Zur Tulpenblüte nach Holland: Das Tulpenfestival in Flevoland

Wenn es etwas gibt, das mir alleine beim bloßen Anblick gute Laune bereitet, dann sind das Tulpen. Was läge da also näher, als im Frühjahr zur Tulpenblüte nach Holland zu fahren? In den Niederlanden gibt es im April und Mai die eine oder andere Tulpenroute, die du mit dem Auto oder dem Fahrrad abfahren kannst. Ich habe das Tulpenfestival in Flevoland besucht. Wie es mir gefallen hat, erzähle ich dir gern.

Wenn es ginge, würde ich das ganze Jahr über Tulpen auf meiner Fensterbank haben. Immer in einer anderen Farbe, manchmal vielleicht auch bunt gemischte Sträuße. Tulpen gehen einfach immer. So verwundert es auch nicht, dass es schon lange ein Wunsch von mir war, mir Tulpenfelder in Holland anzuschauen. So weit wohne ich ja schließlich gar nicht weg von den Niederlanden. Von Bochum aus ist es nur ein Katzensprung “rüber” und ich nutze diesen Vorteil oft, um Tagesausflüge ins Nachbarland, zum Beispiel zum Markt nach Winterswijk, zu unternehmen. Da meine Mutter Blumen noch lieber mag als ich, verband ich das Angenehme mit dem Nützlichen. Ich schenkte ihr zu Weihnachten einen Gutschein für einen Ausflug zur Tulpenroute nach Holland.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Welche Tulpenveranstaltung ist richtig für uns?

Details legte ich bei meinem Gutschein noch nicht fest. Denn bei genauerer Recherche stellte ich fest, dass es viel mehr Veranstaltungen rund um die Tulpe in den Niederlanden gibt als ich bisher dachte. Klar, vom Keukenhof hat sicher jeder schon einmal gehört. Dass zwischen Den Haag und Amsterdam, rund um Lisse, unzählige Tulpenfelder sind, wusste ich auch. Aber es gibt ja noch so viel mehr.

Nach einiger Zeit entdeckte ich die Tulpenrouten in Flevoland und war gleich begeistert. Denn so weit wollte ich eigentlich gar nicht fahren, um die Tulpenfelder in den Niederlanden zu sehen. Nach Lisse ist es ja dann doch immer ein Stückchen, auch wenn alleine der Anblick der Fotos aus Lisse schon Lust macht, direkt ins Auto zu steigen.

Flevoland liegt nördlich von Apeldoorn und Zwolle direkt am Ostufer des Ijsselmeers und ist von Bochum aus in ungefähr zwei Stunden zu erreichen (knapp 200 Kilometer). Selbst, wenn wir nur einen Tagesausflug geplant hätten, wäre das locker machbar gewesen. Wir entschieden uns allerdings für eine Kurzreise mit Übernachtung.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Auf zum Tulpenfestival in Flevoland

Flevoland hatte ich bisher nie als Reiseregion auf dem Schirm. Nein, ich hatte noch nicht einmal gewusst, dass Flevoland existiert. Die Provinz gibt es erst seit 1986. Sie besteht zu einem großen Teil aus Land, das erst im vergangenen Jahrhundert aus dem Ijsselmeer gewonnen wurde und im Schnitt fünf Meter unter dem Meeresspiegel liegt. In Flevoland findest du gleich fünf Tulpenrouten: die Autostrecke Dronten, die Autostrecke Lelystad, die Autostrecke Swifterbant, die Autostrecke Zeewolde und die Autostrecke Noordoostpolder.

Die letztgenannte Strecke soll mit bis zu 120 Kilometern die längste Tulpenroute in den Niederlanden sein. Wir entschieden uns für sie, zumal es rund um die Route auch in jedem Jahr ein Tulpenfestival gibt, das circa von Mitte April bis rund um den 10. Mai dauert (die Daten variieren immer leicht). Das heißt: Du fährst nicht nur ein paar Tulpenfelder ab, du kannst auch verschiedene Veranstaltungen rund um die Tulpe besuchen. Das können Kunstausstellungen sein, Cafés, die sich Spezielles einfallen lassen, oder Pflückgärten. Es gibt auch Helikopterflüge über die Tulpenfelder und vieles mehr. Hier lohnt sich immer ein Blick auf die Seite des Tourismusverbandes der Region, wo du auch die Tulpenrouten im Detail anschauen und runterladen kannst.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Unsere Route

Da ich immer gerne vorbereitet bin, schaute ich mir unsere ausgesuchte Tulpenroute im Internet vorher genau an und schrieb mir Orte auf, die mir als Anhaltspunkte dienen sollten, sollte auf der Strecke selbst nichts ausgeschildert sein. Ich entschied, dass wir die Route im Uhrzeigersinn fahren werden. Du kommst über eine Brücke in den Noordoostpolder und landest in Ens. Ich programmierte mir also Kampstraße 1 in Ens ins Navigationsgerät vor dem Start in Bochum ein.

