Ausflugstipp an der Lübecker Bucht: Besuche den Hafen in Niendorf

Der Hafen in Niendorf Aufmacher 2 bearbeitet klein Schon seit meiner frühesten Kindheit mache ich regelmäßig an der Lübecker Bucht Urlaub. Einen Ort besuche ich seitdem wirklich immer, wenn ich da bin: den Hafen in Niendorf. Was den Niendorfer Hafen so besonders macht und was du dort alles erleben kannst, verrate ich dir gerne.

Ganz ehrlich: Als kleines Kind konnte ich mich bei meinen Besuchen in Niendorf noch nicht so sehr für den kleinen Fischereihafen dort begeistern. Damals habe ich einfach noch nicht verstanden, was für ein kleines Schmuckstück dort in dem kleinen Vorort von Timmendorfer Strand zu finden ist. Ich habe damals nur immer den vielen Fisch gesehen und gerochen. Und alles, was keine Fischstäbchen waren, fand ich damals noch sehr uninteressant.

Heute ist das ganz anders. Ein Urlaub an der Lübecker Bucht ohne Besuch des kleinen Hafens in Niendorf ist für mich kein wirklicher Urlaub an der Ostsee.

Wenn ich an den kleinen Fischerbooten entlangschlendere, dann kann ich oft gar nicht glauben, dass der Hafen in Niendorf eigentlich aus der Not heraus entstanden ist. Gebaut wurde er tatsächlich nur, weil man die Fischer vom Strand wegbekommen wollte.

Der Hafen in Niendorf: Allgemeine Infos

Der Hafen in Niendorf Bild 3 bearbeitet kleinZu Beginn des 20. Jahrhunderts „parkten“ die Fischer ihre Boote in Niendorf nämlich noch direkt am Strand. Dort verarbeiteten sie in der Regel auch ihren Fisch, verkauften ihn dort an die Kunden und hingen nach getaner Arbeit die Fischernetze am Strand zum Trocknen auf. Leider war dies in der Regel mit sehr unangenehmen Gerüchen verbunden. Da aber auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Niendorf bereits ein beliebter Ort für Badegäste war, hatte man Angst, dass die unangenehmen Gerüche dazu führen könnten, dass Gäste in Zukunft wegbleiben.

Man entschied sich, Niendorf einen eigenen Hafen zu bauen. Von Anfang an war es der Plan, nicht nur eine Heimat für die Fischer zu schaffen, sondern auch Segelbooten Ankerplätze zu bieten. Das sollte die Attraktivität von Niendorf noch einmal erhöhen. Fischwirtschaft und Tourismus sollten nebeneinander existieren und nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Der Neubau des Hafens von Niendorf wurde schließlich zwischen 1920 und 1922 umgesetzt.

Der Plan ging auf: Niendorf gewann mit seinem neuen Hafen an Anziehungskraft und zog Touristen wie Fischer an. Bis zu 140 Fischkutter hatten in der Folgezeit in Niendorf ihren Heimathafen. Durch die Überfischung der Ostsee und dadurch eingeführte Fangquoten ging diese Zahl stark zurück. Heute können nur noch wenige Fischer von ihrem Fischfang leben.

Leider veränderte sich mit dem Rückgang der Fischerei auch der Charakter des Hafens. Nun findet man immer mehr Segel- und Sportboote im Hafen von Niendorf. Ein Hafenbecken für den Niendorfer Yachtclub gibt es im Hafen bereits seit 1948. Zwischen 1994 und 1996 entstand das Hafenbecken des Seglervereins Niendorf.

Im Winter 2005/2006 verschwanden im Zuge einer mit EU-Mitteln finanzierten Grundsanierung leider auch die alten Verkaufsstände der Fischer. Sie sind durch Kunststoffstände ersetzt worden.

Der Hafen in Niendorf: Im Wandel der Zeit

Der Hafen in Niendorf Bild 4 bearbeitet kleinDu merkst schon, viele Dinge haben sich zuletzt im Hafen in Niendorf verändert. Doch nur, weil von den ursprünglichen Fischern nur noch wenige da sind, heißt das nicht, dass der Hafen in Niendorf tot ist. Ganz im Gegenteil: Gerade Touristen können dort einiges entdecken und erleben, aber dazu später mehr. Der Hafen in Niendorf ist nämlich auch Standort einiger Firmen und bietet einige Arbeitsplätze und ist zudem ein Anlaufpunkt für Einheimische, die ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung nachgehen möchten.

