Blick hinter die Kulissen: So entsteht ein Blogbeitrag

Normalerweise berichte ich an dieser Stelle von meinen Reisen und Ausflügen. Heute möchte ich dir allerdings mal einen kleinen Blick hinter die Kulissen gewähren. Ich zeige dir, wie meine Blogbeiträge entstehen.

Immer wieder stelle ich fest, dass viele Menschen nicht wissen, wie viel Arbeit hinter einem Blog beziehungsweise einzelnen Blogbeiträgen steckt. Das bekomme ich insbesondere immer dann zu spüren, wenn potenzielle Kooperationspartner gerne hätten, dass ich einen Text für sie schreibe, mir dann für die geleistete Arbeit aber kein Honorar zahlen wollen. “Das bisschen Geschreibe”, “Du kannst doch froh sein, dass ich dir ein Thema für deine Seite genannt habe”, und “Da machste halt irgendwie copy und paste, verlinkst uns und fertig ist der Text” sind nur drei Sätze, die schon während Kooperationsverhandlungen gefallen sind. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich nach solchen Sätzen höflich, aber dennoch mit deutlicher Begründung eine Zusammenarbeit abgelehnt habe, oder?

Heute zeige ich dir, welche Arbeitsschritte von der ersten Themenidee bis zur Veröffentlichung (und darüber hinaus) nötig sind, bis ein Beitrag auf “Die bunte Christine” landet. Vielleicht erkennt der eine oder andere Bloggerkollege sich ja in meinen Beschreibungen wieder?

So entsteht ein Blogbeitrag: Ein Blick zurück

Mittlerweile blogge ich seit mehr als drei Jahren. Und ich finde es unfassbar, wie sich die Bearbeitungszeit für einen Blogbeitrag seitdem verändert hat. Am Anfang habe ich lediglich einen Text geschrieben, Fotos hochgeladen und das ganze veröffentlicht. Fertig. Von erster Idee bis zu Veröffentlichung vergingen manchmal nicht einmal 45 Minuten. Gefunden oder gelesen wurden die Texte allerdings so gut wie nicht. Heute weiß ich, welche Fehler ich gemacht habe und gehe ganz anders vor.

So entsteht ein Blogbeitrag: Thema (aus)suchen

Ich weiß nicht, woher der Irrglaube vieler Firmen kommt, dass sie mir mit Themenvorschlägen, die natürlich völlig uneigennützig sind (Vorsicht, das war Ironie), einen Gefallen tun würden, der so groß ist, dass man auf eine Entlohnung verzichten könnte? Ich bin natürlich immer offen, um mit jedem Partner über jedes Thema zu sprechen, möchte nur dann nicht wie ein Bittsteller herablassend behandelt werden, sondern auf Augenhöhe agieren. Das impliziert ja auch das Wort “Kooperationspartner“. Aber das ist ein anderes Thema.

Meine Blogthemen gehen mir nie aus. Das ist ein großer Segen, aber auch ein Fluch. Denn ich muss mich immer für eine meiner vielen Ideen entscheiden und die Auswahl scheint riesig. Einerseits halte ich alle meine Themenideen in einem Worddokument fest. Dieses umfasst derzeit mehr als 14 Seiten. Mittlerweile habe ich zusätzlich auf meinem Desktop (und zur Sicherheit im Blogordner) einen eigenen Ordner mit dem Titel “Themenideen”. Dieser beinhaltet wiederum Unterordner, jeder mit einem eigenen Stichwort.

Derzeit befinden sich in diesem Ideenordner mehr als zwanzig Unterordner, zum Beispiel “Bologna an einem Tag“, “Lago Maggiore im Regen” oder “Stadionbesichtigung in Mailand“. Das sind alles Ideen aus dem Worddokument, die allerdings schon konkreter sind und die ich in den nächsten Wochen unbedingt umsetzen möchte. Nach welcher Reihenfolge ich dann bei der Auswahl vorgehe, ist schwer zu beschreiben. Es muss sich der richtige Augenblick für ein Thema ergeben. Meist ist es nämlich so, dass mir plötzlich die passenden Worte für einen bestimmten Beitrag in den Kopf schießen. Dann weiß ich: Okay, der Beitrag ist jetzt reif. Dann ziehe ich den Ordner auf meinen Desktop, sodass ich das Thema immer im Blick habe. Es wird somit definitiv eins der nächsten sein, das auf meinem Blog erscheint.

