Französisch lernen: Tipps und Tricks für Autodidakten

Französisch hat mir schon in der Schule viel besser gefallen als Englisch. Sieben Jahre habe ich die Sprache gelernt und bin mittlerweile froh, dass ich sie so gut kann, denn sie hat mir in beruflichen Situationen schon öfter sehr geholfen. Doch seitdem ich intensiv Italienisch lerne, leidet mein Französisch. Ich merke, dass ich Vokabeln vergesse und sich stattdessen viel häufiger italienische Wörter in meine französischen Sätze mogeln. Da das natürlich nicht so ideal ist, habe ich mir vorgenommen, mal wieder mein Französisch aufzufrischen.

Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich lerne gerne andere Sprachen, wenn es nicht gerade Englisch ist. So gerne ich England und vor allem London mag, so wenig kann ich mit Englisch anfangen. Französisch, Niederländisch und sogar Japanisch zu lernen, fiel mir dagegen sehr leicht. Italienisch lerne ich derzeit hoch motiviert, da ich mich ja in der Regel einige Wochen im Jahr am Lago Maggiore aufhalte und mit den Menschen vor Ort auch reden möchte. Allerdings werden die italienische Grammatik und ich wohl nie Freunde. Doch immerhin mache ich Fortschritte.

Das Schöne am Sprachenlernen ist ja, dass man es auch ganz spielerisch nebenbei machen kann. Insbesondere, wenn kein besonderer Druck dahinter ist, wie das ja in der Schule zum Beispiel der Fall war. Italienisch lernte ich zuletzt in einer kleinen Gruppe an der Ruhr-Uni in Bochum und man sah einen immensen Unterschied zwischen denjenigen, die die Sprache lernten, weil sie sie wirklich lernen wollten und denjenigen, die einfach noch irgendeinen Sprachnachweis für ihr Studium brauchten und dann zufällig im Italienisch-Kurs gelandet waren. Das Wichtigste beim Sprachenlernen ist die Motivation.

Französisch lernen: Warum lernst du Französisch?

Was ist deine Motivation, Französisch zu lernen? Brauchst du es für den Beruf? Magst du den besonderen Klang? Oder hast du vielleicht jemanden kennengelernt, der nur Französisch kann?

Aus Grund und Motivation ergeben sich manchmal auch Besonderheiten für das Lernen einer Fremdsprache. Wenn du Französisch für den Beruf brauchst, benötigst du vielleicht ein spezielles Vokabular, wie Wirtschaftsfranzösisch. Wenn du planst, als Reiseleiter oder Angestellter im Hotel nach Frankreich zu gehen, benötigst du natürlich noch einmal ganz andere Begriffe. Und wenn deine Liebe in Frankreich wohnt, ist der Wortschatz, der für dich interessant ist, wieder ein bisschen anders.

Ich für meinen Teil bin ja Journalistin und habe in der Vergangenheit schon oft gemerkt, dass es nicht schaden kann, viele Sprachen zu können. Vor einigen Jahren arbeitete ich noch hauptsächlich im Sportjournalismus und hatte viel mit Fußballern zu tun. Da waren auch Profis dabei, die halt nur Französisch sprachen. Bei Interviews oder Fotoshootings half es ungemein, dass ich Französisch konnte, denn viele meiner Kollegen konnten es nicht. Auch auf Dienstreise in Montpellier war ich die einzige in meinem Kollegenkreis, die Französisch beherrschte. Und da Franzosen ja nicht immer Englisch können, übernahm ich schließlich einen Großteil der Konversation vor Ort. Auch heute hilft mir Französisch oft weiter. Denn als Reisebloggerin bin ich ja mitunter auch in Frankreich unterwegs und ich fühle mich einfach weitaus wohler, wenn ich was von der jeweiligen Landessprache verstehe. Mal ganz davon abgesehen, dass sich Französisch auch noch super anhört.

