Hattingen: Die schönste Stadt im Ruhrgebiet

Wenn du mich nach dem schönsten Ort im Ruhrgebiet fragst, dann muss ich nicht lange überlegen. Für mich ist es zweifelsohne Hattingen. Warum, erkläre ich dir gerne.

Was für Bilder erscheinen vor deinem geistigen Auge, wenn ich das Wort „Ruhrgebiet“ erwähne? Bei mir sind es Fördertürme, Currywurst und rauchende Schornsteine. Selbst mir als gebürtiger Ruhrpottlerin schießen zuerst die klischeehaften Dinge in den Kopf. Klar, diesen klischeehaften Ruhrpott gibt es noch. Und es gibt tatsächlich eine ganze Menge hässliche Gegenden im Ruhrgebiet mit heruntergekommenen Stadtteilen und Industriebrachen. So ehrlich muss ich an dieser Stelle sein.

Ich konzentriere mich aber lieber auf die schönen Ecken meiner Heimat, zum Beispiel Hattingen. Wenn ich was Schönes im Ruhrpott sehen will, dann fahre ich nämlich immer dorthin. Denn für mich ist Hattingen die schönste Stadt im Ruhrgebiet.

Hattingen: Die Altstadt

Zum Glück wohne ich nicht weit von Hattingen entfernt. Von meiner Wohnung brauche ich vielleicht 20 Minuten in die Hattinger Innenstadt. Und gerade die fasziniert mich sehr. Denn das Ruhrgebiet ist für vieles bekannt, nicht aber für seine herausragenden Altstädte. Die meisten wurden nämlich im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört.

In der Hattinger Altstadt kannst du noch eine Menge alte Gebäude bestaunen, 150 Fachwerkhäuser zum Beispiel. Dass Hattingen heute so eine wunderschöne Altstadt hat, verdankt die Stadt ihren eigenen Bürgern, die sich in den 1960er Jahren für eine Objektsanierung stark machten. In Hattingen drohte damals eine Flächensanierung, also ein Abriss der baufälligen Altstadt-Bauten und eine Ersetzung durch neue Häuser.

Ich bin immer wieder froh, dass man sich damals für die Objektsanierung entschieden hat. So kann ich nun zum Beispiel das wunderbare Bügeleisenhaus bewundern, das 1611 gebaut wurde und – wie man aufgrund des Namens vielleicht vermuten kann – die Form eines Bügeleisens hat. Heute ist im Bügeleisenhaus ein Museum des Heimatvereins Hattingen untergebracht. Zu sehen sind wechselnde Ausstellungen. So ging es dort zum Beispiel schon um die Hattinger Wurzeln von Schauspielerin Marie-Luise Marjan, die du vielleicht besser als Mutter Beimer aus der Lindenstraße kennst.

Sehenswerte Gebäude der Hattinger Altstadt sind auch das Alte Rathaus, das beim Weihnachtsmarkt immer eine besondere Rolle als lebendiger Adventskalender innehat und die St.-Georgs-Kirche. Hier solltest du dir die Spitze des Kirchturms genau anschauen. Sie ist stark nach Südwesten geneigt. Aufgrund des verdrehten Turms wurde die Kirche sogar in den “Verein der gedrehten Spitztürme Europas“ aufgenommen. Ja, auch ich bin immer wieder verwundert, was für Vereine es so alles gibt.

Hattingen: Blankenstein

Neben der Altstadt solltest du dir einen Besuch des Stadtteils Blankenstein nicht entgehen lassen. Er wirkt wie ein kleines Dorf, das ein wenig aus der Zeit gefallen ist und ist ebenfalls voller schöner Fachwerkgebäude. Aufgrund des besonderen Flairs ist Blankenstein auch ein beliebter Ort für Hochzeiten.

Gefeiert wird anschließend auf der Burgruine Blankenstein – der vielleicht größten Sehenswürdigkeit des Stadtteils. Die Festung aus dem 13. Jahrhundert ist aufgrund des ansässigen Restaurants inklusive schönem Biergarten ein beliebtes Ausflugsziel der Region.

Apropos Burgen und Ausflugsziele: Zu Blankenstein zählt auch das Haus Kemnade, eine Wasserburg, deren Entstehungszeit aufgrund fehlender Dokumente leider nicht genau datiert werden kann. Im Gebäude befinden sich heute ein Restaurant sowie verschiedene Museen. Unter anderem ein Museum zur Geldgeschichte.

