Fußballmuseum Dortmund: Zwischen Herzklopfen und Gänsehaut

Da stehe ich nun und habe tatsächlich Gänsehaut – wegen eines Schuhs! Nein, ich habe mir keine neuen Treter im Internet bestellt. Ich befinde mich gerade vor dem Schuh Heiligtum, mit dem Mario Götze Deutschland zum vierten Weltmeistertitel geschossen hat. Ich bin im Fußballmuseum Dortmund.

Einige Grashalme und etwas Erde aus Brasilien hängen sogar noch dran. Was war das für eine magische Nacht, in der Deutschland Argentinien im Maracanã in Rio de Janeiro mit 1:0 besiegte. Im Fußballmuseum Dortmund ist dieser 13. Juli 2014 gleich wieder präsent.

Fußballmuseum Dortmund: Zeitreise durch die Erfolge des DFB-Teams

Zweimal habe ich das Fußballmuseum in Dortmund bisher besucht. Einmal mit Arbeitskollegen und einmal mit meinem Bruder. Für einen Fußballfan ist das Pflichtprogramm. Und es ist so umfangreich bestückt, dass ich auch bei meinem zweiten Besuch noch viele Dinge entdeckt habe, die ich beim ersten Mal gar nicht wahrgenommen hatte.

Nachdem ich meine Eintrittskarte gekauft hatte, nahm ich die Rolltreppe in die oberste Etage und tauchte ein in die Welt des nationalen Fußballs. Als ich die Rolltreppe verließ, ertönte die deutsche Nationalhymne und ich war mittendrin im Weltmeisterjahr 1954 und zahlreichen interessanten Ausstellungsstücken. Zuerst ist mir der Original-Endspielball vom „Wunder von Bern“ ins Auge gesprungen. Aber es gibt noch viel mehr: Fußballschuhe der WM-Helden, Original-Aufzeichnungen von Sepp Herberger, bekannte und mir weniger bekannte Zitate. Es machte Spaß, durch die Fußballwelt von 1954 zu spazieren und die detailreiche Ausstellung zu erkunden. Mein Rundgang führte mich schließlich weiter bis zum Weltmeistertitel 2014 und den schon erwähnten Schuh von Mario Götze.

Dazwischen ist viel zu entdecken: Nach und nach näherte ich mich dem „Jetzt“. Ich sah Mitbringsel aus fernen Ländern, erhielt nützliches und unnützes Wissen über die Nationalelf, Fußball in der DDR und Frauenfußball und sah den Original-Elfmeterpunkt, von dem Andreas Brehme im WM-Finale 1990 den Siegtreffer erzielte. Aber, und das hat mir besonders gefallen, man kann auch selbst aktiv werden: Sein Wissen über Fußball testen (ich bin ein „wahrer Fußball-Philosoph“), am „Tatort Wembley“ von 1966 für sich entscheiden, ob es nun ein Tor war oder nicht oder in der Musikkabine die unterschiedlichen Lieder anhören (und Musikvideos ansehen), die die Nationalmannschaften damals vor Turnieren aufgenommen haben. Schade eigentlich, dass diese Tradition nicht mehr fortgeführt wird …

Die Hauptattraktion des Deutschen Fußballmuseums ist aber die Main-Show, die sich rund um den überdimensionalen Fußball, den ich als Aufmacher dieses Texts gewählt habe, abspielt. Dort tauchte ich nochmal ein in die Geschehnisse der Fußball-WM 2014, sah auf großen Monitoren Schlüsselszenen des Turniers und konnte den großen Moment des Triumphs ein weiteres Mal genießen. Gänsehaut pur!

Nach der Main-Show besuchte ich das 3D-Kino. Dort haben die Museumsmacher einen kurzen Film über das Turnier in Brasilien vorbereitet und erinnern auch an die WM-Erfolge 1954, 1974 und 1990. Die Moderation übernehmen übrigens Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Mario Götze, Manuel Neuer, Mats Hummels und Christoph Kramer. Dank Hologramm-Technik hat man das Gefühl, dass die Spieler tatsächlich mit einem im gleichen Raum sind. Nach dem Kinobesuch betrat ich die Schatzkammer und bekam Herzklopfen: In diesem ruhigen Ort stehen die größten Trophäen, die die DFB-Elf bisher gewonnen hat. Näher werde ich ihnen wahrscheinlich nie mehr kommen. Wer mag, kann nach der Schatzkammer in die Welt der Spielsysteme eintauchen und an sechs Medienstationen alles über Taktik erfahren. Für mich war das nichts, ich wollte lieber weiter zum zweiten Teil der Ausstellung. Dieser widmet sich nämlich hauptsächlich dem Vereinsfußball.

