Aus dem Leben einer Bloggerin: Der Umgang mit Hasskommentaren

Jeder, der im Netz aktiv ist, wird über kurz oder lang leider unschöne Erfahrungen machen müssen: Hasskommentare. Ich selber hatte lange Glück und es dauerte ewig, bis ich richtig unverschämte Nachrichten bekam. Seit einiger Zeit landet aber leider regelmäßig Quatsch und Beleidigendes in meinem Postfach. So wie neulich wieder …

Es war ein Mittwochabend und ich dachte an nichts Böses. Ich wollte kurz nochmal meine Website checken und dann den Computer für diesen Tag runterfahren. Da entdeckte ich einen neuen Kommentar zu meinem Text: „Pleiten, Pech und Pannen: Ein Tag am Gardasee“. Darin beschreibe ich einen Tag, an dem wirklich alles schief ging, ich aufgrund einer Lebensmittelunverträglichkeit im Hotel ein paar Probleme hatte, von einer Frau aufgrund meiner deutschen Herkunft beschimpft wurde, Einheimische mich über den Tisch ziehen wollten und, und, und. Es war einfach ein Tag zum Vergessen. Das gibt es ja manchmal.

Der – wahrscheinlich – Mann schrieb (nicht wundern, die Rechtschreibefehler habe ich alle drin gelassen): typisch deutsch, mecker, mecker, wir fahren seid 45 an den lago, so schreckliche Erlebnisse hatten wir nie, aber das mag vielleicht auch am Menschen liegen. wir freuen uns jedes Jahr drauf und dementsprechend verhalten wir uns auch. auch fructosen, laktosen, soziophobien usw. entstehen eigentlich nur, wenns jemand zu gut geht a la Christine, am lago gibt’s tolle ecken, tolle menschen, zur rechten Zeit am rechten Ort, wer ahnungslos durch Touristenfallen und Hotspots läuft wie Sirmione, braucht sich nicht wundern.“ 

Ich gehe fest davon aus, dass der Mensch mir unter Pseudonym schrieb. Denn die angegebene Mailadresse von „Albert Einstein“ war falsch. Damit ist das einer dieser Kommentare, die nicht nur an Frechheit kaum zu überbieten sind, sondern auch kaum an Feigheit. Doch wie reagiere ich als Reisebloggerin nun auf so etwas?

Der Umgang mit Hasskommentaren: Verschiedene Lösungsansätze

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um auf Hasskommentare im Internet zu reagieren: Man kann zum Beispiel in eine Diskussion gehen, die Nachricht ignorieren oder auf sarkastische Art antworten. Mittlerweile habe ich schon alles ausprobiert und eine goldene Regel, an die ich mich immer halte, wenn mir jemand keinen Respekt entgegenbringt oder beleidigend wird: Ich diskutiere nicht mit Vollidioten! Wer sich so respektlos verhält wie „Albert Einstein“, hat keine Minute meiner Lebenszeit verdient. Solche Kommentare schalte ich nicht frei und lösche sie. Eine Antwort gibt es nicht. Punkt.

Erst hatte ich in diesem Fall aber tatsächlich kurz überlegt, ob ich meinen Grundsatz nicht ausnahmsweise mal über Bord werfen soll. Denn wie paradox ist das? Jemand hetzt unter dem Pseudonym des Menschen, dem folgendes Zitat zugerechnet wird: „Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“. Das hätte ich ihm schon gerne in einer sarkastischen Nachricht aufs Butterbrot geschmiert. Aber ganz ehrlich: Ich bezweifelte, dass mein Gegenüber genug Intellekt hat, um so eine Antwort ausreichend zu würdigen.

Selbstverständlich darf jeder seine eigene Meinung haben. Und ja, natürlich schalte ich Kommentare mit anderen Meinungen frei, allerdings nur, wenn man seiner Meinung auch Ausdruck verleihen kann, ohne das Gegenüber zu beschimpfen oder zu beleidigen. Für sachliche Diskussionen bin ich immer offen. Nur leider ist das Internet ein Ort, wo oft nicht sachlich diskutiert wird.

