London: 10 Gründe, warum du Greenwich besuchen solltest

Mein erster Besuch in Greenwich resultierte aus einem Missverständnis: Es war ein trüber Sonntagmittag im Oktober, an dem ich mit dem Schiff von der Station Tower Pier bis zum Ausstieg Westminster Pier fahren wollte. Von dort wollte ich eine kleine Shoppingtour starten. Es war ziemlich voll und so dauerte es locker 20 Minuten bis ich meine Fahrkarte hatte. Am Zustieg standen zwei Schiffe, beide waren bereit zur Abfahrt. Die Kartenkontrolleure waren sehr hektisch und verteilten die Menschen auf die Boote. Ich fragte die Dame, die meine Karte kontrollierte, welches Schiff Richtung Westminster fährt. Sie zeigte auf eins, das ich dann betrat. Doch dieses Schiff sollte niemals in Westminster ankommen …

Zunächst lief alles nach Plan. Das Schiff startete, ich hatte einen tollen Platz und machte fleißig Fotos. Als wir Richtung Tower Bridge fuhren statt Richtung Westminster machte ich mir zunächst noch keine Gedanken. “Das Boot wird bestimmt erst drehen”, dachte ich. Als das Schiff aber so gar nicht umdrehen wollte, sondern unter der Tower Bridge durchfuhr, dämmerte es mir. Ich war auf dem falschen Schiff. Statt nach Westminster ging es völlig unverhofft nach Greenwich. Mit diesem Stadtteil hatte ich mich bis zu diesem Zeitpunkt kaum auseinandergesetzt, hatte nur ein wenig darüber gelesen. Doch das war mein Glück.

Selten mache ich mich auf Reisen völlig unvorbereitet auf den Weg. Ich habe eigentlich immer einen Plan und Ziele, die ich ansteuern möchte. So wollte ich auch zunächst in Greenwich das nächste Schiff zurück nach Westminster nehmen. Schon als ich von Bord ging hatte ich diesen Plan verworfen. Denn shoppen kann ich schließlich immer.

Der Stadtteil hatte was, war so anders als die Stadtteile von London, die ich bis dato kennengelernt hatte. Ich ließ mich durch die Gassen treiben und merkte schnell, dass das Betreten des falschen Boots der beste Fehltritt der gesamten Reise war. Denn Greenwich ist wirklich wunderschön. Gerne erläutere ich dir, warum auch du diesen Ort besuchen solltest.

1. Weil der Nullmeridian in Greenwich ein Muss bei einem London-Besuch ist

Bei meinem ersten Spaziergang durch Greenwich besuchte ich natürlich auch den Nullmeridian (und bei meinen folgenden Ausflügen in diesen Stadtteil auch immer). Er ist meiner Meinung nach DIE Sehenswürdigkeit in Greenwich überhaupt. Es ist der Ort, wo sich Osten und Westen der Erde treffen, ist der Bezugspunkt für Datum und Weltzeit (Greenwich Meantime). Was heißt das? Dass ein Weltzeit-Tag offiziell dann beginnt, wenn am Nullmeridian Mitternacht ist.

2. Weil du London in Greenwich von seiner maritimen Seite sehen kannst

Als ich meinen Eltern erstmals von Greenwich erzählte, habe ich es als eine Mischung aus London und Travemünde beschrieben. Denn Greenwich hat einerseits so viel, was typisch für London ist. Doch es hat auch so viel Maritimes, wie eben Travemünde, der schönste Stadtteil von Lübeck, den ich mit meinen Eltern regelmäßig seit meiner frühesten Kindheit besuche. Schon wenn du den Stadtteil per Boot ansteuerst, fällt dir sofort das große Segelschiff Cutty Sark ins Auge. Dies ist ein ehemaliger Tee- und Wollklipper, der heute als Museumsschiff zugänglich ist. Zudem gibt’s in Greenwich zahlreiche Museen mit maritimen Themenschwerpunkt, allen voran natürlich das National Maritime Museum. Dieses beherbergt circa zwei Millionen Exponate aus dem Seefahrstbereich und gilt als größtes Museum mit diesem Themenschwerpunkt weltweit.

3. Weil Greenwich voller großartiger Museen ist

Apropos Museen: Greenwich ist voll von sehenswerten Museen. Viele Ausstellungen sind sogar kostenlos zu besichtigen. Einen Besuch wert sind vor allem das bereits genannte Maritime Museum, das Queen’s House, das Royal Observatory und das weltweit einzige Fächermuseum.

