Tierpark Bochum: Zoobewohner hautnah erleben

Gibt es Orte aus deiner Kindheit, die du auch heute noch gerne besuchst? Orte, bei denen die kindliche Freude und viele Erinnerungen plötzlich wieder da sind? Bei mir ist es der Tierpark Bochum, den ich kürzlich nach fast vierjähriger Abstinenz gleich zweimal innerhalb einer Woche aufsuchte. Und plötzlich waren viele Erlebnisse aus der Kindheit wieder sehr präsent.

Für Tiere habe ich mich schon als Kind immer begeistert. Das ist auch bis ins Erwachsenenalter so geblieben, jedenfalls, wenn es um Säugetiere geht. Bei Reptilien klatsche ich nicht unbedingt in die Hände, wenn ich welche erblicke. Aber auch da mache ich Ausnahmen. Als mein Bruder und ich klein waren, gehörten regelmäßige Tierpark-Besuche in Bochum zum Alltag. Denn wir hatten eine Zeit lang eine Dauerkarte.

Meine Mutter hat mir kürzlich noch erzählt, dass ich sie als kleines Mädchen im Kinderwagen immer dazu überreden wollte, ein Meerschweinchen aus dem Tierpark zu entführen. Damals lebten im begehbaren Streichelzoo noch allerhand Meerschweinchen und Kaninchen und angeblich soll es damals zu einigen Diebstählen gekommen sein. Ich bekam erst mit 10 Jahren mein erstes Meerschweinchen und nein – wir haben es in der Zoohandlung gekauft, das schwöre ich.

Im Streichelzoo hatte ich einige Jahre später noch ein weiteres besonderes Erlebnis. Als Kaninchen und Meerschweinchen schon längst in ein geeigneteres Gehege umgezogen waren, besuchten wir mit unserer Schulklasse den Tierpark. Ich war acht Jahre alt und begutachtete gerade mit meiner besten Freundin Steffi begeistert die vielen Ziegen im Streichelzoo, als eine Ziege fürchterlich zu schreien begann. Nur wenige Augenblicke später ploppte eine Babyziege aus ihr heraus. Heute finde ich es interessant, dass ich bei so einem Moment dabei war. Damals waren wir allerdings ein wenig verstört …

Tierpark Bochum: Ein Zoo im Wandel

Wenn ich an den Tierpark Bochum denke, dann fällt jemandem in meinem Alter auch sofort Max ein. Max war ein Braunbär und es gab eine Generation in Bochum, da kannte jedes Kind Max. Er wurde 1976 im Bochumer Tierpark geboren. Weil seine Mutter in verstieß, zog ihn der damalige Tierpark-Chef Eduard Stirnberg von Hand auf.

Max war viele Jahre das erste Tier, das man zu Gesicht bekam, wenn man den Tierpark betrat. Anfangs hauste er in einem Gehege, das man als Kind nicht einsehen konnte, ohne von einem Erwachsenen auf den Arm genommen zu werden. Irgendwann bekam Max, der zwischenzeitlich mit der Bärin Teddy zusammenlebte und acht Kinder zeugte, ein neues Gehege. Er hatte mehr Platz und nun konnten auch Kinder ihn problemlos sehen. Denn die viel zu hohen Mauern und, wenn ich mich recht erinnere, auch der Graben, verschwanden. Max war nun durch eine bodenlange Scheibe zu sehen.

Als Max 2003 nach einem Wirbelsäulenschaden eingeschläfert werden musste, war ich ernsthaft traurig. Denn mit ihm ging jemand, der mich durch meine Kindheit begleitet hatte.

Aber Max und sein Gehege sind ein schönes Beispiel für den Wandel im Tierpark Bochum. Insbesondere in den vergangenen 20 Jahren sind die Gehege nach und nach erneuert worden. Die Tiere bekamen mehr Platz und es wurden auch die (kleinen) Besucher bei der Planung berücksichtigt, sodass die heutige Kindergeneration kein Problem hat, die Tiere im Tierpark Bochum ohne die Hilfe eines Erwachsenen zu sehen.

Tatsächlich kenne ich keinen anderen Zoo, bei dem sich in den letzten Jahren so viel getan hat, insbesondere in Sachen artgerechter Haltung. Ich besuche aber auch keinen anderen Zoo so regelmäßig wie den Tierpark Bochum.