Der Umgang mit Hasskommentaren: Wie ich früher reagierte

Ein weiterer Tipp, den ich kürzlich von einem Bloggerkollegen bekam, ist ebenfalls Gold wert. Er sagte: „Egal, was du mit deiner Website erlebst, tappe nie in die Rechtfertigungsfalle.“ Heißt: Ich stecke sehr viel Arbeit in meine Website. Ich überdenke genau, was ich erzähle und wie ich es erzähle. Wenn „Albert Einstein“ mich oben provozieren will, indem er einfach behauptet, ich sei selber schuld an einer Krankheit, dann ist der erste Reflex: Wie bitte? Das stimmt doch nicht! Und man überlegt schon im Kopf, wie man sich aus dieser Behauptung herausargumentiert. Hier solltest du dringend stoppen: Du musst dich nämlich nicht rechtfertigen, nur weil ein Verfasser eines Hasskommentars sich was zusammenphantasiert. Einfach ignorieren ist die gesündere Lösung. Sonst kann er nämlich immer weiter provozieren und du rechtfertigst dich wieder und das geht dann immer so weiter.

Ich weiß das aus Erfahrung, denn ich bin auch schon in die Rechtfertigungsfalle getappt. Ich hatte mich in einem meiner Blogposts kritisch über Instagrammerinnen geäußert, woraufhin sich eine Dame besonders angesprochen fühlte. Sie wollte, dass ich den Text „sofort offline” nehme, weil sie sich „voll viel Mühe mit Insta“ gibt.

Ich begann mich für meine geschriebenen Worte und meine Meinung zu rechtfertigen. Erst  versuchte ich es mit logischen Argumenten. Ich erläuterte ihr auch, was es mit Meinungsfreiheit und Demokratie auf sich hat. Und ich erklärte, dass ich auf meiner Website auch meine Meinung äußere.

Doch das brachte nichts. Mit jeder Antwort lieferte ich ihr die Möglichkeit für neue Beleidigungen. Als sie immer frecher wurde, änderte ich die Strategie. Ich löschte alle ihre Kommentare und beschloss, auf nichts mehr zu reagieren. Das machte sie dann so fuchsig, dass sie mich auch noch auf Instagram und Pinterest beschimpfte, was ich aber erst viel später feststellte, als ich mal in die Nachrichtenanfragen schaute. Irgendwann hörte es auf.

Der Umgang mit Hasskommentaren: Ein weiteres Beispiel

Für die Ignoranz von beleidigenden Kommentaren spricht auch eine weitere Geschichte. Ich habe einige Jahre bei einem Verein der Fußball-Bundesliga als Redakteurin des Vereinsmagazins gearbeitet. Da bekamen wir häufig Leser-Zuschriften und in schöner Regelmäßigkeit waren auch da wirklich beleidigende Dinge bei. Bei besonders unverschämten Menschen nahmen wir uns die Zeit, um zu schauen, ob wir was im Netz über die Verfasser herausfinden konnten. Wir wollten einfach verstehen, was das für Typen waren. Und einmal fanden wir tatsächlich einen Herrn, der extra eine Website angelegt hatte, auf der er selbstverfasste Beschwerdebriefe an große Firmen und Fußballvereine veröffentlichte. Auch die Antworten veröffentlichte er und machte sich anschließend darüber lustig. An diese Geschichte erinnere ich mich bei jedem Hasskommentar, den ich bekomme, und denke mir: Nein, ich liefere keine Munition für eine eventuell existierende Website.

Kürzlich erhielt ich einen unschönen Kommentar von einem Menschen, der ähnlich gestrickt war wie der Herr mit der eigenen Website. Es ging um eine Lappalie. In einem Nebensatz eines Textes habe ich geschrieben, dass am Westufer des Lago Maggiore mehr Touristen unterwegs sind als am Ostufer. Dies ist einfach ein Fakt und auch keine Wertung in Richtung Westufer gut, Ostufer schlecht. Oder: Besuche das Westufer und meide das Ostufer.

