Stadionbesichtigung in Mailand: Eine Tour durch San Siro

Wusstest du, dass in Mailand das größte Fußballstadion Italiens zu finden ist? Das Giuseppe-Meazza-Stadion fasst derzeit 80.018 Zuschauer und ist die Heimat von gleich zwei Top-Klubs der Serie A: dem AC Mailand und Inter Mailand. An Karten für Spiele kommst du nicht immer ganz so leicht, besuchen kannst du den Tempel während einer Stadionbesichtigung in Mailand aber trotzdem. Dass ich als Fußballfan von dem Angebot Gebrauch gemacht habe, muss ich nicht extra erwähnen, oder?

Irgendwie bin ich total froh, dass ich mittlerweile schon so oft in Mailand war, dass ich die größten Sehenswürdigkeiten alle “abgearbeitet” habe. Jetzt kann ich mich bei meinen Tagesausflügen in die Stadt auch meinen ganz speziellen Interessen widmen. Deshalb habe ich mir im vergangenen September den Wunsch erfüllt, mir endlich mal das Mailänder Fußballstadion anzuschauen. Lange hatte ich das Vorhaben ein wenig aufgeschoben, weil ich mir nicht sicher war, ob eine bloße Stadionbesichtigung 17 Euro wert ist. Doch meine Neugier war einfach zu groß.

Da ich U-Bahnen nicht besonders mag, entschied ich mich für eine Anreise mit der Straßenbahn. Ganz in der Nähe des Doms stieg ich ein und wurde direkt bis vor den Eingang von San Siro, wie das Stadion auch genannt wird (eigentlich ist es der Name des Stadtteils), gefahren. Schon von außen beeindruckte mich der Bau sehr. Ich musste mich sehr weit vom Stadion entfernen, um es in Gänze auf ein Foto zu bekommen. So groß hatte ich es mir irgendwie nicht vorgestellt.

Stadionbesichtigung in Mailand: Start im Museum

Ich lief weiter und entdeckte direkt ein Schild, dass mir mitteilte, wo ich meine Eintrittskarte kaufen kann: Du bekommst sie am Eingang 8. Die Dame hinterm Schalter war ziemlich genervt und lächelt wohl auch nur, wenn niemand hinsieht, aber sei’s drum. Ich bekam mein Ticket. Sie war übrigens die einzige unfreundliche Person dort. Alle anderen Mitarbeiter waren sehr hilfsbereit und zuvorkommend.

Wenn du dein Ticket hast und den Eingang passiert hast, kommst du direkt ins Museum. Dort nahm mich direkt der spätere Tourguide in Empfang. Er fragte, welche Sprache ich bevorzugen würde (Deutsch war in naher Zukunft nicht im Angebot, sodass ich Englisch wählte) und teilte mir mit, dass in circa 15 Minuten die nächste Führung starte, ich mir aber so viel Zeit im Museum lassen könne, wie ich wollte. Nach der Stadionführung hast du keine Chance mehr, ins Museum zurückzukommen. Stadionführungen starten aber ohnehin alle 20 bis 30 Minuten, sodass du dich gar nicht stressen musst.

Ich schaute mich im Museum um, dass aus zwei (sehr kleinen) Stockwerken besteht. Hauptsächlich sind Trikots von ehemaligen Spielern der Mailänder Vereine, Wimpel oder alte Zeitungsartikel ausgestellt. Letztere interessierten mich als ausgebildete Redakteurin, die jahrelang selber über Fußball geschrieben hat, natürlich besonders. Dennoch muss ich insgesamt sagen, dass ein einzelner Museumsbesuch, der derzeit für Vollzahler 7 Euro kostet, das Geld nicht wirklich wert ist, sofern man nicht glühender Anhänger von einem der beiden Mailander Vereine ist. Es ist sehr klein und die 15 Minuten bis zur Führung haben mir tatsächlich gereicht.

Stadionbesichtigung in Mailand: Auf den Spuren von Paolo Maldini 

Die Führung startete in der Eingangshalle, wo unser Guide uns was über Giuseppe Meazza, dem Namensgeber des Stadions, erzählte. Dann ging es weiter ins Heiligste, die Kabine. In Mailand gibt es sogar zwei Heimkabinen zu besichtigen. Wir starteten in der Kabine vom AC Mailand. Sie ist sehr edel eingerichtet. Jeder Spieler hat einen eigenen Ledersessel, die du als Besucher auch austesten darfst. Sitze dort, wo vielleicht einst Paolo Maldini, Jens Lehmann, Kaka, Rivaldo oder Ronaldo (der Richtige, nicht CR7) gesessen haben. Unser Tourguide erklärte uns, dass die Philosophie des Vereins ist, es den Spielern in der Kabine so gemütlich wie möglich zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie als Individen sehr wichtig sind. Deshalb ist die Kabine im Gegensatz zu der Kabine von Inter Mailand auch sehr luxuriös ausgestattet. Die Kameras liefen in der Kabine auf Hochtouren und unser Guide beantwortete alle Fragen und ließ uns auch genug Zeit für Bilder.

