zahlst du den gleichen Preis wie online.

Als Alternative bliebe noch eine Buchung über GetYourGuide, wo du ganze Komplettpakete* (zum Beispiel Opernbesuch plus Stadtrundgang) bekommen kannst.

Wenn du mehr zum Thema lesen möchtest, interessiert dich vielleicht mein Blogpost Oper in der Arena di Verona: Ein Erfahrungsbericht vom Festival.

Touristenfallen in Verona: Nepp in Restaurants 

Risotto al Amarone und Amarone Rotwein in Verona

Sind rar gesät: Restaurants in der Altstadt von Verona, die sich nicht als Touristenfalle entpuppen.

Restaurants sind die Orte in Verona, wo du wohl am meisten Gefahr läufst, über den Tisch gezogen zu werden.

Zuallererst solltest du nie, wirklich niemals die Restaurants, Cafés und Bars auf der Piazza Brà oder der Piazza delle Erbe besuchen. Dort bekommst du mit großer Sicherheit qualitativ schlechte Ware zu einem extrem überzogenen Preis. Da kann ein Aperol Spritz mal schnell 12 Euro kosten und der Inhalt deines Glases zu einem Großteil aus Eiswürfeln und Sodawasser bestehen.

Auch in den Nebenstraßen der Altstadt erwarten dich viele, viele Lokale, die ihr Geld damit verdienen, Touristen schlechte Ware anzubieten. Wenn schon jemand vor dem Lokal steht und dich in einen Besuch reinquatschen will, dann geh. Jedes Mal, wenn ich in Verona auf die ausgehängten Speisekarten im Zentrum geschaut habe, passierte das. Jedes Mal wusste ich nach einer kurzen Recherche im Netz, warum, denn die passenden Google-Bewertungen zu den Lokalen waren stets unterirdisch: Die größten Touristenfallen in diesen Lokalen sind aufgewärmte Fertiggerichte und versteckte Kosten beim Coperto.

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Mehr Informationen

Coperto ist eine Gebühr für das Gedeck, die in Italien üblich ist. Die Höhe des Coperto sollte in der Speisekarte kommuniziert werden. Viele – ich nenne sie mal Touristenfallen-Restaurants – berechnen eine extra hohe Gebühr, wenn sie merken, dass dir die nötigen Sprachkenntnisse fehlen, um dich zu wehren.

Ich hatte mir tatsächlich vor meinem ersten Besuch in Verona vorab einige Restaurants herausgesucht und Tipps von Freunden geholt und hatte eine Notfall-Liste dabei, von der ich dann einige Lokale besucht habe und gut damit gefahren bin. Denn ja, sie sind zwar rar gesät, aber im Zentrum von Verona gibt es tatsächlich noch Restaurants und Cafés, die man guten Gewissens besuchen kann.

Touristenfallen in Verona: Fotogenes Eis

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Während meiner ersten Reise nach Verona wollte ich mir am frühen Abend meines ersten Reisetages ein Eis kaufen. Ich hatte mir wahnsinnig viele Sehenswürdigkeiten angeschaut und dachte mir, ich läute den Abend mit einem leckeren italienischen Gelato ein. Spoiler: Ich habe keine einzige Eisdiele im Zentrum von Verona gefunden, wo das Eis nicht zu hohen kuppelförmigen Bergen geformt wurde.

Influencer scheinen diese Berge zu lieben. Immer wieder sehe ich in den Sozialen Medien Influencer, die in Italien auf diese Touristenfalle hereinfallen und dann auch noch stolz ein Foto davon posten. Gerne verrate ich dir, warum Eisdielen, die hoch aufgetürmtes Eis verkaufen, keinen Cent von mir bekommen.

Handgemachtes Gelato artigianale erkennst du daran, dass es eben nicht weit über den Rand der Vitrine ragt. Das kann es nämlich nicht. Denn echtes italienisches Eis würde in sich zusammenbrechen, würde es über den Rand gekühlt werden. „Eisberge“ enthalten meist diverse Zusatzstoffe, damit das Eis in Form bleibt. Oft enthält es auch noch viel Luft.

Echtes italienisches Eis ist cremig, schwer und hat keine unnatürlichen Farben. Pistazieneis ist beispielsweise nicht giftgrün, sondern eher olivgrün.

Touristenfallen in Verona: Taschendiebe

Piazza Pradaval in Verona

Trügerische Leere: Rund um die Piazza Pradaval in Verona suchen sich zahlreiche Taschendiebe ihre Opfer.

Die Frage Ist Verona sicher? würde ich nach meinen bisherigen Erfahrungen klar mit Nein beantworten, auch wenn auf diversen Internetseiten andere Infos zu finden sind.

Ich bin absolut nicht zimperlich, aber ich wurde als alleinreisende Frau mit sichtbarer Gehbehinderung in Verona mehrfach im öffentlichen Raum von zwielichtigen Typen belästigt. Das alleine ist schon nicht schön.

