Isola dei Pescatori am Lago Maggiore: Zwischen Charme und Schock

Die Isola dei Pescatori ist einer meiner liebsten Orte am Lago Maggiore. Aber es gibt auch Zeiten, da verwandelt sich das paradiesische Eiland in einen Ort des Grauens.

Hast du schon einmal einem Ort beim Aufwachen zugeschaut? Du hörst Geräusche, die du dort noch nie wahrgenommen hast und du siehst Details, die dir sonst verborgen bleiben. Ich nehme mir bei jeder Reise vor, Orte, die sonst von Touristen stark frequentiert sind, möglichst früh zu besuchen, um sie so klar und ursprünglich zu erleben, wie du das sonst nicht kannst.

Mein erstes Zusammentreffen mit der Isola dei Pescatori ( = Fischerinsel) war gleich so ein tolles “Aufwach-Erlebnis”. Die kleinste der Borromäischen Inseln ist gerade einmal 100 Meter breit und 350 Meter lang. Circa 50 Menschen wohnen auf dem Eiland vor den Toren von Stresa, das auch Isola Superiore genannt wird. Die Isola dei Pescatori war die erste Sehenswürdigkeit überhaupt, die ich am Lago Maggiore kennenlernte (wenn man das wunderbare Regina Palace Hotel mal ausklammert). Sie zog mich gleich komplett in ihren Bann und ist mit dafür verantwortlich, dass die Region so schnell mein Herz eroberte.

Isola dei Pescatori: Eine Insel der Träume

Ich war erst am Tag zuvor spät am Abend in Stresa angekommen und wollte nach der 17 Stunden dauernden Busanreise nur noch ins Bett. Am nächsten Tag fuhr ich gleich ganz früh morgens mit einem kleinen Motorboot rüber zur Fischerinsel und war direkt verzaubert. Es war alles so ruhig, so ohne jegliche Hektik. Die Nachbarinsel der Isola Bella war voll von wunderbar duftenden Blumen. Wir erkundeten die engen Gassen, die kleine Kirche und den Friedhof. Wir sahen zu, wie die Bewohner in Ruhe Espresso tranken, bevor sie ihre Geschäfte und Restaurants bereit machten für den zu erwartenden Touristenansturm. Hin und wieder döste auf einer der vielen Bänke eine Katze. Im Hintergrund rauschten die Wellen des Lago Maggiore, Vögelchen zwitscherten um die Wette und Enten watschelten am Ufer entlang. Eine Insel der Träume. Ich war sofort Fan.

Isola dei Pescatori: Wenn die Trauminsel zum Albtraum wird

Aufgrund meiner tollen ersten Erfahrung mit der Isola dei Pescatori besuchte ich die Insel bei meinem zweiten Besuch am Lago Maggiore wieder – und fand einen völlig anderen Ort vor. Diesmal nahm ich nicht das erste Boot morgens, sondern reiste gegen Mittag rüber – ein großer Fehler. Denn ich fand mich wieder in einem Albtraum. Die Insel war voll, viel zu voll. Sie platzte quasi aus allen Nähten. Die großen Schiffe brachten alle paar Minuten mehr und mehr Menschen auf die Fischerinsel und diese fluteten die engen Gassen, waren laut und nahmen dem Ort alles Magische, was ich bei meinem ersten Besuch erlebte.

Die Katzen versteckten sich so gut sie konnten. Auch von den Enten war nichts mehr zu sehen. Wellen oder Vogelgezwitscher waren bei der Geräuschkulisse nicht wahrnehmbar. Und die ansässigen Geschäfts- und Restaurantinhaber hatten alle Hände voll zu tun mit ihrer Massenabfertigung. Wäre dies mein erster Besuch auf der Isola dei Pescatori gewesen, ich wäre sicher nicht wieder gekommen. Aber zum Glück weiß ich ja, dass man die Insel auch von ihrer ruhigen und traumhaften Seite erleben kann.

Isola dei Pescatori: Anreise und Tipps

Damit du nicht in das Albtraum-Szenario kommst, das ich erlebt habe, solltest du das allererste Boot, was du morgens erwischen kannst, nehmen. Dann bist du fast mit den Einheimischen alleine auf der Insel und kannst den Zauber des Eilands erleben. Meide insbesondere in der Hauptsaison (Juni bis September) die Mittagszeit (zu voll, zu heiß). An einem späten Nachmittag im Herbst hatte ich die Insel auch einmal fast für mich alleine. Es war herrlich.

Die Insel erreichst du am besten von Stresa oder Baveno aus. Aber auch eine Anreise von den meisten anderen Häfen am See ist möglich (insbesondere zwischen Intra und Stresa). Zusätzlich zu den öffentlichen Schiffen, kannst du auch von verschiedenen Stellen in Baveno und Stresa mit kleineren Motorbooten zur Insel fahren.

 

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2 Kommentare zu “Isola dei Pescatori am Lago Maggiore: Zwischen Charme und Schock

  1. Marion

    Schöner Bericht und tolle Tipps. Nächstes Jahr geht es auch für mich an den Lago Maggiore. Bin schon gespannt. VLG Marion

  2. Christine Autor des Beitrags

    Hallo Marion,

    sehr schön, da kannst du dich drauf freuen. Der Lago Maggiore ist wirklich wunderschön. Bin selbst gerade wieder dort. Wenn du Fragen hast, kannst du dich gerne melden.

    Liebe Grüße
    Christine

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