So entsteht ein Blogbeitrag: Fotos sichten und bearbeiten

Im Idealfall enthält der Ordner dann auch schon die Fotos für den Beitrag. Denn sobald eine Themenidee einen eigenen Unterordner bekommt, suche ich schon nach passenden Bildern. Das kann manchmal ganz schön schnell gehen, wenn ein Thema schon länger zurückliegt. Als ich noch nicht bloggte, habe ich zwar auch schon viel fotografiert, aber noch nicht so viel wie mittlerweile. Als ich kürzlich meinen Montpellier-Text geschrieben habe, hatte ich lediglich ein paar Fotos, die ich während meiner Dienstreise aufgenommen hatte. Das war sehr erfrischend und ging schnell. Wenn ich einen allgemeinen Text über den Lago Maggiore oder Italien schreibe, verplempere ich mitunter viel Zeit bei der Fotoauswahl. Ich kann mich manchmal nur sehr schwer für Bilder entscheiden.

So entsteht ein Blogbeitrag: Vorbereitung ist alles

Sind Thema und Fotos gewählt, ist schon immer ein großer Schritt getan. Damit ich später ablenkungsfrei den eigentlichen Beitrag schreiben kann, bereite ich vorher alles an dem Text vor, was nur irgendwie geht. Ich formuliere nach einer kurzen Google-Trends-Recherche schon die Überschrift und gliedere den Text in Zwischenüberschriften. Den ersten Absatz formuliere ich meist auch schon. Dazu suche ich mir aus meinen Unterlagen schon ein VG-Wort-Zählpixel aus und ordne es zu und – sofern ich Affiliate-Links im Text unterbringen möchte – suche ich auch diese schon raus.

So entsteht ein Blogbeitrag: Schreiben

Damit ist ein Großteil der Arbeit schon getan beziehungsweise die zeitraubendste. Das eigentliche Schreiben des restlichen Beitrags geht mir meist sehr schnell von der Hand. Dabei hilft mir natürlich auch, dass ich ausgebildete Redakteurin bin. Mir ist sehr wichtig, dass ich ablenkungsfrei schreiben kann. Damit habe ich einerseits mit meinen Vorbereitungen, was den Text betrifft, schon gesorgt. Auf der anderen Seite kann ich mich besser konzentrieren, wenn ich nicht von äußerlichen Geräuschen abgelenkt werde. Ich trage beim Schreiben deshalb meist einen Kopfhörer* und höre sehr gerne die Känguru-Hörbücher* von Marc-Uwe Kling. Das ist so eine Marotte von mir. Manchmal geht aber selbst mir das Känguru auf den Geist, sodass ich dann zu Musik wechsle. Meist höre ich dann – bitte nicht lachen – leise irgendwelche Musicals, wie “Tanz der Vampire”* oder “Das Phantom der Oper”* (hey, du hast ja doch gelacht …).

So entsteht ein Blogbeitrag: Veröffentlichung und Bewerbung

Ist der Beitrag fertig, baue ich ihn in mein WordPress-System ein, verlinke andere Beiträge, vergebe Suchbegriffe und kümmere mich um weitere Suchmaschinenoptimierung. Manchmal veröffentliche ich ihn sofort, manchmal schreibe ich mehrere Texte vor und setze sie erst nach und nach online.

Nachdem ich den “Veröffentlichungs-Button” gedrückt habe, endet die Arbeit nicht. Ich lese den Beitrag erstmal nach der Veröffentlichung noch zweimal Korrektur. Ich wundere mich immer wieder, wie viele Rechtschreibe- oder Formulierungsfehlerchen einem vorher nicht auffallen. Dann beginne ich meine Social-Media-Routine, veröffentliche den Beitrag auf Facebook (nach und nach auch in einigen Bloggergruppen), bei Twitter, Instagram und auf Pinterest. Wenn ich Zeit habe, baue ich auch weitere Grafiken für Pinterest. Aber das schaffe ich aus Zeitgründen immer seltener. Für einen einzelnen Beitrag können so gut und gerne mal 3 bis 4 Stunden Bearbeitungszeit ins Land gehen, also mitunter ein halber Arbeitstag.

