Italien, ich komme wieder: Reisepläne für die Zeit nach Corona

Vieles ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Allen voran das Reisen ist in naher Zukunft wohl nicht realisierbar. Das ist auch richtig so. Gesundheit geht immer vor. Aber träumen ist natürlich weiterhin erlaubt. Und aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Das dachten sich auch meine Kolleginnen Barbara von Reisepsycho und Ilona von Wandernd und starteten eine Blogparade. Das Thema: Italien, ich komme wieder!

Im ersten Moment mag es so scheinen, als jammerten wir Italien-Freunde auf hohem Niveau, weil wir derzeit nicht in unser Sehnsuchtsland reisen können. Manche werden es vielleicht sogar unpassend finden, in diesen Zeiten über Reisepläne zu sprechen. Aber wir möchten gleichzeitig auch auf einen ernsten Hintergrund aufmerksam machen. Denn in Italien leben unzählige Menschen vom Tourismus. Wenn wir nach dem Corona-Spuk Italien meiden, stehen diese Menschen vor dem Nichts. Italien braucht den Tourismus und ich für meinen Teil merke, dass ich Italien und die Menschen dort schon jetzt sehr vermisse. Dabei habe ich Italien als Reiseland erst 2015 für mich entdeckt.

Zuvor war ich erst einmal im Bel Paese: 2005 fuhr ich auf Stufenfahrt nach Griechenland, und zwar vom Ruhrpott aus mit dem Reisebus. Von Ancona in Umbrien setzten wir damals mit der Fähre rüber nach Patras. Von Italien sah ich lediglich ein wenig Landschaft und versiffte Raststätten. Wirklich Lust auf Italien machte dies nicht. Gegensätzlicher hätte mein zweites Date mit dem Stiefelstaat nicht verlaufen können. Im Sommer 2015 landete ich in Stresa, in dem für mich schönsten Hotel, das ich bisher besucht habe. Wieso, weshalb und warum ich überhaupt zum Lago Maggiore fuhr, habe ich in diesem Blogpost erzählt. Seitdem kann ich nicht mehr ohne Stresa. Hätte ich mir einen Wunschort backen dürfen, er sähe genauso aus wie Stresa.

Italien, ich komme wieder: Stresa, mein Glücksort

Selbstverständlich möchte ich nach dem Corona-Spuk auch so schnell wie möglich wieder nach Stresa. Ich bin sonst immer viele Wochen im Jahr dort und habe auch dieses Jahr im Sommer schon einen vierwöchigen Aufenthalt fest eingeplant. Ich storniere aktuell nicht, sondern warte erst noch ab. Bis Juli kann noch viel passieren und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Sollte es im Juli nichts werden, klappt es ja vielleicht im Herbst. Mal sehen.

Durch die vielen Aufenthalte in Stresa bin ich auch ganz gut vernetzt und verfolge die Situation vor Ort intensiv. Trotz der massiven Einschnitte ins Leben und der Tatsache, dass ein Großteil der 5000 Einwohner vom Tourismus abhängig ist und nun Existenzen bedroht sind, wirken die Stresianer recht besonnen und humorvoll. Viele leihen ihren Nachbarn zum Beispiel ihre Hunde aus, damit auch die Hundelosen ein bisschen Luft schnappen können, ohne Probleme mit Ordnungsbehörden zu bekommen. Denn eigentlich soll man ja weitestgehend im Haus bleiben. Keine Sorge: Die Leute achten sehr streng auf die Einhaltung des Mindestabstands und die meisten Straßen sind sowieso menschenleer. Die Bewohner sind untereinander sehr hilfsbereit und gehen zum Beispiel für die Älteren und Alleinstehenden einkaufen. Aber auch ohne Krise erlebte ich die Menschen in Stresa bisher immer so, was mitunter ein Grund ist, warum ich mich dort so wohl fühle.

Italien, ich komme wieder: Pläne am Lago Maggiore

Immer, wenn ich meinen liebsten See verlasse, habe ich schon eine „Das-will-ich-beim-nächsten-Mal-machen“-Liste, denn obwohl ich schon so viel Zeit am Lago Maggiore verbracht habe, bin ich noch lange nicht fertig mit dem See und der Region. Das werde ich wohl auch nie sein. Beim nächsten Mal möchte ich vor allem mehr von Baveno sehen. Baveno und ich hatten keinen guten Start, aber mittlerweile habe ich das Potenzial des Orts erkannt und ich möchte zum Beispiel das Granit-Museum besuchen und einige Cafés und Restaurants testen. Auch in Intra gibt es noch so viel, was ich noch nicht kenne. Ghiffa und Oggebbio am Westufer sollen wahre Schmuckstücke sein, aber ich verschiebe die Erkundung der Örtchen immer „aufs nächste Mal“. Das ist fast schon ein Running Gag. Und auch wenn ich schon unzählige Male in Arona war, habe ich die Stadt noch nie am Markttag besucht.