Genug Zeit hatten wir auch in der Kabine von Inter Mailand, die mich persönlich mehr angesprochen hat, obwohl ich weitaus mehr aktuelle und ehemalige Spieler vom AC Mailand aufzählen könnte. Sie ist sehr bodenständig eingerichtet, mit einer durchgehenden Bank für die Spieler. Dies ist Absicht, denn Inter Mailand gilt als der bodenständigere der beiden Klubs und ähnelt damit einfach mehr meinem Lieblingsverein, dem VfL Bochum (ich weiß, an anderen Stellen hinkt der Vergleich doch sehr …). Die Einrichtung der Kabine ist extra so gewählt. Sie soll zeigen, dass jeder Spieler – egal ob Routinier oder Youngster – gleich ist und man nur als Team erfolgreich sein kann, wenn man an einem Strang zieht.

Stadionbesichtigung in Mailand: Eine Stippvisite zum heiligen Rasen

Nach den Kabinen führte uns unser Tourguide zum Rasen. Natürlich durften wir ihn nicht betreten, die zuständigen Greenkeeper beobachteten uns meist genau, denn sie hatten gerade viel zu tun, da abends noch ein Spiel im Giuseppe-Meazza-Stadion stattfand. In einem unbeobachteten Augenblick habe ich aber das Grün kurz angefasst.

Wie immer hat unser Tourguide noch sehr viel zum Stadion selbst, dem Rasen und den Rängen erklärt, aber die meisten Besucher hörten nicht zu und fotografierten sich stattdessen aus allen möglichen Perspektiven, obwohl wir später noch genug Zeit für Erinnerungsfotos bekamen. In solchen Situationen verfluche ich das heutige Zeitalter. Jedem geht es nur um das perfekte Bild, das eigentliche Erlebnis und die eigentlichen Infos verpassen die meisten Menschen dadurch völlig.

Stadionbesichtigung in Mailand: Was leider nicht zu sehen war

Die Stadionbesichtigung in Mailand endete tatsächlich am Rasen. Und bei aller Begeisterung über das monströse Schmuckstück, muss ich sagen, dass ich auch ein wenig enttäuscht war. Denn den für mich wichtigsten Bereich – den Pressekonferenzraum – konnte man nicht anschauen. Auch die Mixed-Zone, also der Bereich, indem nach dem Spiel die Interviews mit den Spielern geführt werden, konnte ich nicht wirklich sehen, sondern wurde nur einmal kurz hindurchgescheucht. Wer fotografieren wollte, wurde schnell gebeten, dies zu lassen und weiterzugehen. Das hat mich schon ein wenig irritiert. In jedem deutschen Stadion, das ich bisher während einer offiziellen Tour besichtigt habe, durfte ich die beiden Bereiche anschauen und die meisten Besucher waren gerade davon immer besonders angetan.

Schade fand ich auch, dass viele Besucher nicht besonders respektvoll den anderen Besuchern und dem Guide gegenüber waren. Unser Stadionführer hat immer alles zweimal erklärt. Einmal auf Englisch und dann auf Italienisch. Wenn er mit den englischen Erklärungen fertig war, kam es immer wieder vor, dass diejenigen, die auf die englischen Erklärungen angewiesen waren, begannen, sich in normaler Lautstärke zu unterhalten. Der Tourguide bat mehrfach darum, dies zu unterlassen, was die Personen allerdings nicht weiter störte. Deshalb brüllte er ab der Hälfte der Stadionführung seine italienischen Erklärungen. Für alle, die sich zu benehmen wussten und ihn selber war das einfach nur hochgradig unangenehm.

Stadionbesichtigung in Mailand: Anreise, Öffnungszeiten und Preise

Das Stadion ist – wie bereits oben erwähnt – per Straßenbahn (Linie 16 Richtung San Siro) leicht zu erreichen. Die Haltestelle, an der du aussteigen musst, ist gleichzeitig die Endhaltestelle und heißt “Piazzale Axum”. Wer Zeit sparen möchte, nimmt besser die Metrolinie 5 (lila, Haltestelle “San Siro Stadion”). Die aktuellen Eintrittspreise für Museum und Tour, Rabattmöglichkeiten und Öffnungszeiten kannst du hier nachschauen. Stadiontouren kannst du direkt hier buchen.*

Zum Schluss habe ich noch einen Extra-Tipp: Wenn du nur einmal einen kurzen Blick ins Stadion werfen willst, reicht ein Besuch im Fan-Shop des Giuseppe-Meazza-Stadions. Denn dort gibt es eine große Fensterfront, die dir den Blick ins Stadion ermöglicht – völlig kostenlos.

Nun bist du dran: Magst du Fußball? Warst du vielleicht sogar mal im San Siro? Eventuell sogar bei einem Spiel? Wie hat es dir gefallen?

Weitere Ideen für deine Zeit in Mailand sind diese:

Weiterlesen: Wenn du Fußballfan bist, interessierst du dich vielleicht auch für meinen Besuch im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Und wenn du bald zum ersten Mal nach Mailand fährst, hilft dir mein Text “Mailand für Anfänger” sicher weiter.

Weiterlesen: 10 Dinge, die du in Mailand vermeiden solltest

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Lust auf Mailand? Hier bekommst du weitere Inspiration.*

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