Übrigens: Selbst wenn du nicht in einem französischsprachigen Land unterwegs bist, kann Französisch dir sehr helfen. Bei meinen ersten Reisen zum Lago Maggiore konnte ich zum Beispiel kein Italienisch und meine Gegenüber oft kein Englisch. Manchmal hatte ich dann Glück und fand Menschen, die auch Französisch konnten und schon klappte die Verständigung.

Französisch lernen: Krimis oder französischsprachige Literatur

Eine meiner liebsten Methoden, um mich einer neuen Sprache zu nähern, oder eben wieder zu nähern, ist das Lesen. Am liebsten habe ich spannende Literatur. Meine Eltern wissen das natürlich genau und haben mir deshalb zu Weihnachten einen französischsprachigen Krimi geschenkt. Aber es ist kein herkömmlicher Krimi, sondern ein Lernkrimi, der extra für das Erlernen oder Auffrischen von Französisch-Kenntnissen geschrieben worden ist. Das heißt: Der Krimi beinhaltet auch kleine Aufgaben oder Sprachrätsel, die du lösen kannst. So erweiterst du nicht nur deinen Wortschatz, sondern auch deine Grammatikkenntnisse.

Lernkrimis sind in den vergangenen Jahren zu einem echten Trend und beliebten Lernhelfer geworden. Du kannst sie auch in verschiedenen Schwierigkeitsstufen kaufen, zum Beispiel

Alternativ kannst du natürlich auch jedes andere Buch nehmen, um Französisch zu lernen. Für Sprachanfänger empfehle ich aber ganz klar Lernkrimis, die auch hinten im Buch oft ein Glossar beinhalten. Wenn du als Sprachanfänger direkt zu Beginn der Leseübung nicht viel verstehst – und die Gefahr ist bei einem normalen französischen Buch groß –, sorgt das nur für Frust und du verlierst vielleicht die Lust zu lernen.

Ich habe kürzlich auch ein Buch eines französischen Freundes gelesen. Ali lernte ich vor zehn Jahren in der Sportredaktion einer Tageszeitung kennen, für die wir beide über Fußball schrieben. Er wohnt heute in Paris und arbeitet für „SoFoot“, was dem deutschen Magazin „11Freunde“ ähnelt. Wenn du also Fußball magst und dein Französisch aufbessern möchtest, kann ich dir nur sein Buch Le footballeur allergique à la neige* ans Herz legen.

Du kannst natürlich auch mit ganz normalen französischsprachigen Websites oder Blogs dein französisches Leseverständnis schulen. Dies ist ein effektiver und dazu noch kostenloser Tipp.

Französisch lernen: Meine französische Playlist

Es gibt auch so Tage, da hat man gar keine Lust, aktiv noch eine Sprache zu lernen. Wenn ich dann mein Gewissen beruhigen möchte, höre ich ganz entspannt einfach ein paar französische Lieder* und versuche in einem ersten Schritt die Wörter zu verstehen, die dort gesungen werden. Das ist eine tolle und wirkungsvolle Methode für das Hörverständnis. Wenn ich dann noch motiviert bin, suche ich im Internet nach dem Liedtext. Habe ich wohl alles richtig verstanden? Oder ging es in dem Song vielleicht um etwas ganz anderes? So schulst du nebenbei auch noch dein Leseverständnis und deinen Wortschatz.

Da ich – auch, wenn ich nicht gerade meine Französisch-Kenntnisse aufbessern möchte – ohnehin gerne französische Musik höre, habe ich hier mal eine Playlist zusammengestellt. Vielleicht treffen einige Songs ja deinen Geschmack.

In Bezug auf Musik habe ich noch einen kostenlosen Tipp: Auf Youtube findest du nämlich unzählige Musikvideos von tollen französischen Interpreten. Ganz egal, was du am liebsten magst: Chanson, Pop oder Rap. Alles da!

