Rezension: Tutto Bene von Andrea Di Stefano

Wenn ich nicht am Lago Maggiore sein kann, dann träume ich mich gerne dorthin. Dies geht perfekt mit der passenden Literatur, wie Tutto Bene, dem neuen Lago-Maggiore-Krimi von Andrea Di Stefano.

Hinter dem Pseudonym Andrea Di Stefano verbergen sich die beiden Journalisten Andreas und Stephan Lebert. Die Brüder sind schon länger Lago-Maggiore-Fans als ich. Bereits seit mehr als zehn Jahren fahren sie regelmäßig an Italiens schönsten See. Es ist nicht das erste gemeinsame Buchprojekt, aber das erste unter dem Pseudonym Andrea Di Stefano. Als Anna Friedrich veröffentlichten die beiden die „Holly“*-Reihe, in der es um Verbrechen im Umfeld der gleichnamigen Frauenzeitschrift geht. Max Landorff ist das Pseudonym, unter dem sie die Thriller der “Regler“*-Reihe publizierten. Auch dort zieht es die Hauptfigur Gabriel Tretjak – im zweiten Band der Reihe* – zum Lago Maggiore, aber um diese Bücher soll es hier nicht gehen, sondern um Tutto Bene und die Hauptfigur: Lukas Albano Geier.

Tutto Bene: Der Inhalt

Geier ist ein ehemaliger Polizist, der seit ein paar Jahren in einem Turm über dem Ort Maccagno am Ostufer des Lago Maggiore lebt. Einige Jahre zuvor hatte der passionierte Musiker mit Tutto Bene überraschend einen weltweiten Sommerhit gelandet und sich aus seinem alten Leben zurückgezogen. Er wohnt nun an seinem Sehnsuchtsort: Am Lago Maggiore verlebte er als Kind unbeschwerte Sommer mit seinen Eltern und verliebte sich zum ersten Mal.

Sein altes Leben war alles andere als unbeschwert: Als Experte für Zeugenschutz war Geier in München dafür zuständig, sich neue Biografien für V-Leute auszudenken, wenn die weitere Recherche im Milieu für diese zu gefährlich wurde.

Geier genießt sein neues Leben und die Ruhe am See. Doch eines Tages ist es mit der Idylle vorbei: In einem noch nicht eröffneten Hotel in Luino wird eine Frauenleiche gefunden. Auf ihrem Arm ist mit Kugelschreiber die Telefonnummer von Geier notiert. Plötzlich ist überhaupt nichts mehr „bene“. Als Kommissarin Cristina Conte vor Geiers Tür steht, hat er eine Befürchtung: Könnte es sein, dass ihn sein altes Leben einholt?

Tutto Bene: Mein Fazit

Ich habe dieses wunderbare Buch quasi weggeatmet. Das passiert mir sonst ausschließlich mit Büchern von Jo Nesbo: Ich hatte die knapp 300 Seiten in weniger als 24 Stunden gelesen und war dann ganz enttäuscht, als das Buch zu Ende war. Ich hätte nämlich noch gerne mehr von den Leuten am See in ihrer kleinen Welt gelesen.

Als Lago-Maggiore-Fan merkt man sofort, dass sich das Autorenduo bestens am See auskennt und die Region liebt. Die beiden schaffen es, mit ihren Worten genau diese Szenerien zu beschreiben, die man als Reisender am See vorfindet. Düfte, Bilder und Geschmäcker werden greifbar und sofort setzte bei mir diese Sehnsucht ein … Viele der beschriebenen Orte im Buch, wie Ascona oder Cannobio, kenne ich gut und selbst mein geliebtes Stresa kommt vor, was mich ganz besonders freute.

Durch die Ich-Perspektive, in der Geier das ganze Geschehen erzählt, hat man ab der ersten Seite eine besondere Verbindung zur Hauptfigur. Doch nicht nur Ex-Polizist Geier ist gelungen. Mir gefielen vor allem die zahlreichen Nebenfiguren, die manchmal sehr einfach wirken und plötzlich Dinge sagen, die so tiefgründig sind, dass ich wirklich längere Zeit über die eine oder andere Aussage nachdenken musste.

Die kurzen Kapitel (zwischen 1 und 10 Seiten) und die damit verbundenen schnellen Wechsel von Themen und Handlungsorten tragen positiv zum Spannungsbogen bei. Ab der Mitte des Buches hatten die Autoren es geschafft, dass ich jeder genannten Person im Krimi wirklich alles zugetraut hätte. Verstärkt wird dieses Verwirrspiel durch das Milieu, in dem Geier sich in seinem alten Leben bewegte. Die Thematiken Zeugenschutz und V-Leute haben mich gefesselt.

Am Ende bleiben ein paar Fragen offen. Wenn das nicht die perfekte Voraussetzung für weitere Bücher wäre … Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn das nicht der letzte Fall von Lukas Albano Geier gewesen ist. Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mit der Reiseplanung für meine nächste Fahrt zum See. Denn da die meisten im Buch genannten Orte (Restaurants, Straßennamen etc.) real existieren, werde ich mich bei meiner nächsten Lago-Maggiore-Reise mal auf die Spuren von Ex-Polizist Geier begeben.

Tutto Bene: Umfang und Preis

Tutto Bene von Andrea Di Stefano ist bei FISCHER Scherz erschienen, umfasst 288 Seiten und kostet 14,99 Euro. Wenn du es haben möchtest, kannst du es hier direkt bestellen*. Es gibt sogar auch schon eine Hörbuch-Version, die du hier bekommst*.

Ich danke dem Verlag FISCHER Scherz, der Agentur Mondello sowie Andreas und Stephan Lebert für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Meine Meinung bleibt – wie immer – dadurch unbeeinflusst.

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