Nun fühlte sich der Herr, der mir schrieb, aber alleine durch diesen Nebensatz schon so angegriffen, dass er mir direkt im ersten Satz „Schwachsinn“ unterstellte und mir dann bis ins kleinste Detail ausführte, warum das Ostufer besser ist. In der Nachricht fanden sich dann so wirre Behauptungen, dass man am Westufer ab 16 Uhr keine Sonne mehr sehen könne …

Ich informierte mich über den Herrn, der anscheinend seinen richtigen Namen angegeben hatte. Und siehe da: Der ehemalige Bild-Zeitungsredakteur kommentiert auf zahlreichen Websites. Und ich fand keinen einzigen Kommentar auf anderen Seiten, der nicht beleidigend oder respektlos war.

Der Umgang mit Hasskommentaren: Noch ein Tipp

Oft erschrecken mich auch Kommentare, die nicht in erster Linie beleidigend, aber unfassbar unverschämt sind. Ich habe zum Beispiel zu Beginn der Corona-Krise Texte veröffentlicht, in denen ich erkläre, wie die Situation am Lago Maggiore und am Ortasee aktuell ist. Das Problem: Die Situation änderte sich fast täglich und am See kochte nochmal jede Gemeinde durch zusätzliche Verordnungen ihr eigenes Süppchen.

Sechs Wochen lang habe ich mich fast täglich durch italienische Dekrete gewühlt und die Texte aktualisiert. Bis ich aufgeben musste. Mir fehlte die Zeit und der Aufwand war es auch nicht wert. Denn für den gemeinen Leser meiner Website änderte sich ja in der Zeit absolut nichts an der Situation. Die Grenzen blieben geschlossen und an Urlaub an den Seen war nicht zu denken. Basta!

Ob die Einheimischen nun alleine oder in Begleitung einkaufen gehen dürfen und unter welchen Voraussetzungen sie ins Nachbardorf dürfen, ist für den Leser meiner Website doch völlig egal. Deshalb ergänzte ich meine Texte und schrieb, dass ich sie vorerst nicht mehr aktualisieren werde. Jetzt war ich so blöd zu glauben, dass Menschen sich solche Hinweise durchlesen, bevor sie freche Nachrichten schreiben. Naiv, oder?

Einige besonders Dumme nutzen ihre Corona-Freizeit, um mir – teilweise im zwei Stunden Takt – Nachrichten zu schreiben, in denen sie mich anmeckerten, weil ich nichts aktualisierte. Ich wurde unschön darauf hingewiesen, was für ein Datum sei und gefragt, ob ich vielleicht einfach zu blöd sei, meine Texte zu aktualisieren. Alle Sätze endeten immer mit schön vielen Ausrufezeichen, weil ich die Aussagen ja sonst nicht verstehe.

Solche Nachrichten kamen nicht nur von einer Person, sondern von mehreren. Oder von einer, die unter mehreren Namen geschrieben hat. Und das waren noch die harmloseren Inhalte, die mich übrigens alle erreichten, lange bevor Italien beschlossen hat, die Grenzen ab dem 3. Juni zu öffnen. Stand damals: Die Grenzen sind zu: Urlaub unmöglich.

Glücklicherweise habe ich in den vergangenen Jahren gelernt, Grenzen zu setzen. Bis hier hin und nicht weiter. Eigentlich hätte ich die Texte zur Grenzöffnung aktualisieren wollen. Aber nein: Ganz ehrlich, das sehe ich nicht ein. Ich werde wahrscheinlich einen Einzeltext schreiben, in dem ich die wichtigsten Fragen zum Urlaub am Lago Maggiore 2020 beantworte. Mehr nicht.

Diese Menschen waren übrigens nicht die einzigen, die wegen der genannten Corona-Texte unangebrachte Nachrichten schrieben. Unzählige Leser wollten von mir Einschätzungen und Einzelfallberatungen zu ihren gebuchten Reisen. Auch dazu gab es einen Hinweis in meinen Texten, nämlich den, dass ich das nicht beantworten kann und man sich besser an Reiseveranstalter und Vermieter vor Ort wenden soll. Auch hier bleibe ich bei meinen Prinzipien. Es gibt Spielregeln, die ich veröffentliche und wer mir solche Fragen stellt oder gar beleidigende Nachrichten schreibt, bekommt keine Antwort. Und das ziehe ich auch konsequent durch.