Französisch lernen: Kleine Lernhelfer

Wenn ich eine Sprache lerne, greife ich auch unheimlich gerne zu kleinen Lernhelfern, die mir die Sprache spielerisch beibringen oder mich unterhalten. Der Klassiker sind natürlich Sprachrätselblöcke*, von denen ich so einige besitze und auch oft benutze.

Wirklich gerne löse ich auch Wodokus*. Du weißt nicht was das ist? Kennst du ein Sudoku? Ein Wodoku ist im Grunde dasselbe. Statt Zahlen müssen jedoch Wörter in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Die französischen Wörter eines Wodoku-Rätsels gehören dann meist zu einem bestimmten Wortfeld, zum Beispiel „Farben“ oder „Gemüse“. So erweiterst du ganz einfach deinen Wortschatz.

Wenn ich wieder vermehrt Französisch spreche, fallen mir ganz oft Verben nicht ein. Das beschränkt mich natürlich sehr. Abhilfe schafft der Verbfächer von Langenscheidt*, den ich mir vor einiger Zeit mal angeschafft habe. Er hilft dir auch bei der Konjugation, was ja im Französischen mit den vielen unregelmäßigen Verben nicht immer ganz so einfach ist.

Wenn du mal Vokabeln zu einem bestimmten Thema lernen möchten, solltest du dir die Bücher aus dem Verlag Eichborn mal genauer ansehen. Erschienen sind Französisch flirten* und Französisch schimpfen*. Beides gibt es auch als Hörbücher*. So weißt du direkt, wie du die Begriffe aussprechen musst.

Französisch lernen: Filme und Serien auf Französisch

Eine tolle Lernmethode ist auch das Schauen von französischsprachigen Filmen. Das haben wir damals in der Schule schon häufig gemacht. Gerade die Franzosen sind grandiose Filmemacher und bei Amazon Prime Video* kannst du zum Beispiel viele Filme in der Originalfassung (OV) schauen. Zum Wechseln der Sprache klickst du einfach auf das Sprechblasensymbol und wählst dann Französisch. Wenn du noch nicht ganz so gut Französisch kannst, kannst du sogar deutsche Untertitel mitlaufen lassen.

Meine liebsten französischen Filme sind:

Last but not least: Weißt du, was ich mir am allerliebsten anschaue? Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen. Auf Youtube gibt es nämlich einige Folgen auf Französisch. Und da es Kinderserien sind, sind die Dialoge nicht so schwer zu verstehen.

Französisch lernen: Kontakt zu Muttersprachlern

Ich habe weiter oben schon von meinem Kumpel Ali erzählt. Er als Muttersprachler ist der perfekte Lernpartner. Denn wenn ich eins in den vergangenen Jahren gelernt habe, dann dass ich eine Sprache am besten lernen kann, wenn ich sie auch benutze oder benutzen muss. Nun spricht Ali zwar sehr gut Deutsch, aber das hat er damals nur so gut gelernt, weil er permanent mit uns Muttersprachlern zusammen war, nachfragte, wenn er was nicht verstand und so immer mehr lernte. Wenn du unter deinen Freunden also französische Muttersprachler hast, dann macht euch doch mal den Spaß und schreibt euch Nachrichten auf Französisch oder telefoniert auf Französisch. Das mag anfangs vielleicht unangenehm sein, aber du wirst sehen, dass es dir hilft.

Im Internet gibt es auch allerhand Webseiten, wo französische Muttersprachler einen so genannten Tandem-Partner suchen, um ihr Deutsch zu verbessern. Ihr kommuniziert bei eurer Übung, die per Mail, Telefon oder persönlichem Treffen stattfinden kann, die Hälfte der Zeit auf Deutsch, damit dein Partner sich verbessern kann, und die andere Hälfte der Zeit auf Französisch für deinen Lerneffekt.

Jetzt bist du dran: Möchtest du Französisch lernen? Oder lernst du gerade Französisch? Frischst du vorhandene Kenntnisse auf oder fängst du ganz von vorne an? Mit welchen Hilfsmitteln lernst du?

