Italienisch lernen: Tipps und Tricks für Autodidakten

Wenn ich mich mit anderen Menschen über meine Italien-Leidenschaft unterhalte, kommt früher oder später immer eine Frage: Sprichst du auch Italienisch? Na ja, sagen wir mal so: Ich arbeite dran.

Bevor ich das erste Mal im Sommer 2015 zum Lago Maggiore fuhr, begann ich damit, Italienisch zu lernen. Zeit für einen Sprachkurs, so ganz klassisch in der Volkshochschule oder am Sprachinstitut meiner Uni, hatte ich aufgrund meiner damaligen suboptimalen Arbeitszeiten nicht. Aber es gibt ja zum Glück noch viele andere Methoden, um eine Sprache zu erlernen. Ich habe in den vergangenen Jahren einige Dinge ausprobiert. Wenn du also auch Italienisch lernen möchtest, dann habe ich vielleicht ein paar Tipps für dich.

Italienisch lernen: Sprach-App

Ja, ich weiß. Das ist alles andere als ein Geheimtipp. Den Grundstein meiner Italienisch-Kenntnisse legte ich mit einer Sprach-App. Um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen, erste Vokabeln und etwas Grammatik zu lernen, war das tatsächlich eine gute Wahl. Doch irgendwann wurden aus den kurzen Lektionen, die ich in zehn Minuten am Abend auf der Couch machte, regelrechte Monsterlektionen, die mich 30 Minuten und länger beschäftigten. Nach einem langen Tag im Büro konnte ich so viel Stoff nicht mehr aufnehmen. Aus den täglichen Italienisch-Lektionen, wurden wöchentliche und schließlich verlor ich gänzlich die Lust am Lernen. Doch mein Vorhaben ganz aufgeben? Nein, das kam nicht in die Tüte. Ich suchte nach Alternativen, und wurde fündig.

Italienisch lernen: Sprachkalender

Seit dem 1. Januar probiere ich einen Sprachkalender aus. Dies ist ein Kalender, der jeden Tag eine kurze Italienisch-Lektion für dich bereithält. Mal erweiterst du deinen Wortschatz, mal geht es um Grammatik oder du bekommst interessante Infos über Land und Leute. Bisher schaffe ich es tatsächlich, am Ball zu bleiben und lerne so jeden Tag ein bisschen. Aber für absolute Anfänger würde ich den Kalender nicht empfehlen. Viele Lektionen im Januar oder Februar hätte ich ohne Vorkenntnisse nicht verstanden.

Italienisch lernen: Pinterest

Ja, auch mit Pinterest kann man Italienisch lernen. Wie? Ich nutze es, um Vokabeln zu wiederholen. Zufällig entdeckte ich in meinen Pin-Vorschlägen kürzlich Sprachtafeln mit Vokabeln zu bestimmten Themen. Seitdem sammle ich sie auf einer eigenen Pinnwand und schaue zwischendurch immer mal wieder rein und wiederhole so wichtige Begriffe, die man auch im Alltag gut gebrauchen kann.

Italienisch lernen: Youtube

Diese Lernmethode habe ich aktuell für mich entdeckt. Auf Youtube existiert fast jedes international erfolgreiche Lied in einer italienischen Version inklusive Songtext zum Mitlesen. Diese Lernmethode kannst du gut verwenden, wenn du eigentlich schon zu müde fürs Vokabeln-Büffeln bist. Anfangs habe ich aufgrund der Sprachgeschwindigkeit immer langsame Lieder gewählt (es gibt viele Cover von Ed-Sheeran-Songs). Mittlerweile traue ich mich auch an die schnelleren Nummern.

Italienisch lernen: Auf dem Weg zur Arbeit

Wenn ich vor oder nach der Arbeit im Stau stehe (und im Ruhrgebiet ist eigentlich immer Stau) und merke, dass ich immer genervter werde, dann schmeiße ich meine CD mit den italienischen Liedern an, um nicht durchzudrehen. Klappt auch. Bei italienischer Musik bekomme ich eigentlich immer gute Laune. Und ich schule nebenbei mein Hörverständnis.

