Lago di Mergozzo: Kleinod im Schatten des Lago Maggiore

Hast du schon einmal vom Lago di Mergozzo gehört? Der kleine See in Norditalien gilt als einer der saubersten Seen der Region und ist ein kleines Paradies für jeden, der alle Vorzüge Italiens kompakt an einer Stelle haben möchte: Berge, Badestellen, hervorragendes Essen und einen pittoresken Ortskern. Manchmal kann ich selbst kaum glauben, dass dieser wunderbare Ort nur einen Steinwurf von Baveno und seiner befahrenen Uferstraße am Westufer des Lago Maggiore entfernt liegt.

Der Lago di Mergozzo ist so ein Ort, an dem ich mal wieder gemerkt habe, wie wichtig ist es manchmal ist, ein Ausflugsziel zur richtigen Zeit und von der richtigen Seite aus anzufahren. Mein erster Besuch am Lago di Mergozzo begeisterte mich nicht. Ja, es war nett dort, aber nach weniger als einer Stunde fuhr ich damals wieder weg, weil ich dachte, alles gesehen zu haben. Was habe ich mich doch getäuscht …

Lago di Mergozzo: Allgemeines, Anreise und parken

Wie gut, dass ich Orten, die mich bei einem ersten Besuch enttäuscht haben, immer eine zweite Chance gebe. So habe ich schon meine Meinungen über Domodossola und Baveno revidieren müssen, weil weitere Besuche dann plötzlich doch ganz toll waren und ich schöne Ecken und Plätze gefunden habe. So auch in Mergozzo.

Der Lago di Mergozzo ist nicht sehr groß. Er ist gerade einmal 2,6 Kilometer lang und einen Kilometer breit und es gibt genau einen Ort am Ufer: Mergozzo.

Du kannst den 2100-Einwohner-Ort mit dem Auto auf zwei unterschiedliche Wege erreichen. Ich empfehle die Anreise über Gravellona Toce, die ich erst bei meinem zweiten Besuch am See wählte – und seitdem immer wieder. Auf der SS 34 in Gravellona Toce ist der Weg nach Mergozzo deutlich ausgeschildert. Als Zielpunkt kannst du ins Navi aber auch die Via alla Stazione 1 a eingeben. Dann landest du direkt vor dem Bahnhof und hast vielleicht das Glück, einen von wenigen kostenlosen Parkplätzen zu erwischen.

Ich hatte das Glück leider bisher noch nie. Das ist aber auch kein Beinbruch. 200 Meter vom Bahnhof entfernt findest du auf der gleichen Straße einen zweiten Parkplatz, der allerdings kostenpflichtig ist. Von da aus kannst du Mergozzo bequem zu Fuß erkunden.

Du kannst Mergozzo allerdings auch von Fondotoce aus anfahren und erreichst den See dann von Süden aus. Ich finde den Weg etwas stressiger, weil du, insbesondere beim Rückweg, eine recht unübersichtliche Straßenführung hast, wenn es zurück auf die Uferstraße SS 34 geht. Es gibt keine Stelle am Lago Maggiore, an der ich schon häufiger Unfälle gesehen habe.

Allerdings hat der Weg auch einen Vorteil: Wenn du dort entlangfährst, kannst du kurz hinter dem Ortseingangsschild von Mergozzo den rosa Grenzstein der ehemaligen Partisanenrepublik Ossola bewundern. Parken kannst du anschließend in Mergozzo auf einem kostenpflichtigen Parkplatz an der Via Filippo Turati. Ist der Parkplatz voll, folgst du der einzigen Hauptstraße, die dich direkt durch den kleinen engen Ort führt und bist irgendwann vor dem Bahnhof, wo du ebenfalls dein Glück versuchen kannst.

Wenn du kein Auto hast, kannst du Mergozzo mit dem Bus ab Verbania aus erreichen oder du nimmst den Zug, zum Beispiel ab Baveno oder Stresa.

Lago di Mergozzo: Probiere Fugascina

Wenn du in Mergozzo bist, dann solltest du in jedem Fall Fugascina probieren. Dieses Gebäck ist eine Spezialität aus Mergozzo, die weit über die Ortsgrenze hinaus bekannt ist. Die Leckerei ist ein sehr beliebtes Mitbringsel und ist in der Bäckerei Al Vecchio Fornaio Pasticcere (Via Frattini 6) zu haben, allerdings nur montags bis samstags zwischen 6 und 12 Uhr. Hat die Bäckerei geschlossen, gehst du zum Restaurant La Fugascina an der Uferpromenade (Piazza Vittorio Veneto 8). Auch hier kannst du das beliebte Souvenir erstehen. Das Restaurant ist dienstags bis sonntags von 7.45 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag.

Lago di Mergozzo: Die Pfarrkirche Santa Maria Assunta

In Mergozzo gibt es gleich mehrere sehenswerte Kirchen. Eine fiel mir bei meinem jüngsten Besuch besonders auf. Die Pfarrkirche Santa Maria Assunta. Sie steht direkt an der Hauptstraße, wo auch der Bahnhof zu finden ist. Sie ist über mehrere Treppenstufen zu erreichen. Von der Straße aus sieht man, dass neben der Kirche ein Laubengang ist. Steige die Stufen hinauf, du wirst sicher nicht enttäuscht werden.