Jetzt bist du dran: Hast du schon Erfahrungen mit Hass und Beleidigungen im Internet gemacht? Wie reagierst du in solchen Situationen?

Weiterlesen: Verantwortungsvolles Bloggen: Über Fallstricke und Konsequenzen.

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15 Kommentare zu “Aus dem Leben einer Bloggerin: Der Umgang mit Hasskommentaren

  1. Renate

    Liebe Christine,
    im Großen und Ganzen hält sich das bei mir in Grenzen. ich schalte solche Kommentare einfach nicht frei und lösche sie. Manchmal muss ich mehrmals durchatmen oder bessere eine Nacht darüber schlafen, bevor ich reagiere. Sonst würde ich die passende Antwort schreiben. Aber es bringt halt nichts!

    In den (un)sozialen Medien schaue ich mir manchmal aus Neugierde das Profil dieser Menschen an. Es gibt Momente da erschrecke ich zutiefst, über den vielen Hass und die erschreckende Dummheit, die da zu Tage tritt. Gerade auf Twitter und Facebook schaukelt sich das oft dermaßen hoch. Bei Extremfällen gibt es da mit ein paar Klicks die Möglichkeit das Profil nicht mehr sehen zu müssen.

    Liebe Grüße
    Renate

    die auch nicht vollkommen ist.

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Renate,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Eine Nacht drüber zu schlafen habe ich mir abgewöhnt. Ich lasse nicht mehr zu, dass solche Trolle mich so sehr belästigen, dass ich mir zweimal Gedanken über den Quatsch mache, den sie absondern.
      Die Blockieren-Funktion in den Sozialen Medien ist ein Segen und ich blockiere mittlerweile sofort, wenn jemand frech ist oder Beleidigendes schreibt statt seine Meinung mit einem Argument zu untermauern. Und wie du schon schreibst: Oft wundert man sich nicht so sehr, wenn man sich dann mal die Profile anschaut …

      Liebe Grüße
      Christine

  2. Tatiana

    Was für Erfahrungen! Ich finde es gut, dass du mal darüber berichtest. Von solchen Nachrichten bin ich zum Großteil bisher verschont worden, aber den ein oder anderen bissigen Kommentar habe ich auch schon abbekommen.
    Ich versuche immer, das nicht an mich heranzulassen, aber das will auch mit Übung einfach nicht klappen. Es beschäftigt mich dann doch, warum Menschen einfach ihre Unzufriedenheit ablaichen müssen, ohne überhaupt in den Dialog treten zu wollen.
    Liebe Grüße,
    Tatiana

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Tatiana,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich kenne das. Mir geht es ähnlich. Ich weiß ja im Grunde, dass die Trolle einen nur ärgern wollen und einen gar nicht kennen. Trotzdem wurmt es mich, wenn sie dann persönlich werden, wie der Herr im Text, der mir unterstellt, ich wäre zu verwöhnt und deshalb krank. Deshalb bin ich mittlerweile so konsequent und fahre mit meiner Taktik bisher ganz gut.

      Liebe Grüße
      Christine

  3. Lilly

    Super geschrieben und hilft mir weiter, danke! Hatte grade heute auf Facebook eine ziemlich unverschämte Dame, die nicht auf meine Kernaussagen einging, sondern sich lieber am einzelnen Sätzen aufgehängt hat und mir sogar vorwarf, Bodyshaming zu propagieren. Dabei gings im Post darum, der Romantik wegen in einer Beziehung auf absichtliches Rülpsen und Furzen zu verzichten 😀 Schade so was, aber gehört wohl zum Bloggen dazu. Ich freue mich auf weitere Beiträge von dir!

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Lilly,

      das freut mich, dass ich dir helfen konnte. 🙂
      Manche Menschen lesen echt nur, was sie lesen wollen …

      Liebe Grüße
      Christine

  4. Chrissi

    Hey,
    ich habe auch mal solche Erfahrungen gemacht.
    Nur bin ich wohl “der böse Kommentator”.