Nach Ens notierte ich folgende Städte als Orientierungspunkte: Nagele, Emmeloord, Espel, Creil, Rutten, wieder Emmeloord, Blankenham, Marknesse, Kraggenburg und wieder Ens. Dies sind die Orte, die auf unserer Route 2018 von Bedeutung waren. Die Route ändert sich von Jahr zu Jahr leicht und variiert auch leicht in der Länge (zwischen 105 und 120 Kilometer). Wer ein paar Tage mehr Zeit hat, kann die Tulpenroute auch wunderbar mit dem Fahrrad abfahren.

Gut vorbereitet starten wir also im Ruhrpott, um dann in Ens und auf der weiteren Strecke festzustellen, dass meine ganze Vorbereitung gar nicht hätte sein müssen. Sobald du in Ens bist, findest du an der Straße und an Kreuzungen immer gut sichtbare Wegweiser. Das war wirklich sehr angenehm und gut organisiert von den Veranstaltern des Tulpenfestivals.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Highlight Nummer 1 – Tulpenfelder in Nagele

Einige Minuten nach dem Start unserer Tulpenroute fanden wir direkt das vor, was wir unbedingt sehen wollten: bunte Tulpenfelder. Wir hielten an, konnten mein Auto direkt am Straßenrand parken und liefen zu den Feldern. Das Gelände in Nagele war so groß, dass sich alles ein bisschen verlief.

Man konnte zahlreiche Fotos machen, ohne andere Reisende und Ausflügler zu stören. Man konnte zwischen den Tulpen umherspazieren, an ihnen riechen, sich an ihrem Anblick erfreuen. Schon kurz nach dem Start unserer kleinen Rundfahrt war ich absolut zufrieden. Aber es kam noch besser.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Highlight Nummer 2 – Tulpengarten in Espel

Wir fuhren weiter und wurden in Espel wieder auf ein Gelände aufmerksam, an dem viele Autos parkten. Auch ich konnte mein Auto dort abstellen und sehen, warum dort so viele Besucher waren: Wir hatten einen Tulpengarten entdeckt. So viele verschiedene Tulpensorten auf kleinem Raum hatte ich noch nie gesehen. Alle Sorten waren beschriftet und am Straßenrand konntest du dich direkt mit Tulpen, aber auch Tulpenzwiebeln eindecken. In Espel habe ich auch meine beiden liebsten Fotos der gesamten Route geschossen, die du als Aufmacher bewundern kannst. Denn von den vielen verschiedenen Tulpensorten hattest du auch einen wundervollen Blick auf zahlreiche weitere Tulpenfelder am Horizont.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Highlight Nummer 3 – Das Tulpenerlebnisfeld in Creil

Ebenfalls unzählige verschiedenen Tulpenarten (es sollen mehr als 500 sein) kannst du auf dem Tulpenerlebnisfeld in Creil anschauen. Diesen Ort steuerten wir am ersten Tag gegen Nachmittag an. Es war mittlerweile etwas voller geworden, sodass die Parkplatzsuche nicht mehr ganz so einfach war. Dennoch liefen wir nur circa fünf Minuten vom Auto zum Tulpenerlebnisfeld.

Mir gefielen dort vor allem die kleinen Kunstwerke beziehungsweise Bilder, die mit der Hilfe der Tulpen geformt worden sind. Zusätzlich gab es dort ein Hofcafé, zahlreiche Spielmöglichkeiten für Kinder, lustige Fotospots (zum Beispiel überdimensional große Holzschuhe, in die du dich reinstellen konntest) und nur einen Katzensprung entfernt starteten Helikopterflüge über die Tulpenfelder.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Highlight Nummer 4 – Tulpencafé in Creil

Von den ersten drei Highlights hatte ich jeweils im Vorfeld der Tulpenroute gehört und sie auch auf den von den Touristeninformationen ausgegebenen Plänen gefunden. Mein letztes Highlight kann ich leider überhaupt nicht verorten. Doch es ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass auf der gesamten Tulpenroute positive Überraschungen lauern.

Wir hatten uns am ersten Tag gerade dazu entschieden Richtung Emmeloord zu unserem Hotel zu fahren, als ich auf der Tulpenroute an einem Straßenschild einen handgeschriebenen Zettel las, der Kuchen versprach. Dafür bin ich ja immer zu haben. Wir folgten der auf dem Zettel angegebenen Richtung, passierten eine kleine Einfahrt und kamen zu einer Art umgebauten Bauernhof, wo ich Mühe hatte, einen Parkplatz zu finden, aber dennoch das Auto so abstellen konnte, dass ich niemanden störte. Wir hatten ein kleines Paradies mit Café, einem Tulpengarten, einer Art Dritte-Welt-Laden und Kunstatelier entdeckt.

