Fluglust und Flugfrust: Diese 6 Erlebnisse im Flugzeug haben mich geprägt

Geht dir das auch so? Sobald ich im Flugzeug sitze, die Maschine den sicheren Boden verlassen hat und meine schweißnassen Hände langsam trocknen, entert Reinhard Meys Klassiker mein Gehirn.

Und jetzt alle: Zwo, drei, vier. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …“ Na, hast du nun einen Ohrwurm? Ich hatte sofort einen, als ich den Aufruf von Michaela von „Ella Happylicious“ zu ihrer Blogparade las. Sie möchte nämlich alles über unsere skurrilsten Flugerlebnisse wissen. Das Prädikat „skurril“ hat vielleicht nicht alles verdient, was ich bisher erlebt habe, aber dennoch möchte ich dir von meinen prägendsten Erfahrungen im Flugzeug berichten.

1. Mein erster Flug
Das erste Mal flog ich in den Osterferien 1996 im Alter von neun Jahren. Das Ziel: Gran Canaria. Ich freute mich sehr auf das neue Erlebnis, alles war spannend. Die Tatsache, dass man nur einen Koffer und ein Handgepäckstück mitnehmen durfte, der Sicherheitscheck und natürlich der Ausblick über den Wolken. Während unseres Aufenthalts in Spanien brannte der Flughafen in Düsseldorf, von dem wir auch gestartet waren und wo wir landen sollten, weshalb ein großes Thema während des Urlaubs die Organisation der Rückkehr via Flughafen Köln/Bonn war.

2. Mein schlimmster Flug
Mir wird heute noch schlecht, wenn ich an meinen Rückflug aus Madrid im Frühjahr 2014 denke. Drei Tage war ich mit einigen Arbeitskollegen dort, hatte in der Zeit nicht viel geschlafen. Dazu kam, dass ich spanisches Essen überhaupt nicht vertrage und mir deshalb sowieso tagelang dauerübel war. In dem Zustand stieg ich also ins Flugzeug, dass dann – wie sollte es auch anders sein – natürlich noch in Turbulenzen geriet. Ich war völlig fertig mit den Nerven, als wir endlich landeten. Und nassgeschwitzt. Zu dem Zeitpunkt war ich mir sicher, nie wieder ein Flugzeug zu besteigen. Na ja, oder zumindest vorerst nicht …

3. Mein schönster Flug
Genau zwölf Monate später fand mein schönster Flug statt, denn ich durfte die Landung vom Cockpit aus erleben. Da ich nicht weiß, inwiefern der Kapitän und sein Co-Pilot mir das überhaupt gestatten durften, werde ich keine weiteren Details nennen. Nur so viel: Das nenne ich Ausblick!

4. Meine stürmischste Landung
Ein Flug, an den ich dagegen weniger gerne denke, führte mich im November 2015 nach London. Eigentlich war alles gut – bis zur Landung. „Ich glaube nicht, dass der Pilot das im Griff hat“, stotterte ich noch in Richtung meiner Reisebegleitung. Hatte er. Nach der Landung merkten wir, was los war. Es stürmte so heftig, dass es mich fast vom Rollfeld fegte. Bei diesen schlechten Wetterverhältnissen hatte der Pilot einen super Job gemacht.

5. Mein langwierigster Start
Die gleiche Reise, ein anderer Flug. Auch meine Rückkehr aus London im November 2015 war Nervensache. Die Erinnerung an die Landung vom Hinflug sorgte bei mir dafür, dass mir schon im Zubringerbus extrem schlecht wurde. So ging es mir immer noch, als ich endlich im Flugzeug saß. Als wir gerade fertig zum Start waren, begann es kurz zu schneien. Fünf Minuten, die uns zweieinhalb Stunden Wartezeit im Flieger einbrachten, denn Flugzeug und Startbahn mussten erst vom Schnee befreit werden. Der Pilot hielt es leider nicht für nötig, die Passagiere darüber zu informieren, was geschieht. Stattdessen sagte er in den Lautsprecher: „Was passiert hier? Das ist aber ungewöhnlich. Sowas hatten wir ja noch nie.“ Sätze, die ich NIEMALS aus dem Mund eines Piloten hören möchte.

6. Mein nervigster Sitznachbar
Und nun kommen wir zu dem unangenehmsten Menschen, der mir jemals im Flugzeug begegnete. Es ging im Oktober 2014 von Dortmund nach London. Neben mir saß ein Herr, der vor dem Start lautstark im breitesten hessischen Dialekt seiner hinter ihm sitzenden Familie von seinen – entschuldige das Wort – Kotzerlebnissen im Flieger berichtete. Als er damit endlich fertig war, sagte er zu seinen Kindern: „Ihr wisst schon, dass wir nun eine Woche lang nichts essen. London ist zu teuer.“ Sofort begannen die beiden zu weinen und zu schreien und terrorisierten die anderen Passagiere. Statt den Kindern nun zu erklären, dass dies ein schlechter Scherz gewesen sei, begann der Herr einen Streit mit seiner Frau. Schließlich war sie schuld, dass seine Kinder zu „verweichlichten Versagern“ erzogen würden. So ein Flug nach London kann sehr lang sein. Als wir endlich dort waren und aussteigen wollten, nahm sich eine andere Frau, die auch in der Nähe dieser schrecklich netten Familie saß, die Ehefrau des Monsters zur Seite: „Sagen Sie mal, wie halten Sie es mit dem nur aus? Ich hätte den schon längst vergiftet.“

Und nun bist du dran: Erzähle mir von deinen prägendsten Erfahrungen im Flugzeug. Fliegst du gerne oder eher nicht? Was machst du gegen Flugangst?

8 Kommentare zu “Fluglust und Flugfrust: Diese 6 Erlebnisse im Flugzeug haben mich geprägt

  1. Ella

    Man sieht mal wieder: Im Leben von vielfliegenden Menschen ist einiges geboten 🙂 Ich freue mich sehr über deine Teilnahme an meiner Blogparade! Danke <3 Liebe Grüße, Ella

  2. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Ella,

    ja, langweilig wird es definitiv nie. Das stimmt! 😉 ich danke dir für die tolle Inspiration und hoffe, dass noch viele andere Blogger von ihren Erlebnissen im Flugzeug berichten.

    LG,
    Christine

  3. Igor (7 Kontinente)

    Hej Christine… hat ja noch alles gut geendet. Bei meinem Flug von LA nach Hawaii began die rechte Turbine während dem Start nach einem knall heftig an zu rauchen, bis das Flugzeug dennoch ich die Luft abgehoben ist. Die erste Stunde war für mich sehr unangenehm, aber was will man schon machen?

  4. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Igor,

    Oh Gott, dagegen sind meine Erlebnisse ja nichts. Ich wäre wahrscheinlich komplett durchgedreht. Zum Glück ist alles gut ausgegangen!

  5. Oliver Huber

    Hey,
    nachdem ich öfters fliege ist der Check in für mich immer das nervtötendste. Geprägt hat mich da eine Szene aus dem Film „Up in the Air“ mit George Clooney, der suchte sich beim Check in immer die Reihe aus, in dem die meisten Asiaten stehen. Warum? Die sind durch organisiert. Irgendwie ist daraus ein Tick geworden, mach ich mittlerweile genauso 🙂 Ob die Reihe dann auch immer die schnellere ist, keine Ahnung. Jedenfalls ist daraus eine Gewohnheit geworden.

  6. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Oliver,

    oh ja, der Check-in kann sehr nervig sein. Aber der Tipp mit den Asiaten ist gut, da werde ich in Zukunft mal drauf achten.

    Einen schönen Abend noch,
    Christine

  7. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Julie,

    vielen Dank, das freut mich.
    Manchmal hätte es für meinen Geschmack auch ein bisschen weniger Aufregung sein können. 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Christine

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