So entsteht ein Blogbeitrag: Manchmal fahre ich mehrgleisig

Natürlich kann es auch vorkommen, dass ich parallel an mehreren Texten arbeite. Dann suche ich an einem Abend für mehrere Texte Bilder raus und bearbeite sie direkt in einem Rutsch. Oder ich habe gleich für mehrere Themen Schlagzeilen und den ersten Absatz im Kopf und schreibe das schon einmal runter. Der Rest schreibt sich danach wie von selbst. Manchmal gliedere ich auch direkt mehrere Texte hintereinander durch und muss mich dann später beim Schreiben nur noch an den Zwischenüberschriften “entlanghangeln”. Diese Vorgehensweise kann sehr zeitsparend sein. Zeit, die ich wieder in neue Texte investieren kann. Denn die Ideen werden mir noch lange nicht ausgehen.

Und nun bist du dran: Hättest du gedacht, dass hinter einem Blogbeitrag so viel Arbeit steckt? Bist du vielleicht ebenfalls Blogger? Wie gehst du vor? Hast du auch Routinen beim Schreiben und Veröffentlichen deiner Texte?

Du möchtest selbst mit dem Bloggen beginnen? Dieses Buch* hilft dir dabei.

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6 Kommentare zu “Blick hinter die Kulissen: So entsteht ein Blogbeitrag

  1. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Kay,

    ich danke dir. Blogger können immer am besten nachempfinden, was ich meine.
    Ganz uneigennützig habe ich den Text ja nicht geschrieben. Wenn der nächste potenzielle Kooperationspartner meint, das bisschen texten wäre keine Arbeit, dann bekommt er den Link.

    Liebe Grüße
    Christine

  2. Sonja

    Ich starte erst mit dem bloggen und finde deinen Beitrag äußerst hilfreich. Deine Vorgehensweise klingt logisch und strukturiert 🙂 Werd mir wohl ein bisschen was anschauen von dir.
    Liebe Grüße

  3. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Sonja,

    ich freue mich, wenn du dir was abschauen kannst. Irgendwie entwickelt man mit der Zeit seine eigene Vorgehensweise. Allerdings war ich anfangs, als ich mit dem Schreiben begann, auch immer froh, wenn ich erfahren habe, wie andere arbeiten.
    Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem Blogprojekt.

    Liebe Grüße
    Christine

  4. Julie

    Ein wirklich interessanter Beitrag und ja, ich erkenne mich in vielem wieder. 🙂
    Ich arbeite übrigens immer parallel an mehreren Beiträgen. Irgendwie finde ich mich dabei oft selber total chaotisch, aber ich schaffe es nicht, linear bei einem anzufangen und diesen abzuschließen. Ist wohl mein individueller kreativer Prozess. Ich weiß selten vorher, welcher als nächstes fertig wird. 😀
    Ich brauche es übrigens total ruhig beim Schreiben und könnte mich nicht konzentrieren, wenn nebenbei Musik läuft.
    Sehr spannend, wie unterschiedlich die Routinen und Vorgehensweisen sein können und es bestätigt mal wieder, dass es immer mehrere Wege gibt, die ans Ziel führen. 🙂
    Viele liebe Grüße aus Wien
    Julie

  5. Christine Autor des Beitrags

    Hi Julie,

    an manchen Tagen schaffe ich es auch nicht, einen Beitrag linear durchzuarbeiten. Dann wechsle ich fröhlich zwischen den Texten. Klappt auch gut. Ich habe in der Redakteursausbildung auch gelernt, einen Text auch mal liegen zu lassen, wenn es gerade nicht geht. Und das hilft manchmal tatsächlich und man geht kreativer an ihn heran, wenn man eben nicht linear an die Sache rangeht. Bei mir ist sowas immer abhängig von meiner Tagesform. 🙂

    Liebe Grüße aus dem Ruhrpott
    Christine

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