Weil Koningsdag war, hatten sie eine Oranjetorte im Angebot – das Stück kostete um die 1,50 Euro, wenn ich mich recht erinnere. Dazu gab es Tee, der nochmal um die 1,50 Euro kostete. Ich mag ja eigentlich keine Sahnetorten, aber diese Sahnetorte mit einem Hauch Orange war eine der leckersten Torten, die ich je gegessen habe. Im Angebot hatte das Café außerdem auch kleine warme Gerichte, die ebenfalls nicht viel kosteten. Dazu saß man gemütlich und konnte sich nach dem Essen im Atelier noch schöne Tulpenbilder anschauen.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Unser Hotel in Emmeloord

Wie ich bereits in einem Extra-Beitrag beschrieben habe, hatten wir unfassbar viel Pech, weil wir unseren Ausflug ausgerechnet am Koningsdag starteten. Ich werde den Namen unseres Drei-Sterne-Hotels öffentlich nicht nennen, weil selbst das ja eine gewisse Werbung darstellt. Das hat dieses Haus einfach nicht verdient, auch wenn es durch die Tulpenzimmer auf die Gäste der Tulpenroute spezialisiert zu sein schien.

Ich fasse kurz zusammen, was mir nicht gefiel: Der Vorplatz unseres Hotels wurde in eine Art Ballermann-Partymeile mit unzähligen Bierwagen umfunktioniert. Überall liefen schwer Betrunkene rum, vor unserem Schlafzimmerfenster war eine Kirmes, die bis nach 0 Uhr dauerte und dann die ganze Nacht lautstark abgebaut wurde, die versprochenen Parkplätze waren abgesperrt und es gab auch auf Nachfragen keinen Ersatz, sondern nur Schulterzucken und ein “Ist halt so” von den “netten” Hotelmitarbeitern. Auch gegen die zahlreichen Prostituierten im Hotel-Foyer unternahmen sie nichts.

Wenn du also die Tulpenroute Noordoostpolder fahren möchtest, ist Emmeloord ein guter Übernachtungsort, weil die Stadt direkt mittig liegt und du von dort aus an jedem Punkt der Route wirklich schnell bist. Allerdings solltest du nicht rund um den Koningsdag fahren und auch dieses Hotel in der Straße “De Deel” besser meiden.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Mein Fazit

Dieser Ausflug hat sich definitiv gelohnt. Ich habe nicht gewusst, dass es von meiner Heimat so nah ist zur Tulpenblüte in Holland und ich war begeistert von der Vielfalt der Tulpe, die während der ganzen Route erlebbar war. Diesen Ausflug kann man auch mehrmals machen und entdeckt sicher immer etwas Neues. Besonders gut hat mir gefallen, dass man so nah ran kam und wirklich durch die Felder spazieren konnte. Es ist ein Fest für jeden, der gerne fotografiert. Es hätte auch nicht geschadet, den Ausflug mit zwei Übernachtungen zu planen. Zu sehen gab es definitiv genug. Da das Ijsselmeer an der Route liegt (wir haben nur kurz Urk besucht), kann man auch dort noch eine schöne Zeit verbringen.

Schade war, dass wir mit dem Hotel und dem gleichzeitig stattfindenden Koningsdag so viel Pech hatten. Aber nun weiß ich, dass ich rund um den niederländischen Nationalfeiertag einen großen Bogen um Holland mache. Ich werde in dieses Hotel keinen Fuß mehr setzen, auch wenn es bei den Tourismusverbänden immer zuerst genannt wird, wenn es um die Tulpenroute in Flevoland geht. Wenn man die Gäste des Tulpenfestivals empfangen möchte, dann sollte man sie auch als Gäste behandeln und nicht als unangenehmen Störenfried, der sein Geld dort lassen soll und sonst am besten still zu sein hat. Beim nächsten Mal werde ich mir wohl ein kleines Bed & Breakfast aussuchen, wenn ich zur Tulpenroute nach Holland fahre.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Kleiner Wehrmutstropfen

Etwas schade fand ich noch, dass ich kein klassisches Foto mit Tulpen und Windmühlen machen konnte. Denn aufgrund der Besonderheit, dass die Region so jung ist, gab es natürlich keine klassische Windmühle dort, mit der man ein schönes Tulpenfoto hätte machen können (nur moderne Windräder). Aber das konnte ich gerade noch so verschmerzen. Auch ohne eine Windmühle, habe ich unfassbar lange gebraucht, aus meinen Unmengen an Bildern, die auszuwählen, die letztendlich in diesem Text gelandet sind.

Zur Tulpenblüte nach Holland: Ein kleiner Hinweis zum Schluss

Eine Anmerkung darf mir erlaubt sein: Ich bin meist die Erste, die sich darüber aufregt, wenn die Niederlande fälschlicherweise als Holland bezeichnet werden, denn Holland ist nur ein Teil der Niederlande. Aber es hat sich gezeigt, dass der Begriff Holland in Deutschland einfach gebräuchlicher ist als Niederlande. Drum habe ich mich auch an den meisten Stellen im Text zu der – eigentlich falschen – Bezeichnung hinreißen lassen. Ich hoffe, es sei mir verziehen.

Magst du Tulpen auch so sehr? Hast du mal ein Tulpenfestival besucht? Welche Veranstaltung rund ums Thema Tulpe kannst du empfehlen?

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