Lago Maggiore: Der Koloss von Arona

Wusstest du, dass am Lago Maggiore einst die größte von innen begehbare Statue der Welt zu besichtigen war? Es handelt sich um die Statue des heiligen Carlo Borromeo, die 1698 fertiggestellt wurde. Bis heute ist der Koloss von Arona eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten am Lago Maggiore.

35 Meter misst die Borromeo-Statue. Von 1698 bis 1886 war sie die weltweit größte von innen begehbare Statue und zog schon unzählige Besucher und Schaulustige in ihren Bann. Erst die Eröffnung der Freiheitstatue in New York* nahm dem Koloss von Arona diesen besonderen Titel. Dennoch: Bis heute ist die Borromeo-Statue die zweitgrößte von innen begehbare Statue der Welt. Doch wer war das eigentlich, dieser Carlo Borromeo?

Koloss von Arona: Wer war Carlo Borromeo?

Der Name Borromeo wird dir schon öfter untergekommen sein, wenn du dich mit dem Lago Maggiore und seinen Sehenswürdigkeiten beschäftigt hast. Am bekanntesten sind sicherlich die Borromäischen Inseln, zu denen auch die Isola Bella und die wunderbare Isola Madre zählen. Und auch die Burg in Angera ist im Besitz der adeligen Familie Borromeo, deren berühmtestes Mitglied wohl Carlo Borromeo war.

Carlo Borromeo wurde am 2. November 1538 in Arona geboren. Sein Vater war Gilberto Borromeo, Graf von Arona, seine Mutter Margherita de’ Medici. Mit 7 Jahren trat Carlo der Kirche bei, bereits mit 12 Jahren war er Abt der Benediktinerabtei Arona. Er studierte an der Uni Pavia Kanonisches Recht und graduierte 1559. Nach dem Studium folgte er seinem Onkel Giovanni Angelo Medici nach Rom, der dort unter dem Namen Pius IV zum Papst gewählt worden war.

In Rom wurde Carlo erst Kardinalstaatssekretär und 1564 von seinem Onkel zum Erzbischof von Mailand ernannt, woraufhin er dorthin zog. Das Wohlergehen anderer Menschen lag Carlo in einer von Pest und Hungersnöten bestimmten Zeit sehr am Herzen. Er besuchte zahllose Krankenhäuser und setzte sich dafür ein, dass karikative Einrichtungen gebaut wurden, um den Menschen zu helfen. Carlo Borromeo reiste viel und ließ sich auch von gesundheitlichen Rückschlägen nicht davon abhalten. Er besuchte die zum Erzbistum Mailand gehörenden Orte und hörte sich die Leiden und Wünsche der Menschen an. Eine Reise nach Ascona strapazierte den gesundheitlich angeschlagenen Carlo Borromeo 1584 so sehr, dass er am 3. November 1584 kurz nach seiner Rückkehr nach Mailand starb. Da er nach Sonnenuntergang starb, wird häufig auch der 4. November als Sterbedatum genannt. Der 4. November ist bis heute sein katholischer Gedenktag. 1602 wurde Carlo Borromeo seliggesprochen, 1610 erfolgte die Heiligsprechung. 

Koloss von Arona: Lage, Anreise und Öffnungszeiten

Die Borromeo-Statue suchte ich lange Zeit vergeblich im Stadtzentrum von Arona. Einige Reiseführer, mit denen ich mich auf meine Lago-Maggiore-Reisen vorbereitete, schrieben nämlich, dass die Statue in einem Park nahe des Ortszentrums zu finden sei. Wieder einmal frage ich mich, ob die Autoren tatsächlich mal in Arona waren oder nur schlecht gegoogelt haben …

Die Borromeo-Statue findest du außerhalb des Stadtzentrums auf dem Sacro Monte di Arona, also einem heiligen Berg. Eine Anreise ohne Auto ist so gut wie unmöglich und selbst wenn du mit dem Auto dorthin möchtest, musst du dich auf eine enge Serpentinenstraße einstellen, die du bewältigen musst. Achte auf der Uferstraße unbedingt auf die Hinweisschilder zum Berg, denn die Einfahrt kann man leicht verfehlen. Die Straße, die hoch zum Berg führt, ist die Via Verbano.