Am Ostufer, an dem es weitaus ruhiger ist als am sehr touristischen Westufer, kenne ich bisher nur Angera wirklich gut. Andere Orte habe ich zwar besucht, aber würde nicht behaupten, mich dort auszukennen. Deshalb steht auch das Ostufer bei meinem nächsten Besuch hoch im Kurs. Ich möchte zum Markt in Laveno und Luino mal an einem Tag erleben, an dem kein Markt ist. Auch Ispra und Porto Valtravaglia möchte ich erkunden. Im Süden des Lago Maggiore entdeckte ich vergangenes Jahr das Städtchen Sesto Calende für mich. Dort möchte ich auch unbedingt nochmal hin.

Italien, ich komme wieder: Ausflüge rund um den Lago Maggiore

Das „Problem“ bei mir und Italien ist, dass es kaum eine italienische Stadt gibt, bei der ich sage, dass ich da nicht nochmal hin möchte. Das gilt für den Lago Maggiore ganz besonders, aber auch für alle anderen Orte in Bella Italia, zum Beispiel auch für die Städte am Orta See, der unweit von Stresa ist. Omegna und Orta San Giulio kenne ich sehr gut und fahre immer wieder gerne hin. Aber ich möchte ja auch Neues sehen, weshalb ich bei meiner nächsten Reise andere Orte am Lago d’Orta kennenlernen will, zum Beispiel Cesara, Gozzano oder Pella. Auch auf der Isola San Giulio war ich noch nicht.

Domodossola ist ebenfalls ein schöner Ort für einen Ausflug, auch wenn ich der Stadt erst eine zweite Chance geben musste. Ein Besuch des Samstagsmarkts steht auch schon lange auf meiner Wunschliste.

Fest im Sommer eingeplant habe ich zudem einen Besuch in Sesto San Giovanni, da dort wunderschöne Lavendelfelder sind, die dann in voller Blüte stehen sollten. Und auch die Gorgonzola-Stadt Novara möchte ich gerne sehen, nachdem mich Gorgonzola selbst im vergangenen Jahr sehr enttäuschte.

Unweit vom Lago Maggiore ist außerdem der Comer See. Ich war einmal dort, und zwar in Como. Mittlerweile weiß ich, dass es Orte am Comer See gibt, die weitaus schöner sind. Ich habe zum Beispiel schon allerhand traumhaft schöne Bilder von Bellagio gesehen, weshalb dieser Ort ganz hoch bei mir im Kurs steht. Auch Varese und der Lago di Varese liegen nah am Lago Maggiore und ich liebäugle schon lange mit Ausflügen dorthin.

Italien, ich komme wieder: Weitere Pläne in Norditalien

Zum Glück ist Zugfahren in Italien einfach und günstig, sodass ich regelmäßig andere Städte von meiner Wunschliste besuche, wenn ich für mehrere Wochen am Lago Maggiore meine Zelte aufschlage. Eigentlich immer fahre ich für mindestens einen Tagesausflug nach Mailand. Heute kann ich kaum glauben, dass ich mit Mailand erst warm werden musste. Da meine Mailand-Wunschliste mittlerweile so lang ist, habe ich im Sommer eine Übernachtung in der Metropole eingeplant. Dann möchte ich, unter anderem, am Abend durch das wunderschöne Navigli-Viertel schlendern und endlich mal ein Apero-Buffet plündern.

Apropos Essen und Trinken: Turin steht ebenfalls auf meiner Wunschliste ganz weit oben. Es kann nämlich nicht sein, dass ich dauernd ins Piemont fahre, aber die Hauptstadt der Region noch nie besucht habe. Wenn ich mir nur eine Sache aussuchen dürfte, die ich in Turin erleben möchte, dann wäre das ein Besuch im Café Al Bicerin. Wie der Name schon sagt, würde ich dann gerne einen Bicerin trinken, ein Heißgetränk bestehend aus Vollmilch, Kakao und Espresso. Dies ist die Turiner Spezialität schlechthin.