4. Weil du im Greenwich Park wunderbar entspannen kannst

Wenn du London von seiner entspannten Seite kennenlernen möchtest, bist du in Greenwich beziehungsweise im Greenwich Park genau richtig. Der 73 Hektar große königliche Park mit seinen Gebäuden zählt seit 1997 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Viele der bereits angesprochenen Museen gehören zum Park. Dazu kannst du dort wunderbar picknicken, radeln oder spazieren gehen. Und im Frühling und Herbst kommt jeder Fotograf auf seine Kosten, wenn die Bäume blühen beziehungsweise die Blätter sich verfärben. Ein toller Ort, um den Trubel der anderen Stadtteile mal einen Augenblick hinter sich zu lassen.

5. Weil du in Greenwich die beste Aussicht auf die Skyline der City of London hast

Apropos Park: Wenn du ihn passiert hast, um den Nullmeridian zu besuchen, geht es ein kleines Stück steil bergauf. Der Aufstieg lohnt: Oben vor dem Royal Observatory hast du einen großartigen Ausblick auf die City of London. Das schreit förmlich nach einer Fotopause. Ich weiß gar nicht wie viel Zeit ich schon dort oben verbracht habe, um die Aussicht zu genießen.

6. Weil ein Bummel über den Greenwich Market sich lohnt

Okay, er hat nicht die Ausmaße wie die Märkte in Camden oder Notting Hill, aber lohnenswert ist der Greenwich Market dennoch. Sieben Tage die Woche, jeweils von 10 bis 17.30 Uhr, kannst du auf dem Greenwich Market shoppen. Es gibt alles: Antiquitäten, Selbstgemachtes, Kleidung, Schuhe, Schmuck, Souvenirs und vieles mehr. Rund herum sind auch nette kleine Shops und Cafés. Am besten gefällt mir dort immer die große Anzahl an Ständen mit Street Food. Ich habe schon mehrfach auf dem Markt gut und vor allem günstig gegessen. Kleiner Tipp: Ich halte mich meist an die Stände, an denen Geschäftsleute aus dem Viertel ihre Mittagspause verbringen. Die wissen meist, wo es am besten schmeckt.

7. Weil du in Greenwich unter der Themse herlaufen kannst

Die Themse kannst du in London an zahlreichen Stellen überqueren. Viele Brücken gehören zum Stadtbild und ermöglichen es dir, sämtliche Teile der Stadt bequem zu erkunden. In Greenwich kannst du die Themse sogar unterirdisch passieren. Ein 370 Meter langer Fußgängertunnel macht es möglich. Da er ein öffentlicher Fußweg ist, ist er auch 24 Stunden am Tag geöffnet. Der Zugang ist barrierefrei möglich, an beiden Enden gibt’s Fahrstühle. Der Eingang in Greenwich ist gleich in der Nähe der Cutty Sark.

8. Weil du in Greenwich ein 4,500.000.000 Jahre altes Obejekt berühren kannst

Wenn du mal etwas berühren möchtest, das genau so alt ist wie unsere Erde oder die Sonne, dann bist du in Greenwich genau richtig. Im Astronomie Center des Royal Observatory kannst du einen Meteoriten anfassen. Nach seiner Entstehung kreiste er erst durch das Sonnensystem und stürzte schließlich über Afrika ab. Die Einwohner benutzten Teile des Meteoriten, um sich Werkzeuge daraus zu formen. Der Engländer J. E. Alexander entdeckte Teile des Meteoriten 1836 und schickte Proben nach London. Nach genauen Untersuchungen wurde bestätigt, dass die Teile nicht von dieser Welt sind. Der Eintritt in die Ausstellung, die übrigens auch sonst sehr sehenswert ist, ist frei.

9. Weil Greenwich eine riesige Anzahl an sehenswerten historischen Gebäuden hat

Ich war mittlerweile schon einige Male in Greenwich und entdecke bei meinen Spaziergängen durch den Stadtteil immer neue Dinge. Der gesamte Ort wirkt irgendwie etwas aus der Zeit gefallen. Es gibt dort viele viktorianische und gregorianische Gebäude. Da an jeder Ecke Sehenswürdigkeiten lauern, kann man leicht den Blick für die Umgebung verlieren. Aber genaues Hinschauen lohnt. Die Wohnhäuser in Greenwich sind wunderschön. Plane deshalb bei deinem Ausflug nach Greenwich unbedingt auch Zeit ein, um den Ortsteil bei einem Spaziergang auf dich wirken zu lassen.

10. Weil du in Greenwich einmalige London-Souvenirs erstehen kannst

Wenn du noch nach schönen London-Souvenirs suchst, dann solltest du unbedingt den Shop von Hartwig Braun besuchen. Der deutsche Künstler bietet in seinem Laden Arty Globe am Greenwich Market tolle bunte Kunstdrucke seiner London-Zeichnungen an. Dazu hat er viele weitere erschwingliche Produkte im Angebot, die du in keinem anderen Souvenir-Shop in London findest.

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