Hattingen: Der nostalgische Weihnachtsmarkt

Zum Hattinger Weihnachtsmarkt reisen Jahr für Jahr Besucher aus der gesamten Region an. Denn der nostalgische Weihnachtsmarkt zählt zu den schönsten seiner Art im Ruhrgebiet. Hier gibt es weniger „Kirmes“, sondern viele kleine Hütten mit Kunsthandwerk. Insgesamt geht es gemütlicher und unaufgeregter zu. Das Ambiente mit den 150 Fachwerkhäusern tut sein Übriges.

Highlight des Hattinger Weihnachtsmarkts ist der lebendige Adventskalender im Alten Rathaus. Jeden Tag um 17 Uhr öffnet Frau Holle ein Fenster des Rathauses, liest ein Gedicht oder eine Geschichte vor und singt mit den Kindern. Und Frau Holle wäre nicht Frau Holle, wenn sie nicht auch noch kräftig Kissen und Decken aufschütteln würde. Aus dem Bettzeug rieseln Süßigkeiten für die Kinder. Am 24. Dezember öffnet Frau Holle bereits um 11 Uhr das Fenster. Der Weihnachtsmarkt ist Heiligabend bereits geschlossen.

Hattingen: Und sonst?

In der Nähe des Busbahnhofs findest du eine besondere Sehenswürdigkeit: Drei Eisenmänner bewachen dort den Zugang zur Stadt. Ganz ehrlich. Ich habe sie lange Zeit immer übersehen und bemerke sie erst, seitdem ich weiß, dass sie dort zu finden sind. Sie stehen dort seit 1996, als Hattingen 600 Jahre alt wurde und stammen von dem polnischen Bildhauer Zbigniew Fraczkiewicz.

Eng mit Hattingen verbunden ist auch die Henrichshütte, ein ehemaliges Hüttenwerk. Am 19. Februar 1987 wurde das Aus des Werks verkündet. Der Tag ging als „schwarzer Donnerstag“ in die Stadtgeschichte ein. Trotz massenhafter Proteste verloren mehr als 2900 Menschen ihren Arbeitsplatz. Heute ist das ehemalige Gelände einer von acht Standorten des LWL-Industriemuseums und gehört zur Route der Industriekultur. Ich bin ganz ehrlich: Mit dieser Art von Sehenswürdigkeiten kann ich nicht so viel anfangen.

Mir gefallen eher historische Gebäude, wie die Isenburg aus dem 12. Jahrhundert. Die heutige Ruine ist öffentlich zugänglich und enthält ein Museum, das am Wochenende öffnet.

Besonders am Wochenende ist auch am Kemnader See immer einiges los. Der 1979 angelegte Stausee ist das Naherholungsgebiet der Region und bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Es gehört jedoch nur ein kleiner Teil des Sees zu Hattingen. Die Stadt teilt sich den See außerdem mit Witten und Bochum.

Hattingen: Restaurant-Tipps

Zum Schluss habe ich noch ein paar Restaurant-Tipps für dich. Denn die Hattinger Gastronomie kenne ich fast besser als die Bochumer. Mich zieht es dort oft in eins der netten Cafés. Manchmal esse ich auch mittags einen Happen in Hattingen.

Wenn dir der Sinn nach Kaffee und Kuchen steht, dann solltest du mal im Café Adele vorbeischauen, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Ich besuche auch gerne das Café „Am“ Alten Rathaus, und zwar nicht nur aufgrund der leckeren Kuchen und Torten. Dort esse ich auch mittags gerne. Mehr als 20 Mittagsangebote bis 17 Uhr bietet das Restaurant Lux, das ich auch sehr empfehlen kann.

Jetzt bist du dran: Warst du mal in Hattingen? Wie hat es dir gefallen? Hast du andere Tipps im Ruhrgebiet für mich? Wo ist es nicht überlaufen und schön?

Du möchtest mehr Infos über das Ruhrgebiet? Dieser Reiseführer* liefert sie dir.

Lust auf Ruhrgebiet? Hier bekommst du Inspiration für Aktivitäten im Pott.*

Du suchst ein Hotel im Ruhrgebiet? Hier wirst du sicher fündig.*

* = Affiliate-Link/Werbung: Wenn du über diese Links etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Du hast dadurch keinerlei Nachteile und es entstehen für dich keine zusätzlichen Kosten. Ich empfehle nur Produkte, von denen ich selbst überzeugt bin.

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.