Zu einer der kleinesten Firmen im Niendorfer Hafen zählt sicher die Hafentöpferei. Der Familienbetrieb erstellt und verkauft in erster Linie Gebrauchskeramik.

Viel mehr Beschäftigte hat dagegen die Niendorfer Bootsbauerei, die seit 1994 im Hafen von Niendorf zu finden ist. Dort werden nicht nur Boote gebaut und repariert, sondern auch Holzmasten gefertigt. Wie man hört, läuft das ziemlich gut. Die Firma soll sogar diverse Aufträge aus Skandinavien erhalten.

Das Erscheinungsbild des Niendorfer Hafens prägt zudem die Evers-Werft. Dort werden jedoch schon lange keine Boote mehr gebaut. Vielmehr werden auf dem Gelände Sportboote gelagert. Auch eine Segelschule und ein Spezialist für Bootsmotoren sind auf dem Werft-Gelände beheimatet. Zudem ist die Werft längst ein Eventgelände. Vor allem Konzerte finden und fanden in der Lagerhalle der Evers-Werft statt, unter anderem auch das renommierte Festival „Jazz Baltica“.

Der Hafen in Niendorf: Was du alles erleben kannst

Der Hafen in Niendorf Bild 5 bearbeitet kleinZwar ist der Fischfang in Niendorf stark zurückgegangen, doch es sind immerhin circa 20 Fischer noch aktiv, die in Niendorf ihren fangfrischen Fisch zum Verkauf anbieten. Im Angebot haben sie vor allem Dorsch, aber auch Hering, Scholle, Steinbutt, Lachs, Flunder und Kliesche.

Der Fischerhafen in Niendorf ist auch ein guter Ausgangspunkt, wenn du Ausflüge in die Umgebung machen möchtest. Denn vom Hafen aus starten sechs Ausflugsboote, die die Seebäder der Lübecker Bucht, wie Travemünde oder Scharbeutz ansteuern. Es gibt sogar Schiffe, die dich bis nach Mecklenburg-Vorpommern fahren. Beliebtes Ziel dort ist Boltenhagen. Auch zu Seebestattungen starten in Niendorf einige Boote.

Wenn du nicht genau weißt, in welches Seebad du mit dem Schiff fahren solltest, kannst du dich direkt im Hafen von Niendorf beraten lassen. Denn dort gibt es eine eigene Touristeninformation (mit kostenlosen Toiletten). Von dort aus kannst du übrigens auch tolle Fotos vom Niendorfer Hafen machen. Steige einfach die Außentreppe hinauf und genieße die Aussicht von der schönen Plattform aus. Im Innern der Touristeninfo kannst du außerdem Andenken und Eintrittskarten für Veranstaltungen und Attraktionen der Region kaufen.

Wenn du Fisch essen möchtest oder Lust auf ein Getränk hast, bist du ebenfalls im Hafen in Niendorf richtig. Es gibt gleich mehrere gastronomische Betriebe, wo du ein Fischbrötchen, Pommes, Bier oder sogar ein ganzes Menü zu dir nehmen kannst. Beliebt und bekannt sind vor allem der Imbiss Hafeneck direkt am Eingang des Hafens, aber auch das Café Strandvilla. Letztgenanntes befindet sich in einer der letzten Gründerzeitvillen in der Nähe des Hafens. Hier kannst du dich entscheiden, ob du von der Holzterrasse aus den Hafen anschaust oder vom Holzdeck aus lieber den Ostseeblick genießt.

Hingucker sind auch die drei Figuren des Künstlers Wolfgang Gerdhagen, die du auf dem Hafengelände findest. Direkt neben dem Hafeneck findest du auf einer Bank eine Figur von „Onkel Charly“. Das Niendorfer Original unternahm einst mit Urlaubern Ausflüge mit seinem Segelboot. Zudem findest du im Hafen die Figuren „Der Rufer“ und „Der Lauscher“.

Der Hafen in Niendorf: Interessantes in der Umgebung

Der Hafen in Niendorf Bild 6 bearbeitet kleinNur einen Steinwurf vom pittoresken Hafen in Niendorf entfernt findest du einen breiten Sandstrand. Hingucker ist die neue Seebrücke, die 2014 nach zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt worden ist. Das Besondere an der Brücke sieht man nicht auf den ersten Blick und in der Regel auch kaum, wenn man auf ihr unterwegs ist. Deutlicher wird die Besonderheit, wenn man Luftbilder der Brücke sieht. Denn die 185 Meter lange Seebrücke hat tatsächlich die Form eines Fischs.

