Marienburg bei Danzig: Der größte Backsteinbau Europas

Manchmal weiß man gar nicht, was für ein Glück man doch hat. Als ich meinem Bruder vor zwei Jahren von meinem Ausflug nach Marienburg beziehungsweise Malbork bei Danzig erzählte, lauschte er meinen Schilderungen ungläubig. Während ich an einem bitterkalten Tag im März den größten Backsteinbau Europas fast für mich allein hatte, sah das bei seinem Besuch im Herbst zuvor ganz anders aus. Menschenmassen fluteten schon den Vorplatz der Burg und schoben sich anschließend durch die engen Burgmauern. Denn Marienburg ist eins der Highlights rund um Danzig, das du in keinem Fall verpassen darfst.

Es ist unfassbar schwer meinen Besuch in Malbork in Worte zu fassen. Wo fange ich an? Wo höre ich auf? Was muss ich alles erwähnen? Schon lange möchte ich diesen Text über diese Burg der Superlative schreiben, doch bereits die Auswahl aus meinen zahlreichen Bildern mit den noch zahlreicheren Eindrücken überforderte mich ein ums andere Mal und ich verschob den Text immer und immer wieder …

Dabei ist Überforderung bei diesem Thema auch ein gutes Stichwort: Nie zuvor und nie mehr später habe ich aufgrund von zu vielen Informationen und totaler Reizüberflutung die Besichtigung einer Sehenswürdigkeit abgebrochen. Ich hatte einfach keine Lust mehr. Die Marienburg, sie ist so groß und voller Geschichten. Und irgendwann war mein Speicher einfach voll. Auch heute scheint die Burg für mich kaum greifbar, zu viele Facetten birgt sie, zu viel gibt es in ihr zu sehen.

Marienburg bei Danzig: Ein paar Fakten

Ich versuche dir die Burg zunächst mal kurz mit ein paar Fakten näherzubringen. Dass es sich bei der Marienburg um den größten Backsteinbau Europas handelt, hatte ich ja schon erwähnt. Sie wurde zwischen 1270 und 1300 errichtet und ist benannt nach der Schutzpatronin des “Ordens der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem”, der auch kurz “Deutscher Orden” genannt wird.

Zwischen 1309 und 1454 war die Marienburg Sitz der Hochmeister des Ordens im Deutschordenstaat. Anschließend – zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert – gehörte sie die meiste Zeit zu Polnisch-Preußen und fungierte sogar als Residenzort polnischer Könige. In dieser Zeit war die Burg zwischenzeitlich allerdings auch unter schwedischer Herrschaft. 1772, nach der Teilung Polens, gehörte die Burg dem Königreich Preußen, seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu Polen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Marienburg zu 60 Prozent zerstört (besonders der östliche Teil). Die Schadensstellen sind heute sichtbar, wenn du genau hinschaust. Denn beim Wiederaufbau wurden hellere Steine verarbeitet, sodass du genau sehen kannst, was neu und was alt ist. Es verwundert nicht, dass die gigantische Burg zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Marienburg bei Danzig: Was du alles sehen kannst

Vor meinem Besuch in der Marienburg hatte ich ja überhaupt keine Ahnung, was für Schätze es alles in der Burg selber zu sehen gibt. Ich hatte eigentlich “nur” eine historische Burganlage erwartet, die an sich schon sehr sehenswert ist. Die Burganlage selbst besteht aus dem Hochschloss inklusive Kapelle, dem Mittelschloss, dem Vorschloss, dem Hochmeisterpalast sowie Nord-, West-, und Südterrasse. Alleine dies alles abzulaufen, nimmt schon einige Zeit in Anspruch.

Zusätzlich sind innerhalb der Burgmauern unzählige Ausstellungen und Sammlungen zu entdecken. Da eine Auflistung aller Exhibitionen den Rahmen des Texts sprengen würde, nenne ich nur einige. Ausgestellt werden Mosaikfenster, Gemächer der Würdenträger, gotische Skulpturen sowie allerhand mittelalterliche Einrichtungsgegenstände und Bilder. Außerdem gibt es eine umfangreiche Bernsteinsammlung, eine Keramiksammlung, ein Münzkabinett, eine Textilsammlung, eine archäologische Werkstatt, eine Kachelofensammlung und ein Radierungskabinett. Laut offiziellen Angaben soll es viereinhalb Stunden dauern, wenn man alle Ausstellungen mit dem Audioguide abläuft.

Marienburg bei Danzig: Was mich besonders beeindruckte

Grundsätzlich war ich von der gesamten Marienburg unfassbar beeindruckt und würde sie immer wieder besuchen, weil man unmöglich alles während eines Besuchs besichtigen kann. Wenn ich nur eine Ausstellung nennen dürfte, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, dann wäre dies die umfangreiche Bernsteinausstellung. Aber auch die vielen alten Münzen und die historischen Toiletten haben sich als Bild in mein Gedächtnis eingebrannt, ebenso wie die Pferderüstungen und das Foto der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Marienburg, das ich hier oben im Beitrag eingebaut habe. Dieses wirkte besonders im Kontrast zum Wiederaufbau der Burg, der direkt hinter dem Bild zu sehen ist.

Marienburg bei Danzig: Lage, Öffnungszeiten und Preise 

Malbork liegt circa 60 Kilometer südöstlich vom wunderschönen Danzig entfernt. Die Marienburg ist ganzjährig geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten (saisonabhängig) und Preise kannst du hier erfahren. Ermäßigungen bekommen – unter anderem – Schüler, Studenten und Rentner. Kinder unter sieben Jahren haben freien Eintritt. 

Direkt am Eingang erhältst du auch einen deutschen Audioführer, der dir wirklich unfassbar viele Informationen über die Ausstellungen und Sammlungen liefert.

Mein Extra-Tipp: Im burgeigenen Shop gibt es tollen Bernsteinschmuck zu fairen Preisen. Ich war positiv überrascht. Und obwohl ich auch schon einigen Bernsteinschmuck aus Danzig habe, konnte ich in Malbork einfach nicht widerstehen.

Jetzt bist du dran: Warst du mal in Malbork? Wie hat dir die Marienburg gefallen? Oder möchtest du unbedingt mal nach Malbork? Welche Ausstellung oder Sammlung in der Marienburg interessiert dich besonders?

Du möchtest mehr Infos über Marienburg beziehungsweise Malbork? Dieser Reiseführer* liefert sie dir.

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2 Kommentare zu “Marienburg bei Danzig: Der größte Backsteinbau Europas

  1. Dorie

    Ehrlich gesagt, habe ich noch nie von dieser Burg gehört. Faszinierend, was es auch abseits der altbekannten Schlösser und Burgen gibt. Und dabei ist der Bau sowie von Marke Superlative. Danke für die Inspiration 🙂
    Liebe Grüße
    Dorie von thedorie.com

  2. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Dorie,

    würde mein Vater nicht aus der Ecke stammen, wäre ich wahrscheinlich auch nie auf diese Burg aufmerksam geworden. Ein Besuch lohnt sich sehr. 🙂

    Liebe Grüße
    Christine

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