Der Tiefpunkt meiner Erfahrung war schließlich, dass man mich am hellichten Tag unweit meines Hotels sogar ausrauben wollte. Ich wehrte mich allerdings zu sehr und man lies von mir ab.

Polizeipräsenz sah ich in Verona rund um die Sehenswürdigkeiten kaum. Diebe und Betrüger konnten in Ruhe ihrem „Geschäft“ nachgehen und gaben sich häufig nicht einmal große Mühe, verdeckt zu handeln. In Mailand habe ich das an Touristenhotspots zum Beispiel ganz anders erlebt. Da gibt es sichtbare Polizeipräsenz und einige zivile Beamte, die sich unter die Reisenden mischen und sofort einschreiten, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken.

Besonders traurig ist, dass immer häufiger Kinder klauen. Meist sind sie nicht alleine, sondern nutzen Ablenkungsmanöver.

Als besonders unsicher gelten in Verona der Bahnhofsvorplatz und die Piazza Pradaval. Beachte das, wenn du ein Hotel buchst. Ich wusste das nicht und hatte bei meinem ersten Aufenthalt in Verona ein Hotel nahe der Piazza Pradaval, da diese fußläufig zur Arena di Verona liegt.

Touristenfallen in Verona: Überkommerzialisierung 

Giulietta Statue Verona vor der Casa di Giulietta

Seit April 2026 kostet dieser Anblick Eintritt: Um die Giulietta-Statue zu sehen, musst du nun ein Ticket mit Zeitfenster buchen.

Ich verstehe, dass Städte alles dafür tun, um ihre Sehenswürdigkeiten zu vermarkten. Die Überkommerzialisierung von Romeo und Julia in Verona nimmt jedoch langsam unschöne Züge an, wie ich auch schon in meinem Text 10 Dinge, die in Verona nerven ausführlich erzählt habe.

Ich habe Verona zuletzt im Sommer 2025 besucht, also mitten in der Hochsaison. Damals musste man noch keinen Eintritt zahlen, um auf den Innenhof der Casa di Giulietta zu gelangen, wo die berühmte Giulia-Statue steht. Es war früher Nachmittag und der Hof war gut besucht, aber lange nicht so voll wie ich befürchtet hatte. Der Eingang zur Casa di Giulietta war sogar komplett leer. Ich konnte direkt bis zur Kasse durchgehen und mir das so gut wie leere Haus ansehen.

Zurück in der Heimat erzählte ich mehreren Freunden und Bekannten davon und fast alle berichteten mir, dass es auch bei ihren Besuchen gar nicht so voll war wie sie dachten. Lediglich diejenigen, die Verona am Wochenende besuchten, hatten andere Dinge erlebt.

Wegen der angeblich so hohen Besucherströme erhebt die Stadt Verona seit dem 1. April 2026 eine Eintrittsgebühr für den Innenhof. Die Zahl der Menschen, die gleichzeitig Zutritt haben, wurde von 130 auf 100 gekürzt und in der Zeit beschränkt. Der Zugang erfolgt über das Teatro Nuovo an der Piazzetta Navona (früher über einen sehr ungepflegten Eingang an der Via Cappello). Ich bin ganz ehrlich: Der Hof ist die derzeit verlangten 5 Euro (Stand August 2026) nicht wert, erst recht nicht, wenn er zeitlich begrenzt ist und 99 andere Menschen sich darum prügeln, ein Selfie mit der Giulia-Statue zu machen.

Touristenfallen in Verona: Markt auf der Piazza delle Erbe

Stände mit Ramsch auf dem Markt der Piazza delle Erbe in Verona

Ganz viel Ramsch: Der Markt auf der Piazza delle Erbe wird seinem Ruf nicht gerecht.

Wenn du meinen Blog ein wenig kennst, dann weißt du vielleicht, dass ich für italienische Märkte brenne. Ich habe sogar ein ganzes Buch über die Märkte am Lago Maggiore geschrieben. Als ich in Verona-Reiseführern las, dass auf der Piazza delle Erbe von montags bis samstags ein Wochenmarkt stattfindet, packte ich ihn direkt auf meine Muss-ich-sehen-Liste.

Als ich dort ankam, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Ja, ganz wenige Stände hatten auch Obst und Gemüse im Angebot. Das ging neben dem ganzen Ramsch aus Fernost allerdings komplett unter.

Übrigens: Auf dem Markt auf der Piazza delle Erbe ist die Taschendiebgefahr besonders hoch.

Jetzt bist du dran: Warst du schon einmal in Verona? Wie hat es dir gefallen? Bist du in eine der genannten Touristenfallen in Verona getappt? Oder hast du vielleicht sogar Ergänzungen für den Text? 

Tolle Ideen für deine Zeit in Verona sind auch diese:

Weiterlesen: Vielleicht interessieren dich auch Die schönsten Seen in Norditalien. Auch lesenswert: 8 romantische Reiseziele in Norditalien. 

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