Sirmione: Der vielleicht schönste Ort am Gardasee

Als ich vor einiger Zeit auf die Idee kam, den Gardasee zu besuchen, hatte ich vor allem einen Ort im Sinn: Sirmione. Denn alles, was ich von diesem Ort bis dato an Fotos gesehen hatte, schrie nur ein Wort: malerisch. Da wollte ich unbedingt hin.

Sirmione ist ein ganz besonderer Ort am Südufer des Gardasees. Denn das kleine Städtchen, in dem etwas mehr als 8000 Menschen wohnen, liegt auf einer Halbinsel, die in den Lago di Garda hineinragt. Besonders sehenswert ist das historische Zentrum des kleinen Städtchens.

Sirmione am Gardasee: Die Scaligerburg

Wahrzeichen von Sirmione ist ohne Frage die aus dem 13. Jahrhundert stammende Scaligerburg. Sie ragt auf der Halbinsel stehend ins Wasser des Gardasees hinein. Toll sind vor allem das Hafenbecken, von wo aus viele Ausflugsschiffe starten, und die Hängebrücke, die die Altstadt und das restliche Sirmione miteinander verbindet. Leider war ein Teil der Burg von einem Gerüst verdeckt, als ich Sirmione besuchte, sodass meine Kamera nicht so sehr beansprucht wurde, wie ich es vor meinem Ausflug nach Sirmione vermutete. Aber selbst mit Gerüst ist das Castello Scaligero, wie die Burg auch genannt wird, ein absoluter Hingucker und auch sicher interessant für einen Ausflug mit Kindern.

Mein Tipp: Erkunde auch mal die malerischen kleinen Gassen rund um die Burg. Einmal wollte ich schon umkehren und entdeckte dann eine wunderschöne Bucht, an der keine Menschenseele außer mir war. Da habe ich auch das Foto gemacht, das ich als Aufmacher für diesen Text verwendet habe.

Sirmione am Gardasee: Weitere Sehenswürdigkeiten

Auch fernab der Burg hat Sirmione noch einiges zu bieten. Alleine in der Altstadt sind wirklich tolle Häuser und einige Hingucker. Berühmt sind vor allem die Grotten des Catull. Dabei handelt es sich um die Überreste einer alten römischen Villa aus dem 3. Jahrhundert. Sie gelten als bedeutendster archäologischer Fund Oberitaliens. Wer hätte das gedacht?

Auch die Thermalbäder von Catull sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Das Wasser soll bei Rheumaerkrankungen, Hautkrankheiten, Schwerhörigkeit und Erkrankungen der Atemwege helfen.

Völlig überrascht war ich vom Maria-Callas-Park, denn ich wusste nicht, dass die Sängerin ein Faible für Sirmione hatte. Ich recherchierte nach meinem Ausflug und wurde eines Besseren belehrt. Maria Callas wohnte sogar zwischen 1950 und 1959 dort. Der Park ist der perfekte Ort, um sich vom Altstadt-Trubel zu erholen.

In Italien beeindrucken mich auch immer wieder die wunderschönen Kirchen. Manchmal findest du in kleinen Orten so prachtvolle Gotteshäuser, dass du meinen könntest, du stehst im Vatikan. In Sirmione solltest du dir die Kirche Santa Maria Maggiore nicht entgehen lassen, in der du, unter anderem, Holzschnitzereien aus dem 16. Jahrhundert bewundern kannst.

Sirmione am Gardasee: Was du vor deinem Besuch wissen solltest

Was ich dir jetzt erzähle, erfährst du in den meisten Reiseführern nicht. Ja, Sirmione ist wunderschön. Ich hatte die Bilder im Netz gesehen und mich gleich in diesen kleinen Ort verliebt. Nach meinem Besuch in Sirmione war ich allerdings sehr enttäuscht. Das hatte gleich mehrere Gründe.

Zum einen ist Sirmione unfassbar teuer. Während ich in Desenzano am Gardasee zwischen 2,00 Euro und 2,50 Euro für zwei Kugeln Eis bezahlte, kosteten zwei Kugeln Eis in Sirmione 4,00 Euro. Ähnlich war es bei den Preisen bei so ziemlich allen anderen Dingen. Pizza oder Pasta für unter 10 Euro, so gut wie unmöglich. Auch die von vielen Bloggern immer als ach so niedliche Lädchen betitelten Geschäfte boten teilweise ziemlich hässlichen Ramsch aus Asien, wollten dafür aber Preise wie in Südfrankreich.

Da ich ohnehin nicht hungrig war, Trinken immer ausreichend dabei habe und ich auch keine Lust auf Shopping hatte, hätte ich darüber noch hinwegsehen können. Doch auch ein entspannter Spaziergang durch die Altstadt von Sirmione war geradezu unmöglich. Warum? Einerseits ist der Ort sehr überlaufen. Ich bin extra nicht am Wochenende gefahren, aber dennoch waren die engen Gassen voll von Menschen. Noch unerträglicher fand ich, dass durch diese engen Gassen echt noch Autos fuhren. Ich kenne viele Orte am Lago Maggiore, wo mehr Platz ist, aber dennoch keine Autos herfahren dürfen, weil es einfach zu eng ist. In Sirmione musst du dauernd aufpassen, dass du nicht umgefahren wirst.

Wirklich negativ sind mir leider auch die vielen Leute in Sirmione aufgefallen, die ihr Geld mit den Touristen verdienen, aber extrem unfreundlich zu den Menschen sind, die ihnen ihren Lebensunterhalt sichern. In einem Laden wollte ich Postkarten kaufen und wurde von dem Mann an der Kasse komplett ignoriert – auch als ich ihm auf Italienisch mitteilte, dass ich bezahlen möchte. Als ich mir eine Schifffahrkarte zurück nach Desenzano kaufen wollte, wartete ich mehr als 45 Minuten in der Mittagshitze und verpasste fast mein Schiff, weil der Verkaufsstand einfach so geschlossen wurde. Verkäufer Nummer 1 setzte sich in die Nähe des Verkaufsstands und spielte am Handy, Verkäufer Nummer 2 stand neben dem Stand und rauchte. Kann man so machen … Das fand ich alles echt schade und ich muss zugeben, dass diese Erfahrungen meinen Eindruck von Sirmione leider sehr getrübt haben.

Jetzt bist du dran: Warst du mal in Sirmione? Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich? Welche anderen Orte am Gardasee muss ich unbedingt sehen?

Weiterlesen: Auch meine Bloggerkollegen haben Gardasee-Tipps für dich, die sie dir in diesem Blogpost verraten.

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