Tierpark Bochum: Die neuen Asienwelten

Bodenlange Scheiben wie bei Max gibt es auch in den Asienwelten, die im Juli 2020 eröffnet wurden. Sie sind der Grund, warum ich nach mehrjähriger Abstinenz wieder den Tierpark Bochum besuchte. Denn ich nahm kürzlich an einem Instawalk durch den Tierpark Bochum teil, im Zuge dessen vor allem die neuen Asienwelten vorgestellt wurden.

Und weißt du was? Die neue Welt im Schatten des Bismarckturms ist wirklich toll geworden und soll Einblick geben in die Tierwelt Südostasiens. Neun neue Tierarten sind dazu in Bochum eingezogen: Stachelschweine, Kurzkrallenotter, Binturongs (vom Aussehen her eine Mischung aus Katze, Bär und Mader), große Beos, Kragentauben, Straußwachteln, Schlankloris, Sugar Glieder und Langohrigel. Die drei letztgenannten Tierarten kannst du in einem Nachttierhaus sehen. Dort wird der Tag-Nacht-Rhythmus für die Tiere der Dunkelheit umgekehrt. Die Besucher können sie also während der normalen Tag-Öffnungszeiten aktiv erleben.

Besonders die Otter haben es mir angetan, denn durch die bodenlangen Scheiben kann man die drei kleinen Kerlchen, die aus Italien nach Bochum kamen, wunderbar beim Spielen, Schwimmen und Fressen beobachten.

Ich war so begeistert von den neuen Asienwelten, dass ich sechs Tage nach dem Instawalk, an meinem Geburtstag, nochmal in den Tierpark fuhr, um mir alles noch einmal in Ruhe anzuschauen.

Tierpark Bochum: Was du sonst noch alles sehen kannst

Auch fernab der neuen Asienwelten kannst du im Tierpark Bochum einiges sehen: Erdmännchen, Nasenbären, Kattas, Flamingos, Riesenschildkröten, Keas, Präriehunde, verschiedene kleine Affenarten (Totenkopfaffen, Weißbüscheläffchen, Zwergseidenaffen, Lisztaffen), Kune Kune (Schweine), Alpakas, Ziegen, Meerschweinchen, Gürteltiere, unzählige Fische, Vögel und Reptilien und noch so einiges mehr.

Am liebsten bin ich immer in den Nordseewelten, wo – unter anderem – Seehunde und Humboldt-Pinguine leben. Dort durfte ich kürzlich während des Instawalks sogar rein und war ganz verzaubert, als ein Seehund plötzlich auf mich zurobbte. Die Nordseewelten machen ihrem Namen übrigens alle Ehre. Wenn du die Augen schließt und Geräusche wie Gerüche auf dich wirken lässt, kannst du echt auf die Idee kommen, gerade an der Nordsee zu sein. Sein Übriges tun die Strandkörbe, die dort auf Sand platziert sind und wo ich an meinem Geburtstag zum Beispiel eine kleine Pause gemacht habe, um Geburtstagskuchen zu frühstücken.

Seit 1996 heißt der Tierpark Bochum übrigens offiziell Tierpark + Fossilium Bochum. Denn seitdem findest du im Terrarien- und Aquarienhaus circa 50 Vitrinen, die die fossilen Verwandten der heute im Tierpark lebenden Tiere zeigen. Die Ausstellungsstücke sind Funde aus der Sammlung des Präparators Helmut Leich, der 1919 in Bochum-Harpen geboren wurde und 2016 im Alter von 97 Jahren starb. Seit 1984 war er ehrenamtlich für den Vorstand des Tierparks Bochum aktiv.

Für mich eher uninteressant, aber ein Highlight für die kleinsten Besucher ist sicherlich der Spielplatz inmitten des Zoos, der mittlerweile 1000 Quadratmeter groß ist und als zoologischer Bewegungsspielplatz bezeichnet wird. Wer mal klettern möchte wie ein Affe oder rutschen will wie ein Pinguin kann dies dort ausprobieren. Gleich daneben ist der Tierpark-Kiosk mit Sonnenterrasse, wo du es dir gutgehen lassen kannst. Aber nicht nur dort, kannst du eine kleine Rast machen. Generell gibt es an vielen Stellen im Park Tische und Bänke, das ist mir bei meinen letzten Besuchen positiv aufgefallen.

