Santa Caterina del Sasso am Lago Maggiore: Eremitenkloster in besonderer Lage

Santa Caterina del Sasso Aufmacher 2 bearbeitet NEU kleinSind dir auf Reisen eigentlich schon einmal Orte oder Sehenswürdigkeiten begegnet, an denen immer schlechtes Wetter ist? Bei mir ist das immer der Fall, wenn ich in der Nähe von Santa Caterina del Sasso am Lago Maggiore bin. Das Eremitenkloster gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten am See. Zu Recht, wie ich unlängst herausgefunden habe.

Die Region rund um den Lago Maggiore ist ein Landstrich voller Legenden und Mythen. So soll ausgerechnet ein Unglücksfall für eines der schönsten Bauwerke am Ostufer verantwortlich sein. Wenn ich mir die berühmteste Legende, die sich um die Entstehung des Klosters rankt, näher anschaue, ist es vielleicht doch kein Zufall, dass immer schlechtes Wetter ist, wenn ich das Kloster besuche …

Santa Caterina del Sasso: Der Mythos

Santa Caterina del Sasso Bild 3 bearbeitet klein1170 soll ein reicher Tuchhändler namens Alberto Besozzi auf dem Lago Maggiore in einen schweren Sturm geraten sein. Er schwor, dass er all seinen Besitz abgebe und in Zukunft als Einsiedler leben würde, sofern er das Unglück überlebe. Er überlebte, hielt Wort und wohnte fortan in einer Uferhöhle.

1195, als die Pest die Region fest im Griff hatte, soll dem Einsiedler ein Engel erschienen sein, der die Errichtung einer Kirche vor der Höhle forderte. Alberto tat, was der Engel verlangte und errichtete eine Kapelle. So jedenfalls besagt es eine von mehreren Legenden, die sich um den Bau der Kapelle ranken.

In einer anderen Legende ist zum Beispiel der zweite Teil der Geschichte etwas anders. Darin heißt es, dass Einheimische 1195 aufgrund der Pest Besozzi aufsuchten und ihn baten, für sie zu beten. Er tat, worum man ihn bat. Und tatsächlich: Die Einheimischen blieben von der tödlichen Krankheit verschont und bauten ihm zu Ehren die Kapelle.

Santa Caterina del Sasso: Die Baugeschichte 

Santa Caterina del Sasso Bild 4 bearbeitet kleinWas damals wirklich geschah, ist nicht sicher zu rekonstruieren: Fakt ist aber, dass die heutige Klosteranlage Santa Caterina del Sasso über viele Jahrhunderte direkt an einem Felsen gebaut worden ist. Kern des Komplexes ist die Kapelle, die der Heiligen Katharina von Ägypten geweiht ist.

Die ursprüngliche Einsiedlerei mit der Kapelle, die durch Besozzi oder die Einheimischen errichtet worden sein soll, bauten Dominikaner im 13. Jahrhundert zu einem Kloster um. Sie starteten 1230 mit dem Oratorium und dem kleinen Konvent. Die meisten Bauarbeiten erfolgten zwischen 1300 und 1320. Erst im Jahr 1450 sind die Treppenhäuser errichtet worden, die die einzelnen Gebäudeteile miteinander verbinden. Die Anlage entwickelte sich schnell zu einem beliebten Wallfahrtsort und musste in den folgenden Jahrhunderten gleich mehrmals erweitert und umgebaut werden.

Im 20. Jahrhundert drohte das Kloster aufgrund seiner besonderen Lage auseinanderzubrechen und musste ab 1970 aufwändig restauriert werden. Das gesamte Fundament der Klosteranlage wurde mit Stahlzügen gesichert, die im Berg verankert sind. So sollen Bodenverschiebungen vermieden werden. Seit der Wiedereröffnung im Jahr 1986 ist das Eremitenkloster Santa Caterina del Sasso ein Besuchermagnet am Ostufer des Sees.

Santa Caterina del Sasso: Was du alles sehen kannst 

Santa Caterina del Sasso Bild 5 bearbeitet kleinGerade die lange Bauzeit über viele Jahrhunderte macht die Klosteranlage so besonders. Der Kirchturm ist zum Beispiel im 14. Jahrhundert während der Romantik errichtet worden, wohingegen du an der Fassade zahlreiche Dekorationen aus der Renaissance entdecken kannst.

Auf jeden Fall besuchen solltest du die Kapelle. Denn dort ist Alberto Besozzi in einem Sarkophag bestattet worden. Hingucker in der Kapelle sind zudem zahlreiche Fresken, die vor allem aus dem Barock stammen. Einige der Fresken sind leider durch Feuchtigkeitsschäden zerstört worden. Beeindruckt war ich auch von den vielen Gemälden, Statuen und sonstigen Verzierungen, die mir auf dem Areal begegneten. Es lohnt, sich Zeit zu nehmen und den Komplex genau zu betrachten. Fast hätte ich zum Beispiel die historische Weinpresse aus dem Jahr 1769 übersehen, die auf dem Innenhof zwischen Kapelle und Konventsgebäude steht.

Auch wenn du dich nicht für Religion und Kirchen interessierst, ist ein Ausflug zum Kloster Santa Caterina del Sasso lohnenswert. Von dem Gelände aus hast du einen atemberaubenden Ausblick auf den Lago Maggiore.

Santa Caterina del Sasso: Anreise und weitere Infos

Santa Caternia del Sasso Bild 6 bearbeitet kleinEs gibt mehrere Wege, um das Kloster in Leggiuno zu erreichen. Ich steuerte es bei meinem ersten Besuch mit dem Auto an. Ich unternahm damals einen Roadtrip um den Lago Maggiore und Santa Caterina del Sasso war einer der wenigen Punkte, die ich auf meiner Route fest als Haltepunkt einplante. Oberhalb des Klosters ist ein großer Parkplatz. Von dort aus kannst du das Kloster über einen Aufzug erreichen. Dieser sichert auch einen barrierefreien Zugang. Ich konnte damals noch eine Treppe benutzen, aber diese ist seit einiger Zeit gesperrt. Eine gute Idee ist auch die Anreise mit dem Schiff: Das Kloster im Felsen wirkt von der Seeseite aus magisch. Geradezu mystisch wirkt es bei Regenwetter.

Übrigens: Offiziell heißt das Kloster Santa Caterina del Sasso Ballaro. Das „del Sasso“ weist schon im Namen darauf hin, dass die Anlage auf einem Felsen steht. Das „Sasso Ballaro“ bedeutet „Wackelfelsen“ und könnte an eine Steinlawine erinnern, die 1640 Richtung Anlage rutschte, aber noch rechtzeitig zum Stillstand kam (andere Quellen besagen, die Lawine kam im 18. Jahrhundert). Ein Fels, der im Kirchendach hängenblieb, stürzte erst 1910 ab. Glück und Unglück liegen an der wunderschönen Klosteranlage am Ostufer des Lago Maggiore eben ganz nah beieinander.

Jetzt bist du dran: Warst du schon einmal im Eremitenkloster Santa Caterina del Sasso? Bist du mit dem Auto oder dem Schiff angereist? Wie hat dir das Kloster gefallen? Gibt es andere Klöster oder Kirchen in der Region, die du empfehlen kannst?

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