    Ich kommentierte mal rege auf dem Blog einer Bloggerin. Weil mich ihre Inhalte sehr interessierten. Auf sie aufmerksam geworden war ich durch ihre Offenlegung, dass sie mal an einer Essstörung litt. Und da ich selbst ebenfalls solche Erfahrungen hatte, hatte ich ihr geschrieben, dass ich das sehr mutig von ihr finde usw.
    Ich schrieb oft sehr ausführlich, um auf ihre Inhalte einzugehen. Und schilderte ihr dabei auch diverse Dinge aus meinen Lebenserfahrungen. So zum Beispiel, dass ich in meiner Kindheit mehrfach traumatisiert wurde in Form von Gewalterfahrungen.
    Weil ich rege kommentierte, von ihr aber nahezu selten eine Antwort kam, hatte ich nach einiger Zeit das Gefühl, dass sie sich für einen als Leser nicht wirklich zu interessierren scheint.
    Die Dame ist eine größere Bloggerin. Doch auf ihrem Blog kommentierte kaum jemand. Ein oder zwei Kommentare pro Beitrag. Höchstens.
    Irgendwann schrieb ich in die Kommentare, dass ich das schade finde, dass von ihr so wenig Ressonanz kommt und ich daher denke ihrem Blog nicht weiter folgen zu wollen.
    Daraufhin sah ich, dass sie plötzlich 5 meiner letzten Kommentare gelöscht hatte.
    Als ich das sah, fand ich das etwas passiv aggressiv und schrieb in die Kommentarfunktion was das soll. Wieso sie das mache.
    Keine Antwort. Stattdessen wurden alle weiteren meiner KOmmentare gelöscht. Auch solche, auf die sie schon Monate zuvor geantwortet hatte.

    Also, ich bin der Bloggerin gut 8 Monate gefolgt, habe rege kommentiert, und weil ich meine Gedanken zum Ausdruck brachte, in eben dieser Schreibweise wie hier, ohne Kraftausdrücke oder Beledigungen, löschte sie alle meine Kommentare.

    Wer so undankbar mit seinen Lesern umgeht, der ist meine Zeit als Leser zu schade.
    Sowas finde ich schon sehr bösartig.
    Keine Erklärung für sein Verhalten, auch auf eine Mail nicht antworten, plötzlich ghosten.

    Aber es ist ihr Blog. Sie kann machen was sie will.
    Fair und richtig ist so ein Verhalten meiner Ansicht nach trotzdem nicht.

    Auf einem anderen Blog kommentierte ich auch mal, darin ging es um Bodypositivity. Ich schrieb, dass es ab einem gewissen Gewicht kritisch wird und auch gefährlich für die eigene Gesundheit. Daraus resultierend, dass ich eine Freundin habe, die mal 200 KIlo wog und mit 27 einen Herzinfarkt hatte.
    Auch hier flossen keine Beleidungen ein. Auch keine Kraftausdrücke. Schreibweise so wie jetzt. Kommentar wurde nie freigeschaltet.

    Wahrscheinlich möchte manche wirklich andere Meinungen nicht hören.

    Also, nicht jeder “Hater” ist automatisch ein Troll.
    Ich sehe mich nicht als solchen. Sondern ich denke vielen Bloggern macht es das Internet auch leicht, sich mit gewissen Dingen einfach nicht auseinander setzen zu müssen. Im Sinne von Ghosting, Kommentare und Leserinteresse in den virtuellen Mülleimer zu schmeißen.
    Wer so verfährt, bei dem frage ich mich ehrlich gesagt schon was derjenige dann in der Öffentlichkeit sucht? Denn dort sollte man schon mit unterschiedlichen Ansichten umgehen können.

    LG

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Chrissi,

      vielen Dank für deinen langen Kommentar und deine Sicht der Dinge als Kommentator.

