Aufruf zur Blogparade: Fremdschämen im Urlaub

“So geht das aber nicht”, beschwerte sich die ältere Dame an der Hotel-Rezeption völlig aufgebracht. “Hier im Ort spricht ja gar keiner Deutsch!” – “Tut mir leid”, entschuldigte sich der Mann hinter dem Tresen und lächelte schief, “aber Sie sind hier ja auch in Spanien”. Dies ist nur eine Situation von vielen, die jeder bestimmt schon einmal im Urlaub erlebt hat. Er hat sich geschämt, und zwar für Fremde. Wenn auch du zu dem Thema etwas zu sagen hast, dann solltest du an meiner Blogparade mit dem Titel “Fremdschämen im Urlaub” teilnehmen.

Besagte Situation erlebte ich vor fünf Jahren auf Gran Canaria. Die Antwort des bemitleidenswerten Rezeptionisten brachte die Dame nur noch mehr auf die Palme. Sie begann laut zu schimpfen und zu drohen. Sie wollte sich beim Reiseveranstalter beschweren. Das hätte so schließlich nicht im Katalog gestanden. “Wir Deutschen sind nicht alle so”, hätte ich gerne zum Rezeptionisten gesagt, aber ich hoffte insgeheim, dass er das weiß.

Fremdschämen im Urlaub: Wenn Rheinland auf Italien trifft

Einen weiteren einprägsamen Fremdschäm-Moment erlebte ich vor einem Jahr. Ich saß in einem Restaurant in Stresa am Lago Maggiore und hatte gerade bestellt. Da kam plötzlich ein – ebenfalls älteres – Ehepaar um die Ecke gewackelt und brüllte im breitesten Rheinländisch Richtung Kellner: “Mir sin widder do!” Ein großes Fragezeichen erschien auf dem Gesicht des Kellners. Die beiden setzten sich und brabbelten weiter auf ihn ein. Warum auch sich die Mühe machen und ein paar Vokabeln der Landessprache lernen und benutzen? Ein “Ciao” oder “Grazie” ist ja schließlich nicht schwer. Da die beiden sich so gar keine Mühe gaben und erwarteten, dass die Italiener eben Rheinländisch lernen, brauchte es drei Kellner, die ihre gesamten Deutsch-Kenntnisse zusammenkratzten und Hände und Füße einsetzten, um die Bestellung der beiden aufzunehmen.

Kaum waren die drei Kellner verschwunden, machte sich die Frau an dem Brot zu schaffen, das auf ihrem Tisch stand. Das Problem: Sie aß es nicht. Sie brach immer einige Krümmel ab und warf sie Richtung der umliegenden Tische. Es dauerte natürlich nicht lange bis sich zahlreiche Tauben versammelten und die Leute, die an diesen Tischen saßen und in Ruhe essen wollten, belästigten. Die Kellner schalteten schnell und baten die Dame, dies zu unterlassen. Statt ihren Fehler einzusehen echauffierte sich die Dame daraufhin über die ach so unhöflichen Italiener.

Es waren Situationen wie diese, die mich auf die Idee zu dieser Blogparade brachten. Ich würde gerne wissen, ob ich immer nur diese komischen Menschen im Urlaub treffe, oder ob es dir genauso geht?

Fremdschämen im Urlaub: Die wichtigsten Fakten zur Blogparade im Überblick

Thema: Fremdschämen im Urlaub

Zeitraum: 14.07.2018 bis 13.10.2018

So nimmst du teil:

  • Schreibe einen Beitrag zum genannten Thema.
  • Nenne und verlinke meinen Blog in deinem Beitrag.
  • Poste den Link zu deinem Beitrag im Kommentarfeld unter diesem Text.
  • Am Ende der Blogparade fasse ich alle Texte zusammen.

Mögliche Fragen, die du beantworten kannst:

  • Schämst du dich überhaupt für andere?
  • Welche Situationen lösen bei dir Scham hervor? Bei jedem liegt die Grenze ja anders. Wo liegt sie bei dir?
  • Wann hast du dich für andere geschämt? Waren es überhaupt Landsleute, für die du dich geschämt hast?
  • Eine Freundin erzählte mir neulich, dass sie beobachtete, wie sich Deutsche auf einer Kreuzfahrt am Buffet danebenbenahmen. Daraufhin gab meine Freundin sich als Engländerin aus, weil sie sich so schämte. Würdest du deine Herkunft verleugnen, nur weil sich andere nicht benehmen können? Oder hast du es vielleicht schon einmal getan?
  • Waren die Leute, die zu deiner Fremdschäm-Situation geführt haben, einsichtig, als man mit ihnen darüber reden wollte? Bei meinen beiden Beispielen war dies ja nicht der Fall.

Ich freue mich auf interessante wie skurrile Beiträge und bin schon ganz neugierig auf deine Anekdoten zum Thema Fremdschämen im Urlaub.

4 Kommentare zu “Aufruf zur Blogparade: Fremdschämen im Urlaub

  1. Daniela Feickert

    Hallo Christine,

    na, da bin ich mal gespannt, ich habe keinen speziellen Beitrag zu diesem Thema, aber Erlebnisse diesbezüglich hatten sicherlich viele.

    Mir fällt immer wieder eine Geschichte ein. Ein Andenkenladen in Cala Millor, zwei ältere Damen mit sächsischem Dialekt haben einen jungen spanischen Verkäufer immer wieder nach Koffergurten gefragt. Hat sich eher nach “goffergurden” angehört, natürlich hat der Verkäufer es nicht verstanden und beim Verlassen des Ladens haben sich die beiden darüber ausgelassen, dass es doch wohl nicht sein kann, dass die hier immer noch kein Deutsch können…………

    Hallo??? Manchmal ist man dann wirklich sprachlos……..

    Liebe Grüße Daniela von http://travelmixbestager.de/

  2. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Daniela,

    oh ja, die Situation, die du schilderst, ist einer dieser typischen Fremdschäm-Momente. Da möchte man am liebsten im Boden versinken.

    Liebe Grüße,
    Christine

  3. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Brina,

    ich danke dir für deinen schönen Beitrag. Bei den meisten Fremdschäm-Momenten kann man ja nur noch den Kopf schütteln. Die Dame, die grundsätzlich um 13.50 Uhr Mittag isst und der Liegen-Kipper sind ja Frechheit fast nicht mehr zu überbieten. Unfassbar.

    Schönen Sonntag und liebe Grüße,
    Christine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen