Ein Muss in Brescello: Besuche das Don-Camillo-Museum

Klingelt es bei dir in den Ohren, wenn du Brescello hörst? Genauso, wie ich bei Lönneberga sofort an den kleinen Michel denken muss, steht die italienische Stadt für mich für Don Camillo und Peppone. Und weißt du was? Es gibt in Brescello sogar ein eigenes Don-Camillo-Museum. Ich habe es besucht.

Als ich beschloss Brescello einen Besuch abzustatten, war mir eigentlich klar, dass ich mir auch das Don-Camillo-Museum anschauen möchte. Im Internet hatte ich nur Gutes über das Museum gelesen. Deshalb freute ich mich umso mehr, mich persönlich davon zu überzeugen, ob die Eindrücke auch stimmen. So fuhr ich an einem Sonntag im Juni sehr früh vom Lago Maggiore nach Brescello und ergatterte einen Parkplatz direkt vor dem Museum. Aber bevor ich weiterschreibe, muss ich erstmal eine Frage stellen: Weißt du überhaupt, wer Don Camillo und Peppone sind? Ich erkläre es dir gerne.

Don-Camillo-Museum: Wer sind überhaupt Don Camillo und Peppone?

Gerade der jüngeren Generation dürften Don Camillo und Peppone nicht unbedingt ein Begriff sein. Don Camillo ist ein katholischer Pfarrer und Peppone ein kommunistischer Bürgermeister. Beide leben in Brescello und existierten nicht wirklich. Sie sind Kunstfiguren, die der Autor Giovannino Guareschi schuf. Die Romane erschienen zwischen 1948 und 1969 und waren ein großer Erfolg. Denn sie bildeten die gesellschaftlichen Probleme der damaligen Zeit ab. Schwieriger Stoff, denkst du nun vielleicht. Auf der einen Seite schon. Auf der anderen Seite sind die Handlungen unfassbar unterhaltsam, was an Don Camillo und Peppone liegt. Beide sind nämlich sehr schlagkräftig und schlitzohrig und lassen keine Gelegenheit und keinen Trick aus, um ihren Standpunkt durchzusetzen. Wenn es sein muss, greifen sie auch zu Methoden, die – sagen wir mal – nicht ganz so sauber sind.

Leben gaben den Figuren die Schauspieler Fernandel (Don Camillo) und Gino Cervi (Peppone), die in den erfolgreichsten Don-Camillo-Filmen die Hauptrollen übernahmen. Vielleicht hast du ja schon einen oder mehrere der fünf Filme gesehen. Rund um Ostern und Weihnachten laufen sie häufig im Fernsehen. Wenn du sie noch nicht kennst, kann ich sie dir nur ans Herz legen.

Don-Camillo-Museum: Lage, Tickets und Öffnungszeiten

Brescello ist nicht sehr groß. Das Örtchen in der Nähe von Parma hat gerade einmal 5600 Einwohner. Das Museum, das offiziell “Museo di Peppone e Don Camillo” heißt, findest du in der Via De Amicis 2. Ich habe es – ohne es beabsichtigt zu haben – bei meinem Ausflug nach Brescello direkt angesteuert. Rein konnte ich aber noch nicht, da das Museum sonntags erst um 9.30 Uhr öffnete und ich schon um 7.15 Uhr da war. Die Öffnungszeiten des Museums findest du hier

Eine Eintrittskarte für das Museum kannst du dir direkt im Museum übrigens nicht kaufen: Die bekommst du nur in der Touristeninfo direkt gegenüber vom Museum. Sehr schön: Die Eintrittskarte gilt gleich für alle drei Museen von Brescello. Neben dem Don-Camillo-Museum kannst du dir noch das Museo Brescello e Guareschi und das Museo Archeologico anschauen.

Wenn du kein Italienisch sprichst, musst du dir keine Sorgen machen. Da die Don-Camillo-Filme bis heute in Deutschland so populär sind, besuchen größtenteils deutsche Reisende Brescello. Obwohl ich in der Touristeninfo auf Italienisch vortrug, was ich haben möchte, antwortete die nette Dame auf Deutsch. Gut zu wissen: Auch von der Website des Museums gibt es eine deutsche Version.

Don-Camillo-Museum: Was du alles sehen kannst

Für mich hatte sich der Museumsbesuch schon nach wenigen Augenblicken ausgezahlt. Denn die Mitarbeiterin im Tourismusbüro und die Museumsmitarbeiterin hatten, bevor ich das Museum betrat, schon miteinander telefoniert. Das Ergebnis: Als ich das Don-Camillo-Museum betrat, empfing mich die unvergleichliche Titelmelodie der Don-Camillo-Filme. Während ich also die Treppe in den ersten Stock zum Museum aufstieg und erste Filmutensilien und Filmplakate bestaunte, fühlte ich mich, als würde ich mittendrin stehen in der Szenerie der bekannten Streifen, die ich schon so oft gesehen habe.

Diesen Anruf, sobald jemand ein Ticket für die Museen kauft, scheint die Dame aus dem Tourismusbüro übrigens immer zu tätigen. Denn jedes Mal, nachdem das Telefon im Museum klingelte, schaltete die Mitarbeiterin des Museums die Titelmelodie ein und kurz drauf betrat ein Besucher breit grinsend den Raum. Wundere dich also nicht, wenn du beim Ticketkauf gefragt wirst, ob du jetzt gleich ins Don-Camillo-Museum gehst. Die Frage hat einen Grund. Je mehr ich darüber nachdenke, tun mir die Mitarbeiter im Museum leid. Sie hassen die Titelmelodie mittlerweile bestimmt abgrundtief …

Das Museum selbst ist nicht besonders groß, bietet aber einige bekannte Gegenstände und interessante Exponate, sofern man die Filme gesehen hat. Ein Hingucker sind zum Beispiel das Motorrad mit Beiwagen, das Don Camillo und Peppone nutzten, und mehrere Fahrräder oder Gegenstände aus der Wohnung von Don-Camillo oder anderen bekannten Figuren der Filme. Dazu gibt es – unter anderem – Unmengen von alten Zeitungsausschnitten, Karikaturen von Don Camillo und Peppone, ein nachgebautes Büro von Peppone und ein kleines Modell von ganz Brescello – inklusive Kirche und Rathaus natürlich.

Sehr schön: Bei vielen Requisiten sind direkt die Filmszenen auf Fotos dargestellt. Zudem gibt es allerhand Informationen zu der Entstehung der Filme und Hintergrundinfos zu den Dreharbeiten. Und weißt du was? Fast alle Erklärungen sind auch auf Deutsch. Ich war zwar nur 45 Minuten im Museum, hätte mich – sofern ich alles durchgelesen hätte – aber noch viel länger in Museum und Museumsshop aufhalten können. Sollte ich noch einmal in der Nähe von Brescello sein, werde ich wieder dort halten, mir dann aber alle drei Museen des Orts anschauen.

Jetzt bist du dran: Kennst du die Don-Camillo-Filme? Magst du sie? Bist du Don-Camillo-Fan oder magst du lieber Peppone? Warst du mal in Brescello? Oder vielleicht sogar im Don-Camillo-Museum? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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Weiterlesen: Mehr über meinen Ausflug nach Brescello erfährst du in diesem Blogpost.

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