Wenn du den Strand in Niendorf nördlich Richtung Travemünde entlang spazierst, dann kommst du nach einiger Zeit zum Brodtener Steilufer. Das Ufer entstand vor mehr als 15.000 Jahren und ist 20 Meter hoch. Oberhalb des Ufers gibt es einen vier Kilometer langen Wanderweg zwischen Niendorf und Travemünde. Die Ausblicke auf die Ostsee von dort aus sind atemberaubend.

Mehr über das wunderschöne Brodtener Steilufer verrate ich dir in diesem Blogpost.

Beliebt ist in Niendorf auch der Vogelpark, der ungefähr einen Kilometer vom Hafen in Niendorf zu finden ist. Der Park ist 70.000 Quadratmeter groß und beherbergt 1000 Vögel. Highlight ist die Eulensammlung, die zu den größten der Welt zählen soll. Aber auch die Umgebung des Parks – mitten in einer Schilflandschaft – ist definitiv schon einen Besuch wert.

Wenn dir Niendorf zu ruhig ist, dann fahre doch einfach weiter nach Timmendorfer Strand. Der Ortskern mit seinen Geschäften, den edlen Hotels und der malerischen Strandpromenade gehört zu den beliebtesten Orten an der Lübecker Bucht. Die Seeschlösschenbrücke ist gerade einmal zwei Kilometer vom Hafen in Niendorf entfernt.

Was du in Timmendorfer Strand alles erleben kannst, erfährst du in diesem Blogpost.

Nördlich von Niendorf findest du schließlich noch meinen Lieblingsort an der Lübecker Bucht: Travemünde. Den schönsten Stadtteil Lübecks mit seiner weitläufigen Promenade, dem lebendigen Ortskern und den vielen Restaurants solltest du dir keinesfalls entgehen lassen.

Was du in Travemünde nicht verpassen solltest, verrate ich dir in diesem Blogpost.

Der Hafen in Niendorf: Mein Fazit

Der Hafen in Niendorf Bild 7 bearbeitet kleinEin Besuch des zauberhaften Hafens von Niendorf ist meiner Meinung nach ein Muss, wenn du an der Lübecker Bucht bist. Bei mir steht er jedenfalls immer auf meiner Muss-ich-sehen-Liste, wenn ich in der Gegend bin. Zwar ist der Charme von früher, als ich ein Kind war und noch weitaus mehr Fischer ihre Ware anboten, nicht mehr da, aber sehenswert ist das Örtchen dennoch.

Ich liebe dieses besondere Flair des Hafens, diese Kontraste zwischen den alten Fischkuttern und den modernen Sportbooten. Man meint, das würde nicht zusammenpassen. Aber in Niendorf passt es einfach zusammen.

Es macht mir Spaß, auf der Aussichtsplattform der Touristeninformation (die übrigens auch die Form eines Schiffs hat) zu stehen und das Treiben im Hafen zu beobachten. Am Wochenende ist es wuseliger als unter der Woche, weshalb ich lieber wochentags den Hafen genieße und mir in der Regel noch ein Fischbrötchen gönne. Denn in Niendorf schmecken sie mir immer besonders gut.

Übrigens: Parken kannst du entweder auf dem kleinen Parkplatz in der Straße „Grüner Weg“ direkt am Hafen oder gegenüber vom Hafen auf dem Parkplatz in der Straße „Am Rethwarder“. Manchmal hat man auch Glück und findet an der „Sandstraße“ am Straßenrand eine Parklücke.

Jetzt bist du dran: Bist du schon einmal am Hafen in Niendorf gewesen? Gefällt es dir dort? Was macht den Niendorfer Hafen für dich aus? Hast du vielleicht sogar schon frischen Fisch dort gekauft? Wie hat er geschmeckt? Hast du weitere Tipps an der Lübecker Bucht für mich? Könntest du dich für einen Besuch in Niendorf begeistern?

Weiterlesen: Sicher interessiert dich auch mein Text über die 5 schönsten Orte an der Lübecker Bucht. Auch lesenswert: 5 Dinge, die du an der Lübecker Bucht nicht verpassen darfst und Lübecker Bucht im Regen. Interessant für Familien: Was du an der Lübecker Bucht mit Kindern unternehmen kannst.

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