Fußballmuseum Dortmund: Vereinsfußball und mehr

Ich war sehr gespannt, was diese Etage zu bieten hat. Ich bin nämlich großer Fan des VfL Bochum, bin es also gewohnt, zu leiden. Und ja, an der einen oder anderen Stelle habe ich meine chronisch nicht erfolgreichen Bochumer im Fußballmuseum Dortmund sogar entdecken können.

Auch in dieser Etage geht es historisch zu. Man erfährt Wissenswertes über die Geschichte der Bundesliga und viel über den Vereinsfußball vor 1963. Interessant fand ich die ewige Tabelle, wo das Auf und Ab der unterschiedlichen Vereine visualisiert wird. Auch in dieser Etage konnte ich viel selber ausprobieren, was mir sehr gefallen hat. Wer hat nicht schon mal gedacht, dass er das Spiel besser kommentieren könnte, als der Mensch, der es gerade im Fernsehen macht? Voilà: Im Fußballmuseum konnte ich mich als Sprecher versuchen. Und auch das Jahrhunderttor von Klaus Fischer, das er per Fallrückzieher erzielte, konnte ich dank einer speziellen Vorrichtung nachstellen. Ich muss nicht erwähnen, dass dies ein beliebtes Fotomotiv für viele Besucher ist.

In der Etage gibt’s außerdem noch das Bundesliga-Karussell, die Hall of Fame, alles über den DFB-Pokal sowie andere deutsche Pokalwettbewerbe, Infos über Amateurvereine, legendäre Spieler, Fans und Fankultur und Schiedsrichter. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir hier die vielen verschiedenen Pfeifen von Schiedsrichtern, die in der Ausstellung gezeigt werden. Sicher habe ich noch einiges vergessen, aber das zeigt auch wieder, wie umfangreich die Sammlung ist und wie viel Mühe sich die Museumsmacher bei der Konzeption gegeben haben.

Fußballmuseum Dortmund: Wer hungrig geht, ist selber schuld

Der ehemalige Koch der deutschen Nationalmannschaft, Holger Stromberg, entwickelte das gastronomische Konzept im Fußballmuseum Dortmund. Wenn du das Museum also hungrig verlässt, bist du selber schuld. Es gibt zum Beispiel das „N11 Bar & Restaurant“, wo der Zugang auch ohne Museumsticket möglich ist. Es ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet und bietet bis 16 Uhr warme Küche. Dazu gibt’s das „N11 Bistro“, das dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr schnelle Speisen für den kleinen Hunger bietet. Es kann nur mit Museumsticket besucht werden. Auf dem Museumsvorplatz findest du außerdem den „N11 Vereinsgrill“, wo du dienstags bis sonntags zwischen 11 und 18 Uhr leckere Würstchen essen kannst.

Ich war bei meinen beiden Besuchen Gast im Restaurant. Aufgrund der großen gläsernen Fassade hat man einen tollen Blick auf das Treiben in der Dortmunder Innenstadt. Als ich mit meinen Arbeitskollegen dort war, hatte das Museum für unsere Gruppe bereits Essen vorbereitet. Als ich mit meinem Bruder das Fußballmuseum Dortmund besuchte, probierten wir uns durch die Speisekarte. Ich hatte zum Beispiel eine Kokos-Curry-Suppe und danach einen Burger mit Bio-Rindfleisch. Es schmeckte sehr gut und war vom Preis her weder besonders günstig noch überteuert. Es gibt auch Kaffee und Kuchen und eine Auswahl für Vegetarier und Veganer.

Bevor ich diesen Text geschrieben habe, wusste ich übrigens nicht, dass man auch ohne Museumsticket das Restaurant besuchen kann. Das werde ich bei einem meiner kommenden Besuche in der Dortmunder Innenstadt sicher mal machen.

Fußballmuseum Dortmund: Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Das Fußballmuseum Dortmund ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Vor deinem Besuch empfehle ich dennoch einen Blick auf die Homepage des Museums, denn manchmal ändern sich die Zeiten aufgrund von Sonderveranstaltungen.

Derzeit (Stand: 20.01.2018) kostet der Eintritt ins Fußballmuseum Dortmund für Vollzahler 17 Euro (15 Euro bei vorheriger Onlinebuchung). Ermäßigte Tickets kosten 14 Euro (12 Euro bei Onlinebuchung). Ermäßigungen bekommen Kinder unter 14 Jahren, Schüler, Studenten (bis 26 Jahre) und Besitzer eines Schwerbehindertenausweises ab 70 Prozent GdB.

Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt ins Fußballmuseum Dortmund, ebenso Begleitpersonen von Menschen mit Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis. Zudem gibt’s Familientickets und Gruppentickets.

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