Direkt vor der Statue ist ein großer Parkplatz, der allerdings gebührenpflichtig ist. Einen kostenlosen Parkplatz findest du in der Via Partigiani nur einen Steinwurf vom gebührenpflichtigen Parkplatz entfernt. Ich konnte diesen bei meinem Besuch leider nicht nutzen, da ausgerechnet auf dem Parkplatz ein großes Treffen von Fiat-Freunden stattfand, die dort ihre Fiat 500er präsentierten.

Mehr Infos zu Eintrittspreisen und Öffnungszeiten der Borromeo-Statue bekommst du hier.

Koloss von Arona: Was du alles sehen kannst

Herzstück des Sacro Monte ich natürlich der Koloss von Arona, also die Statue von Carlo Borromeo inklusive Aussichtsterrasse. Wie schon anfangs erwähnt, kannst du die 35-Meter hohe Statue auch von innen besichtigen und aus den Augen von Carlo Borromeo auf den Lago Maggiore schauen. Doch dieser Ausflug ist nichts für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Das Erklimmen der Statue wird nur Erwachsenen gewährt, die keine Gehbehinderung oder sonstige Einschränkungen haben. Es wird auch dringend davor gewarnt, die Statue zu besuchen, wenn man unter Platzangst leidet. Da dies bei mir der Fall ist, kann ich dir keine Bilder liefern. Hätte ich aber auch bei einer Besichtigung nicht können, denn das Fotografieren ist in der Statue nicht erlaubt, da es dort zu eng ist.

Selbst der Aufstieg auf die Aussichtsterrasse ist für Menschen mit Platzangst oder Gehbehinderung nicht einfach. Denn es führen zwei sehr enge Wendeltreppen rauf zur Aussichtsplattform. Eine hoch und eine runter. Ich versuchte mehrmals einen Aufstieg. Doch mir war es einfach zu eng. Ich blieb einige Zeit unten stehen und beobachtete die anderen Besucher. Kein einziger schaffte es bis oben. Schade. Diese Info über die Wendeltreppen hätte ich gerne vor meinem Besuch gehabt. Dann hätte ich mir das Eintrittsgeld nämlich sparen können.

Die Statue steht in einem als botanischer Garten titulierten Park, der einige Info-Tafeln zum Leben und Wirken von Carlo Borromeo enthält.

Koloss von Arona: Mein Fazit

Für mich hat sich der Ausflug leider nicht gelohnt. Selbst wenn ich es auf die Aussichtsterrasse geschafft hätte, wäre mein Fazit nicht viel besser ausgefallen. Warum? Weil hier von den Betreibern mehr versprochen wird, als sie letztendlich liefern. So wird zum Beispiel auch auf der Homepage – zusätzlich zur Statue – vollmundig ein botanischer Garten angekündigt. Doch gerade dieser entpuppte sich als komplette Enttäuschung. Es blühte bei meinem Besuch im Juni 2019 keine einzige Pflanze. Stattdessen fand ich ein paar verwilderte Grünpflanzen und Bäume vor, die ich an jeder Ecke am Lago Maggiore sehen kann, ohne Eintritt zu bezahlen. Das ganze Areal wirkte dazu sehr ungepflegt und die zahlreichen vollen Mülltonnen machten den Garten auch nicht schöner. Wenn man andere botanische Gärten am Lago Maggiore gesehen hat (zum Beispiel die Villa Taranto oder die Villa Pallavicino) kann man nur enttäuscht sein.