Du möchtest in Frankreich dein Französisch aufbessern, bist aber nicht sicher, welche Region du besuchen möchtest? Dann schaue dir diesen Reiseführer* mal genauer an.

Du hast dich für eine Region entschieden? Hier bekommst du weitere Inspiration für Ausflüge.*

Du suchst ein Hotel in Frankreich? Hier wirst du sicher fündig.*

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4 Kommentare zu “Französisch lernen: Tipps und Tricks für Autodidakten

  1. Julia

    Hallo Christine, danke für den interessanten Artikel. Ich überlege mir im Moment, mein Französisch aufzubessern. Hatte es bereits drei Jahre lang in der Schule, aber das liegt schon einige Zeit zurück. Ich wollte es schon immer mal aufbessern und jetzt habe ich durch meinen französischen Freund sogar einen Grund haha. Muss mich trotzdem noch etwas motivieren.

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Julia,

      wenn das mal kein guter Grund ist. 😉
      Aber ich kann dich verstehen. Ich hatte es ja immerhin sieben Jahre in der Schule und als ich es dann das erste Mal wieder wirklich brauchte, lag die Schulzeit eine gefühlte Ewigkeit zurück und ich kam ganz schön ins Schwimmen.

      Viel Spaß und Erfolg beim Lernen!

      Liebe Grüße
      Christine

    2. Judith

      Super Auflistung. Ich merke immer wieder wie sehr die Landessprache (wenn es auch nur ein paar Brocken sind) einem auf Reisen ganz neue Tore öffnet und echt dabei hilft typiscvhe Tourifallen zu umgehen. Mein Französisch ist mittlerweile wirkliuch gut, was aber insbesondere daran liegt, dass ich es wirklich lernen WOLLTE und nicht musste. Gerade bin ich auch an spanisch dran und finde, dass es dank youtube, netflix und co. echt viele Möglichkeiten gibt, die Sprache zu hören auch ohne vor Ort zu sein. Trotzdem bin ich jetzt erstmal total gespannt in deine Französisch-Playliste reinzuhören! 🙂 Alles Liebe – Judith

      1. Christine Autor des Beitrags

        Hallo Judith,

        vielen Dank für deinen Kommentar!

        Ja, dass man es wirklich wollen muss, ist ganz wichtig beim Erlernen einer neuen Sprache.
        Ich hatte damals in der Schule als erste Englischlehrerin eine Person, die null Interesse für die Sprache bei mir geweckt hat und auch nicht wirklich zum Lehrerinnenberuf gemacht war. Nur eine Schülerin in unserer Klasse war wirklich gut in Englisch, alle anderen hatten immer ein großes Fragezeichen im Gesicht und verstanden aufgrund der etwas seltsamen Lehrmethoden (“Vokabeln muss man nicht lernen”, “Du heißt zwar Christine, aber ich nenne dich nur Susan …”) so gut wie nichts. Diese Lehrerin kümmerte sich fast ausschließlich um diese eine Schülerin, die ohnehin die absolute Überfliegerin war und alle anderen blieben auf der Strecke. Als 11-Jährige war das Ausland oder England für mich weit weg, und somit hatte ich irgendwann keine Lust mehr auf die Sprache und fast allen meiner Klassenkameraden ging es ähnlich. Diesen Rückstand von damals habe ich nie wieder aufgeholt. Ich fühle mich bis heute unwohl, wenn ich Englisch sprechen muss und aufgrund der vielen negativen Erfahrungen zur Schulzeit habe ich auch nicht wirklich Interesse, das zu ändern.

        Anders ist es mit Französisch. Meine erste Lehrerin hat mir total viel Lust auf die Sprache gemacht und ich wollte immer mehr können und habe richtig Spaß entwickelt, diese Sprache zu lernen. Jetzt im Erwachsenenalter ist es beim Italienischen ähnlich, auch wenn ich oft an der Grammatik verzweifle. Aber ich möchte es unbedingt können.

        Liebe Grüße
        Christine

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