      Ich kann deine Sicht absolut verstehen und finde es ebenfalls mehr als ärgerlich, wenn einige Blogger Kommentare nicht freischalten, die nicht beleidigend sind oder in denen eine andere Meinung vertreten wird. Da bin ich ganz bei dir und sowas verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht.
      Ein Blog lebt vom Dialog und den Meinungen der Leser. Ich bemühe mich immer, diese auch ernst zu nehmen. Nur, wie oben beschrieben, wenn es wirklich beleidigend wird oder Dinge verlangt werden, die ich nicht leisten kann, dann setze ich klare Grenzen.

      Liebe Grüße und noch einen schönen Abend
      Christine

      1. Chrissi

        Hallo,

        ja, das sehe ich genauso. Ein Blog lebt vom Dialog. Ohne Leser würde der nicht stattfinden und so mancher Blog würde auch keinen Bekanntheitsgrad erreichen.
        Dies wertzuschätzen ist aus meiner Sicht wichtig. Denn jeder hat bestimmt einmal klein angefangen.

        Wenn man aber eine gewisse Größe erreicht hat und mehrere zehntausend Leser hat, dann mit seinem Blog und mit dem Werben für Produkte Geld verdient (als selbst gewählter Beruf), von fairen Arbeitsbedingungen schreibt und wie wichtig diese sind und dann einfach bei einem Anliegen eines Lesers, einer Beschwerde über zu wenig Ressonanz und Austausch, auf den Löschbutton drückt, dann braucht man sich auch nicht als ethical Blogger bezeichnen.
        Denn als Leser ist man in dem Sinne auch Kunde. Es bewegt sich somit nicht mehr nur auf einer privaten, sondern professionellen Ebene.
        Zumindest dann, wenn der Blog Teil der eigenen Selbstständigkeit ist.

        Da stimmt dann Außendarstellung und Realität nicht überein.
        Die arme Frau in Bangladesh, die unsere Kleidung näht ist wichtig, genauso wie die armen Traumatisierten zu Corona Zeiten, aber andererseits hat man kein Problem seine Leser unfair zu behandeln und den Traumatisierten vor sich mit Füßen zu treten.

        Wer so verfährt, auch andere Meinungen nicht freischaltet, der ist als Person im öffentlichen Raum, welche von Resonanz und Feedback lebt, einfach grundlegend falsch.

        LG

        1. Christine Autor des Beitrags

          Hallo Chrissi,

          ich finde, man muss hier dennoch unterscheiden. Du schreibst viel von Berufsbloggern und wahrscheinlich auch über Influencer.

          Ich bewege mich hauptsächlich im Genre der Reiseblogger und kaum jemand verdient seinen Lebensunterhalt komplett durch das Bloggen und kaum jemand macht einen Blog, weil er in der Öffentlichkeit stehen will. Für mich persönlich ist das ein notwendiges Übel, ein Nebeneffekt, den ich nicht begrüße, aber leider akzeptieren muss. Ich würde niemals zu viel über mich im Internet preisgeben. Und nur weil ich einen Blog habe, muss ich im Netz keinen öffentlichen Seelenstriptease hinlegen oder auf jede Frage eine Antwort geben. Und beschimpfen oder belästigen lassen muss ich mich erst recht nicht.

          Für die meisten meiner Kollegen ist das Bloggen ebenfalls kein Hauptberuf und nur weil sie einen Blog oder Instagram-Account haben, müssen sie nicht 24/7 dem Leser zur Verfügung stehen. Und das können sie schlichtweg einfach auch nicht.

          Dennoch, wie schon geschrieben, finde ich es wichtig, andere Meinungen zu akzeptieren, aber wenn man beleidigt oder belästigt wird, dann muss man eine klare Grenze für sich ziehen und dann ist es meiner Meinung nach absolut in Ordnung, wenn man irgendwann nicht mehr reagiert.

          Liebe Grüße
          Christine

          1. Chrissi

            Ich denke hier herrscht ein Misverständnis.
            In Bezug auf eine Bloggerin sprach ich davon, dass der Blog Teil ihres Berufes ist. Sie ist eigenen Angaben zu Folge Texterin für zwei Online Magazine und verdient durch Werbeaufträge mit ihrem Blog zusätzlich Geld. Insofern ist ihr Blog Teil ihres Berufs.