Einzig die Aussicht von einigen Stellen des Parks war ganz schön, aber die gleiche Aussicht kannst du auch von einer anderen Stelle aus haben …

Koloss von Arona: Eine kostenlose Alternative

Die Borromeo-Statue kannst du vom Parkplatz aus wunderbar sehen und auch von dort aus Fotos machen. Den großartigen Ausblick bekommst du in der Kirche rechts neben dem Kassenhäuschen, die passenderweise Chiesa di San Carlo heißt. Gehe unbedingt bis ganz hinten durch. Dort findest du einige Kirchenfenster, durch die du den gleichen tollen Ausblick auf den Lago Maggiore hast, wie von der Statue aus.

Und weißt du was: In der Kirche findest du auch noch eine umfangreiche Ausstellung mit unzähligen Fakten über Carlo Borromeo. So viele Infos bekommst du im kostenpflichtigen Park nicht.

Jetzt bist du dran: Warst du mal an der Borromeo-Statue in Arona? Bist du auch auf der Aussichtsterrasse gewesen oder vielleicht sogar in der Statue? Wie hat es dir gefallen?

Weiterlesen: Mein Kollege Daniel von Fernwehblog war ebenfalls am Lago Maggiore und hat weitere Tipps für einen tollen Tag in Arona mitgebracht.

Du möchtest mehr Infos über den Lago Maggiore? Dieser Reiseführer* liefert sie dir.

Lust bekommen? Hier erhältst du weitere Inspiration für Ausflüge am Lago Maggiore.*

Du suchst ein Hotel am Lago Maggiore? Hier wirst du sicher fündig.*

Auf der Suche nach passender Urlaubslektüre? Dann empfehle ich dir gerne Die Tote am Lago Maggiore* von Bruno Varese und Tutto Bene* von Andrea Di Stefano.

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4 Kommentare zu “Lago Maggiore: Der Koloss von Arona

  1. Johannes

    Der Aufstieg auf (oder besser gesagt in) die Statue ist wirklich happig, ich habe ihn hinter mich gebracht da die Aussicht – besonders aus Carlos Augen, das gefällt mir irgendwie – wirklich prächtig ist. Ein zweites Mal möchte ich da aber auch nicht hinauf, wenn ich ganz ehrlich bin…

    Aber toll war es trotzdem, ich liebe die Gegend einfach. Der Lago Maggiore gehört schon seit Jahren zu unseren Favoriten und im Italienurlaub halten wir jedes Mal fast die gleiche Route ein, zuerst nach Luino (zu Unrecht unterschätzt!), dann zum Shoppen nach Mailand und auf dem Rückweg in den Wellnessurlaub nach Südtirol, weil man sich ja sonst nichts gönnt 😀 aus demselben Grund oft auch einen Abstecher an den Gardasee zum Fischessen, das aber unregelmäßig.

    Glg Hannes

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Hannes,

      danke für deinen Kommentar. Ich kann mir vorstellen, dass der Ausblick auf den See wirklich prächtig ist. Wenn nur die Strapazen davor nicht wären. 😉

      Luino finde ich auch toll. Allerdings habe ich es noch nie ohne Markt erlebt. Ein Ausflug an einem Nicht-Markttag steht aber auf meiner Muss-ich-sehen-Liste recht weit oben.

      Liebe Grüße
      Christine

  2. Marietta

    Hallo Christine
    Dieser Beitrag kommt mir gerade super gelegen. Jetzt kann ich mir die geplante Besichtigung im April sparen 😂 und dafür etwas länger an der Seepromenade in Arona verweilen. Hast du evtl. einen Restaurant Tipp für Arona? Danke schon mal.
    Lg Marietta

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Marietta,

      das freut mich, dass dir der Tipp gelegen kommt. 🙂
      Ich finde das Marconi Beach immer super. Dies ist – wie der Name vermuten lässt – eine Beachbar, in der du aber auch essen kannst. Der Blick auf den See ist traumhaft.

      Liebe Grüße und viel Spaß am See,
      Christine

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