Dort oben, wo man sich weit weg fühlt von den großen Touristenzentren, findest du gleich mehrere deutschsprachige Tafeln mit Infos zur Kirche und ihrer sehenswerten Umgebung. In diesem Fall war ich auch recht froh, denn über Mergozzo und seine Sehenswürdigkeiten erfährst du im Internet und Reiseführern oft nicht wirklich viel.

Dank der Tafeln weiß ich nun, dass der Laubengang, unter dem ein Kreuzweg entlangführt, aus dem 18. Jahrhundert ist. Die zugehörigen Kapellen stammen aus dem Jahr 1750 und sind 1752 von Giovanni Battista Ronchelli mit Fresken verziert worden. 1865 restaurierten Carlo Giuseppe Peretti und Antonio Borgnis, zwei Maler aus dem nahegelegenen Valle Vigezzo, die Fresken. 1911 und 1932 fanden weitere Malerarbeiten an den Kunstwerken statt, die die ursprünglichen leuchtenden Farben der Fresken überdeckten. Zwischen 2002 und 2005 konnten diese allerdings durch Restaurierungen zurückgewonnen werden. Zum Glück.

Auf der Nordseite des Laubengangs steht ein Fastenpredigerhaus aus dem Jahr 1724, das mal Sitz der Gemeinde und der Schule war und sogar archäologische Funde beherbergte.

Auch ein Blick in die Kirche lohnt. Wie in fast allen italienischen Kirchen findest du auch in diesem Gotteshaus wunderschöne Kunstwerke.

Lago di Mergozzo: Und sonst?

Wenn du die Kirche verlässt, findest du auf der linken Seite ein paar Schritte Richtung Ortskern das Archäologische Museum von Mergozzo (Via Roma 8). Es zeigt einige Ausstellungsstücke mit einem Bezug zu örtlichen Steinarbeitern, denn die Region ist besonders für rosa Granit bekannt, aber es sind auch römische Funde ausgestellt.

Ich bevorzuge bei meinen Spaziergängen in Mergozzo mittlerweile allerdings immer den Weg durch die vielen pittoresken Gässchen des Orts. Je enger es wird, desto besser. Vorsicht: Das heißt nicht, dass dir nicht plötzlich ein Auto oder eine Vespa entgegenprescht …

Eine besonders sehenswerte Gasse beginnt gleich gegenüber der eben erwähnten Kirche. Wenn du ein paar Schritte hineinläufst, wirst du schnell merken, warum mir ausgerechnet diese Gasse so gut gefällt. Es ist eine Schirmstraße und jedes Mal, wenn ich in Mergozzo bin, muss ich dort einen kleinen Fotostopp einlegen.

Es dauert nicht lange, das Gassen-Labyrinth in Mergozzo mit seinen alten Häusern, den bunten Gemäuern und den vielen hübschen Hauseingängen zu passieren. An dessen Ende wirst du in jedem Fall am Seeufer ankommen.

Zugegeben: Die Uferpromenade in Mergozzo ist nicht sehr groß, aber sehr urig mit seinen wenigen Restaurants und den zahlreichen Sitzgelegenheiten direkt am See. Manchmal wirkt Mergozzo ein Stück weit aus der Zeit gefallen. Hier geht es unaufgeregt zu und man kann wunderbar die Stille genießen. Motorboote sind auf dem Lago di Mergozzo verboten, was man an der Geräuschkulisse im Gegensatz zum Lago Maggiore tatsächlich merkt. Das Verbot wirkt sich auch positiv auf die Wasserqualität aus.

Ich besuche den Lago di Mergozzo mittlerweile immer, wenn ich ein bisschen abschalten will. Der für mich perfekte Besuchszeitpunkt ist die Mittagszeit. Zwar haben dann die meisten Geschäfte und auch das Museum geschlossen, aber du hast den Ort und die engen Gassen fast für dich alleine. Außerdem kannst du Parkgebühren sparen, denn zwischen 12 und 14 Uhr sind auch die blauumrandeten Parkplätze in Mergozzo kostenlos. Schaue aber lieber vorher nochmal auf die jeweiligen Schilder am Parkplatz selbst. Nicht, dass sich da in der Zwischenzeit was geändert hat.

Deutlich mehr Leute sind in Mergozzo dienstags auf den Beinen. Zwischen 8 und 13 Uhr findet dann nämlich immer der beliebte Markt statt.

Du merkst schon: Am Lago di Mergozzo bekommst du alles, was die Schönheit italienischer Seen ausmacht, kompakt an einer Stelle. Besser geht es kaum, oder?

Jetzt bist du dran: War dir der Lago di Mergozzo ein Begriff bevor du diesen Text gelesen hast? Warst du vielleicht schon einmal da? Hast du einen Restaurant-Tipp für mich? Kannst du mir vielleicht sogar eine Badestelle empfehlen?

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