            Wenn man Geld mit einem Blog verdient, dann muss man hierzu, je nachdem, auch ein Gewerbe anmelden. Insofern bewegt sich der Blog dann nicht mehr nur im privaten, sondern im professionellen Bereich.

            “und kaum jemand macht einen Blog, weil er in der Öffentlichkeit stehen will. ”
            Sobald man einen Blog betreibt, dann weil man die Inhalte, welche einen interessieren mit anderen teilen möchte. In deinem Fall wohl das Reisen. Natürlich stehst du dann als Nebeneffekt damit in der Öffentlichkeit. Dessen sollte man sich vor dem Betreiben eines Blogs bewusst sein.
            Ansonsten wäre es ratsam, wenn in der Öffentlichkeit zu stehen eher als Übel empfunden wird, statt im öffentlichen, im privaten Rahmen zu fungieren. Sprich Tagebuch zu schreiben oder Fotos von Urlaubsregionen nur mit ausgewählten Personen, die man persönlich kennt, zu teilen. Statt mit Fremden im Internet.

            Vorhin sagtest du auch ein Blog lebt von der Ressonanz. Nun stellst du es so dar als wäre diese Resonanz eine Bürde und hätte nichts mit dem Betreiben eines Blogs zu tun.

            Sicher muss man nicht sofort antworten, aber auch hier scheiden sich wohl die Geister. Manche sagen man sollte Kommentare wertschätzen. Andere sagen man müsse nicht 24/7 zur Verfügung stehen.
            Letzteres habe ich auch nicht gefordert.
            Aber nach 2,5 Monaten könnte man schon mal eine Antwort von einem Berufsblogger auf seinen Kommentar erwarten.

            Wenn das dem Berufsblogger dann doch zu viel ist, dass derjenige dann einfach mal 5 Kommentare löscht nach dem Motto: Wenn sie weg sind, muss ich sie nicht beantworten, dann ist das aus meiner Sicht ein kindisches Verhalten.
            Als Leser muss man einem Blogger nicht folgen. Aber wenn ich als Leser mein Empfinden dir als Blogger zum Ausdruck bringe, kann man auch höflich und respektvoll auseinander gehen. Und Kommentare einfach so löschen, ohne Erklärung oder sonst was, wo keine Beldigungen gegeben sind, das ist für mein Empfinden respektlos.

            Ich wünsche dir alles Gute.
            Aber ich habe bei deinen Antworten das Gefühl, dass du manches was ich schreibe falsch verstehst.
            Denn, dass man sich nicht beldigen lassen muss, und da entsprechende Grenzen setzen kann und sollte als Blogger, habe ich nie in Frage gestellt. Mein genanntes Beispiel sollte hierbei schon etwas differenziert betrachtet werden. Zumal andere Blogger ihr Verhalten auch als “kritisch” bezeichneten.

            Insofern sollte hier differenziert werden von Beispiel zu Beispiel.

            Ich wünsche dir alles Gute.

  5. Chrissi

    Eines hatte ich noch vergessen zu erwähnen: Die Bloggerin, welche meine Kommentare löschte, erhält auch monatliche Unterstützung durch andere Leser über Steady.
    Also ähnlich wie Patreon bei Youtube.
    Somit erhält sie jeden Monat einen bestimmten Betrag durch Gelder ihrer Leser für ihren Lebensunterhalt.

    1. Chrissi

      Genauer: Sie bat einmal in einem Beitrag ihre Leser um finanzielle Unterstützung auf Steady, damit sie sich ihren Traum mit der Selbstständigkeit als Texterin erfüllen kann.

      Aufmerkam geworden auf ihre Blog bin ich über das Online Magazin, für das sie schreibt. Da dort auch ihr Blog verlinkt war/ist.

      In diesem Fall sehe ich es durchaus als gegeben an, dass ihr Blog Teil ihres Berufes ist. Und dass ihr Verhalten kritisch zu betrachten ist.

      Aber das zu beurteilen, auch als Bloggerkollege, ist jedem selbst überlassen.

      Ich wollte das nur nochmals genauer erklären.

      Wie gesagt, alles Gute.

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