Aber in Norditalien warten noch so viele andere Highlights. Bologna hat mir bei meiner Premiere vor zwei Jahren so gut gefallen, dass ich gerne nochmal hinfahren würde. Alleine schon, weil damals die wunderschöne Bibliothek im Palazzo dell‘Archiginnasio geschlossen war (sonntags ist sie immer zu).

Ach ja, Parma, Verona und vor allem Venedig möchte ich auch so gerne mal sehen. Und eine Freundin von mir legt mir schon seit Ewigkeiten Siena ans Herz.

Italien, ich komme wieder: Der ganze Rest

Wie weiter oben schon erwähnt, war ich noch nie weiter südlicher als Ancona. Dabei liegen auch in Mittel- und Süditalien zahlreiche Orte, die ich gerne sehen möchte, insbesondere Rom. Ich möchte unbedingt in den Petersdom, lieber aber noch das großartige Kolosseum besichtigen. Auch Trevibrunnen und Spanische Treppe sind ein Muss, wenn auch wohl sehr von Touristen überlaufen. Bei allem, was ich über Rom weiß, bin ich mir sicher, dass Rom das Zeug hätte, eine meiner Lieblingsstädte zu werden. Wenn ich doch nur meine Flugangst überwinden könnte.

Auch die wunderschöne Trulli-Stadt Alberobello steht auf meiner Italien-Wunschliste, ebenso wie eine Tour entlang der Amalfi-Küste. Ich bin mir sicher, dass meine Kamera heiß laufen wird, wenn ich mal dort bin.

Neapel stand bisher nicht so hoch im Kurs bei mir. Doch zuletzt besuchte ich einen Italienisch-Kurs bei einem Deutschen, der teils im Ruhrpott und teils in Neapel bei seiner Familie lebt. Er hat so begeistert von Neapel berichtet wie ich sonst immer von Stresa. Das hat schon Lust auf Neapel und die Umgebung gemacht. Außerdem muss jeder Italien-Fan mal eine Pizza in Neapel gegessen haben, oder?

Last but not least steht auf meiner Italien-Wunschliste Sizilien. Mein erster Italienisch-Lehrer kommt aus Palermo und hat ebenfalls sehr euphorisch von seiner Heimat berichtet und mir erst kürzlich wieder tolle Fotos von der Umgebung gezeigt. Wusstest du, dass mit dem Teatro Massimo eins der schönsten Opernhäuser Europas in Palermo zu finden ist? Und dass du in Palermo ebenfalls – wie in Mailand – auf dem Dach der Kathedrale spazieren kannst? Und was es erst für Köstlichkeiten auf Sizilien gibt. Wenn das Essen dort nur halb so lecker schmeckt, wie die Lasagne, die die “Mamma” meiner sizilianischen Schulfreundin Stefania immer an ihren Geburtstagen gekocht hat, könnte Sizilien ebenfalls das Zeug zum Glücksort haben.

Du siehst schon. Ich bin noch lange nicht fertig mit Italien, ich komme definitiv wieder! Was ist mit dir? Wie sehen deine Italien-Reisepläne für die Zeit nach der Corona-Krise aus? Hattest du schon was gebucht? Erzähle mir von deinen Italien-Träumen.

Weiterlesen: Wie ich versuche, die Coronakrise sinnvoll zu nutzen, erkläre ich in diesem Blogpost.

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8 Kommentare zu “Italien, ich komme wieder: Reisepläne für die Zeit nach Corona

  1. Ilona von wandernd.de

    Erst mal: Danke fürs Mitmachen!!
    Da hast du ja einiges auf deiner Italien-Liste. Das wird sicher einige Jahre brauchen, bis du das abgearbeitet hast!
    Ich will mal kurz eine Lanze brechen: Du brauchst weder für Rom noch für Apulien den Flieger. Nach Rom bin ich mit dem Nachtzug ab München gefahren. Das geht ganz wunderbar. Fahr einfach vom Pott nach München und nimm am Abend den Nachtzug. Am besten im Schlafabteil! Muss man halt möglichst früh buchen, aber dann ist das nicht so teuer. Und echt gemütlich.
    Nach Apulien kommt man von Rom aus dann in ein paar Stunden mit dem Freccia. Bei unserer Apulien-Reise letztes Jahr sind wir mit dem Auto gefahren, weil wir die Räder dabei hatten. Aber das würd ich mir nicht noch mal antun. Lieber mit dem Zug und vll. eine Nacht in Rom einlegen!
    Auch zur Amalfiküste und zum Golf von Neapel… hach, schööön ist es da!!! Wenn du dort hinfährst (auch das geht mit dem Zug 😉 ), sag mir unbedingt vorher Bescheid. Ich war 2018 für ein paar Wochen dort. Ich kann Dir sicher ein paar Tipps geben.