Positiv aufgefallen sind mir da auch die vielen wunderschönen themenbezogenen Bemalungen von Wänden oder Gehegen. Besonders gelungen finde ich zum Beispiel die Pinguine an den Nordseewelten.

Tierpark Bochum: Der Zoo als Erlebnisort

Der Bochumer Zoo ist mittlerweile nicht mehr nur ein Ort, um Tiere anzuschauen, er ist ein Erlebnisort. Von meinem Instawalk habe ich ja vorhin schon kurz berichtet. In einer kleinen Gruppe konnten wir Fotofreunde auf einem geführten Rundgang durch den Zoo laufen und Fotos machen. Mein Highlight waren die Besuche des Seehund- und Pinguin-Geheges und auch zu den Erdmännchen und Alpakas durften wir rein. Wer wollte, konnte sogar eine Schlange streicheln, aber da habe ich mich mal dezent ausgeklinkt. Das Ganze fand in Zusammenarbeit mit der Bochumer Touristeninformation (Stadtportal Bochum) statt. Wenn dich sowas interessiert schaue mal auf der Homepage des Stadtportals vorbei, ob aktuell Instawalks buchbar sind.

Neben einem Instawalk kannst du auch professionelle Fotoworkshops buchen, die regelmäßig im Tierpark stattfinden. Beim Instawalk habe ich gemerkt, wie schwer es ist, Tiere zu fotografieren und finde die Idee, einen professionellen Fotografen im Tierpark Tipps geben zu lassen wirklich gut.

Eine schöne Idee sind auch die Picknick-Dinner, die im Sommer im Tierpark Bochum stattfanden. Wenn du immer schon direkt neben den Seehunden oder den Erdmännchen essen wolltest, ist das vielleicht eine passende Veranstaltung für dich. Ein tolles Erlebnis ist es allemal. Eines der ersten Dinner war am gleichen Tag wie der Instawalk und ich war überrascht, wie viele Menschen dieses besondere Abendessen gebucht hatten. Die Atmosphäre war wirklich toll mit der Abendstimmung und den teils neugierigen Tieren, die schauten, was da so passierte.

Den Tierpark hautnah erleben kannst du auch beim Patenschaftstag. Wenn du eine Patenschaft für ein Tier übernimmst, hast du nicht nur für die Zeit der Patenschaft freien Eintritt im Tierpark, du wirst auch einmal im Jahr zum Patenschaftstag eingeladen, wo die Paten exklusive Einblicke erhalten. Ich war selbst schon einmal beim Patenschaftstag, denn mein Bruder hatte mir mal eine Patenschaft für einen Nasenbären geschenkt.

Toll finde ich auch, dass du für Geburtstage, Junggesellenabschiede oder sonstige Anlässe Fütterungen beziehungsweise Tierkontakte, unter anderem mit Pinguinen oder Seehunden, buchen kannst.

Wenn es nicht immer gleich der Tierparkbesuch sein soll, habe ich noch einen weitere Tipp für dich: Gleich neben dem Tierpark befindet sich das österreichische Restaurant Franz Ferdinand. Dort kannst du auf der Terrasse mit Blick auf die Flamingos schlemmen.

Tierpark Bochum: Was du sonst noch wissen musst

Der Tierpark Bochum befindet sich in der Klinikstraße 49, direkt am Stadtpark, ist barrierefrei zugänglich und hat an jedem Tag im Jahr geöffnet. Heiligabend und Silvester gelten allerdings besondere Öffnungszeiten. Die aktuellen Eintrittspreise kannst du hier auf der Website des Tierparks einsehen. Dort erhältst du auch einen Zooplan und kannst somit schon vor deinem Besuch den kürzesten Weg zu deinem Lieblingstier recherchieren.

Jetzt bist du dran: Gehst du gerne in den Zoo? Warst du vielleicht schon einmal im Tierpark Bochum? Wie hat es dir dort gefallen? Hast du noch den Braunbären Max gesehen? Oder kennst du schon die neuen Asienwelten? Und hast du eigentlich ein Lieblingstier? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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