Italienisch lernen: Sprachkrimis

Okay, dieser Tipp ist auch eher etwas für Leute mit ein paar Vorkenntnissen. Ich habe mir einen Sprachkrimi („Dieci minuti per morire“) zugelegt, zwar einen für Anfänger (Sprachniveau A1), aber ich freue mich und bin ein wenig stolz, dass ich die Handlung gut verstehe. Bald werde ich mich an einen schwereren Krimi trauen.

Italienisch lernen: Rätselblöcke

Mit der italienischen Grammatik stehe ich ja ein wenig auf Kriegsfuß. Deshalb habe ich mich entschieden, sie auf spielerische Art zu erlernen. Es gibt für kleines Geld Rätselblöcke, in denen auch allerhand Aufgaben zur italienischen Grammatik zu finden sind. Sie sind übrigens auch ein netter Begleiter, um auf Reisen Wartezeit zu überbrücken.

Da ich aber ohnehin eher der „Learning-by-doing“-Typ bin, lerne ich die Sprache am allerbesten während meiner Aufenthalte in Italien.

Was ist mit dir? Lernst du gerne Sprachen? Wie erlernst du eine neue Sprache? Welche Sprachen würdest du gerne können?

 

4 Kommentare zu “Italienisch lernen: Tipps und Tricks für Autodidakten

  1. Barbara

    Ich lerne auch vielseitig: Ich besuche schon seit längerem einen Kurs an der Volkshochschule. Das schöne dabei ist, dass wir als Stammgruppe von Semester zu Semester weiter gehen und uns schon so gut kennen, dass miteinander reden keine Hemmung mehr ist.
    Sprachen-App hab ich auch gemacht, da ist es mir wie dir ergangen. Aber zum Anfangen und auffrischen hat´s gepasst. Auch mit Musik mache ich viel – da merke ich immer wieder Sachen und kriege ein Gefühl für die Sprache.

    In Italien selbst versuche ich viel mit Einheimischen zu plaudern. Mir kommt vor, die Italiener freuen sich da besonders darüber, und bessern aber auch aus, was ich total wichtig finde, um sich zu verbessern!

    Ich mag auch die zweisprachigen Bücher. Da steht eine Geschichte dann links auf Italienisch, auf der rechten Seite auf deutsch. So kann man erstmal den Sinn erfassen und sich dann an die einzelnen Sätze wagen.

    LG Barbara

  2. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Barbara,

    beim Sprechen hatte ich anfangs immer Hemmungen, da ist so ein VHS-Kurs natürlich super.
    Mittlerweile traue ich mich aber auch in Italien zu sprechen. Da habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht wie du. Man merkt oft regelrecht die Freude bei den Einheimischen, dass man sich Mühe gibt, die gleiche Sprache zu sprechen. Das hat mir die Hemmungen genommen.

    Viel Spaß noch bei deiner Reise. Ich verfolge jeden Tag, wie es dir ergeht. 😉

    Tanti saluti,
    Christine

  3. Theresa

    Hi,

    toller Beitrag. Gerade heute hab ich noch mit einem Freund darüber gesprochen, dass ich mein Italienisch mal wieder auffrischen sollte. Mir hat beim Sprachen lernen immer die Herausforderung geholfen. Ich lese dann immer Bücher und schaue Filme in den entsprechenden Sprachen. Oft welche, die ich bereits kenne – dann ist es einfacher. Der Anfang ist so zwar immer hart, doch irgendwie fällt mir es so einfacher die Sprache im richtigen Gebrauch zu verstehen, als das Standard „das ist Lisa. Sie kommt aus Deutschland und mag Schinken.“

    Liebe Grüße, Theresa

  4. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Theresa,

    man meint nicht, wie viel hängenbleibt, wenn man sich – selbst ohne Masterplan – mit einer Sprache beschäftigt. Das wundert mich immer wieder. Und ja, es stimmt, die Dialoge in manchen Lehrbüchern sind sehr weit weg von dem, was man täglich gebrauchen kann.

    Viel Erfolg noch beim Lernen!

    Ciao,
    Christine

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