    Dagegen war ich noch nie am Lago Maggiore (und auch nicht am Gardasee). Irgendwie bin ich immer gleich vorbei und weiter nach Süden 😀

    LG, Ilona

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Ilona,

      danke für deinen Kommentar!

      Tatsächlich hatte ich vergangenes Jahr ernsthaft überlegt, von Mailand mit dem Zug runter nach Rom zu fahren. Und auch über eine Sizilien-Reise per Zug ab Mailand hatte ich nachgedacht (aber dann mit Zwischenstopps in Neapel und Rom auf dem Hin- oder Rückweg). Vielleicht zeigt mir die Krise, dass man nicht nur träumen, sondern auch mal machen sollte.

      Auf deine Tipps komme ich gerne zurück. 🙂 Wenn du doch mal am Lago Maggiore Halt machst, weißt du ja, wen du ansprechen kannst …

      Liebe Grüße
      Christine

  2. Marietta

    Hallo Christine
    Sehr guter Bericht. Stresa werde ich, wenn sich alles beruhigt hat und die Grenzen wieder offen sind, auf jeden Fall wieder für einen Urlaub besuchen.
    In Baveno habe ich letzten Herbst das Restaurant Fratelli Rosso dal 1981, Via Repubblica, (gehobene, sehr gute Küche) entdeckt.
    Die Pizzeria “Speedy Pizza” (klein, einfach, familiär, preisgünstig aber unheimlich lecker, in Intra, Via Aristide de Bonis, 49, besuche ich seit Jahren bei meinem Lago Aufenthalt.
    Welches Restaurant (blaue Fensterläden Glyzinen und Palmen) sieht man auf dem Bild neben dem Bericht?
    Lg Marietta

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Marietta,

      vielen Dank für die tollen Restaurant-Tipps. Die werde ich mal bei meinem nächsten Aufenthalt sicher ausprobieren. Bei “Fratelli Rossi” bin tatsächlich schon so oft vorbeigelaufen. Das nächste Mal geht’s also dann auch rein. 😉
      Das Restaurant auf dem Bild ist das Ristorante Italia auf der Isola dei Pescatori: http://www.ristoranteitalia-isolapescatori.it/.

      Liebe Grüße
      Christine

  3. Julia

    Toller Beitrag, meinen geplanten Trip nach Rom nächste Woche musste ich schweren Herzens canceln und kann von meiner Lieblingsstadt erstmal nur träumen. Ist aber noch ein vergleichsweise geringes Problem… Hoffe sehr, die Situation normalisiert sich bald wieder. Bis es soweit ist bleibe ich zuhause und versuch die Zeit möglichst sinnvoll zu nutzten. Der Lago Maggiore fehlt mir zum Beispiel noch komplett auf meiner Wunschliste, generell habe ich den Norden (bis auf den Lago di Como, und den obligatorischen Pflichtbesuch am Gardasee) bisher ein bisschen stiefmütterlich behandelt. Daher danke für deine Tipps! Das bringt mich gerade wirklich auf andere Gedanken!
    Tanti saluti, Julia

    1. Christine Autor des Beitrags

      Hallo Julia,

      ich kann die Orte im Norden sehr empfehlen, aber dafür fehlt mit der Süden in Italien noch komplett.
      Ich freue mich, wenn ich dich auf andere Gedanken bringen konnte. 🙂

      Tanti saluti
      Christine

      1. Julia

        Der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier. Wenn es dich nach Rom verschlägt, dann meld dich gern. Da kenne ich mich besonders gut aus… 🙂 Aber ab und ein bisschen Abwechlung schadet bekanntlich auch nicht, deswegen will ich wirklich bald mal Norditalien näher unter die Lupe nehmen. Tanti saluti – Julia

        1. Christine Autor des Beitrags

          Hallo Julia,

          auf das Angebot komme ich vielleicht zurück, danke.
          Das gleiche Angebot gilt natürlich auch für dich, wenn du Fragen zum Norden hast oder Tipps brauchst. 🙂

          Tanti saluti
          Christine

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